Marode Mühle

Sorge um Jündewatts Wahrzeichen

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Jündewatt/Jyndevad
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Der Zahn der Zeit hat an der alten Jündewatter Mühle genagt. Foto: hpb

Die Wassermühle an der Süderau verfällt zunehmend. Die Kommune hat keine Handhabe, der Besitzer kündigt baldige Ausbesserung an.

Sie liegt am rauschenden Bach, sie klappert aber schon länger nicht mehr. An der Wassermühle in Jündewatt nagt der Zahn der Zeit. Ortsansässige und Ortskundige aus der Umgebung sind um die Existenz der Mühle besorgt, wird sie doch als Wahrzeichen mit besonderer lokal- und kulturhistorischer Bedeutung gesehen.

Vor einigen Jahren wurde die Mühle bei einer Zwangsversteigerung von Privat gekauft. Auch die Kommune Apenrade hatte geboten, bekam aber nicht den Zuschlag.

Die Ende 1800 erbaute Mühle unterliegt keinen strengen Denkmalschutzbestimmungen. In der Skala für bewahrenswerte Gebäude von 1 bis 4 ist die Mühle mit dem zweitniedrigsten Wert 3 eingestuft. Die Kommune hat keine Pflicht und auch keine Handhabe, die Instandhaltung solcher Gebäude zu veranlassen. Bei der Kategorie 3 ist sogar ein Abriss möglich, dem allerdings die Kommune zustimmen muss.

Paul Werner Dall, Besitzer der Mühle, kann die Besorgnis um den äußeren Zustand gut verstehen. Er hat sich vorgenommen, zeitnah Verschönerungsmaßnahmen einzuleiten.

Dach hat Vorrang

„Das Dach muss unbedingt abgedichtet werden. Das soll nächstes Jahr erfolgen. Danach soll die Fassade der Mühle aufgefrischt werden“, so der ehemalige Revisor. Das Dach war beim Orkan 2013 stark beschädigt worden, als es noch im Besitz der Familie Mathiesen war. Die Mühle hatte bis ins dritte Jahrtausend noch Strom produziert.

Für eine komplette Sanierung des Mühlengebäudes war der Vorbesitzer von Ausgaben in zweistelliger Millionenhöhe ausgegangen.

Durchgang für Fische

Bei der Jündewatter Mühle wartet noch eine weitere Baustelle. Seit über zehn Jahren gibt es Bestrebungen, eine Fischpassage zu schaffen, um Fischen, insbesondere dem Schnäpel, den Zugang zur Süderau oberhalb Groß-Jündewatts zu ermöglichen. Dem Schnäpel und anderen Fischarten würden mit der Passage rund 100 Kilometer zusätzlicher Wasserlauf bis in die Kommune Sonderburg hinein zur Verfügung stehen.

Ein Projekt, das das damalige Amt Nordschleswig zum Schutz des Schnäpels durchführte, ließ sich in Jündewatt nicht realisieren.

Auch hier ist Paul Werner Dall an einer Lösung interessiert, wie er betont. Gespräche mit der Kommune sind allerdings ins Stocken geraten, so Dall.

Das bedauert Stadtratsmitglied Kurt Andresen (Schleswigsche Partei). Im Technischen Ausschuss haben er und Kollegen sich öfters mit der Mühle befasst. „Wir sind an Lösungen interessiert und sind gesprächsbereit. Die Kommune kann den Erhalt der Mühle aber nicht zusichern“, so Kurt Andresen.

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