Mensch und Natur

Nachwuchs-Störche aus Schmedagger sollen GPS-Sender erhalten

Nachwuchs-Störche aus Schmedagger sollen GPS-Sender erhalten

Nachwuchs-Störche aus Schmedagger sollen GPS-Sender erhalten

Schmedagger/Smedager
Zuletzt aktualisiert um:
In diesem Jahr werden erstmalig dänische Jungstörche mit GPS-Sendern ausgestattet, um mehr über ihre Reise in den Süden zu erfahren. Seit 2012 ist kein Jungstorch mehr nach Nordschleswig zurückgekehrt. Das Projekt soll helfen, die Ursachen zu finden. Viele Jungstörche überleben die erste Reise nicht. Foto: Michael Kaatz

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Seit 2012 ist kein Jungstorch aus Jütland nach seiner ersten Reise in den Süden nachweislich wieder nach Hause gekommen. Viele überleben ihre erste Reise nicht. Nun sollen GPS-Sender dabei helfen zu ergründen, was mit den Vögeln passiert, wobei in Grundzügen mögliche Gefahrenquellen bekannt sind. Doch zunächst muss es Nachwuchs geben.

Weil nach den Worten von Storkene.dk nur wenige Jungstörche nach ihrem ersten Zug in den Süden wieder an ihren Geburtsort zurückkehren, wird in diesem Jahr erstmalig der Nachwuchs aus drei dänischen Stochennestern mit einem GPS-Sender ausgestattet – unter anderem sollen Jungvögel aus Schmedagger (Smedager) besendert werden. Dies meldet der Verein Storkene.dk, der das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Naturhistorischen Museum (SNM) durchführt, das bis 2024 läuft. Die GPS-Sender ermöglichen ein Verfolgen der Flugroute, die die Jungstörche einschlagen.

 

Mit GPS-Sendern sollen Jungstörche von drei Standorten besendert werden: Schmedagger (Smedager), Bækmarksbro/Westjütland und Gundsølille bei Roskilde.

 

Deutscher Storchenexperte mit dabei

Auch soll untersucht werden, wohin es die Jungvögel auf ihrer ersten Reise Richtung Süden zieht, denn dies ist dem Verein zufolge ebenfalls nicht klar. Geleitet wird das GPS-Projekt von Hans Skov vom Verein der Storchenfreunde. Ihm zur Seite steht Anders Tøttrup von der Beringungszentrale, die zum SNM gehört. Mit im Bunde ist auch der Deutsche Michael Kaatz. Der Storchenexperte wird den Dänen beim Montieren der GPS-Sender zur Seite stehen.

Kaatz hat dem Storchenverein zufolge seine Doktorarbeit über die Zugrouten der Weißstörche geschrieben und ist laut Storkene.dk seit Jahren mit der GPS-gestützten Zugrouten-Nachverfolgung der Störche vertraut. Wie der Verein auf seiner Homepage berichtet, wurde Kaatz in Deutschland bekannt, als er zusammen mit seinem Vater und einem „ZDF“-Filmteam das Storchenweibchen „Prinzeßchen“ auf der Reise von Sachsen-Anhalt nach Südafrika begleitete. Es entstand eine spannende Naturdokumentation.

 
 

Hans Skov sagt zu diesem Projekt: „Der Grund, warum wir dieses doch recht kostspielige Projekt beginnen, ist, dass wir recht wenig darüber wissen, was die Jungstörche tun, wenn sie ihr Nest verlassen und gen Süden fliegen.“ Dies gelte insbesondere für die Störche aus den Nestern in Jütland; nicht einer der beringten Jungstörche sei seit 2012 dort wieder nachgewiesen worden, so Skov. Es sei deshalb wichtig zu wissen, wo die Störche bleiben oder wo sie zu Tode kommen. „Wenn wir wissen, was sie tötet und wo es passiert, können wir vielleicht etwas dagegen tun“, erläutert Skov.

Bekannte Gefahrenquellen

Jess Frederiksen, Vorsitzender von Storkene.dk, sagte der Nachrichtenagentur „Ritzau“, dass Hochspannungsmasten und Windkraftanlagen für die Störche gefährlich werden können; außerdem können sie bejagt oder vergiftet werden. Das Projekt soll seinen Worten nach dazu dienen, die Faktoren, die zum Tode der Jungstörche führen, genauer zu untersuchen.

Neben den Vögeln aus dem Nest in Schmedagger sollen Jungvögel aus Bækmarksbro/Westjütland und Gundsølille bei Roskilde besendert werden.

Viele Störche gibt es in Dänemark nicht mehr. Im vergangenen Jahr waren es sieben Brutpaare – fünf Paare in Jütland, zwei auf Seeland. Im Jahr zuvor waren es drei Brutpaare.

Der Grund, warum wir dieses doch recht kostspielige Projekt beginnen, ist, dass wir recht wenig darüber wissen, was die Jungstörche tun, wenn sie ihr Nest verlassen und gen Süden fliegen.

Hans Skov, Projektleiter, Storkene.dk

Sender wie eine Streichholzschachtel

Wie „Ritzau" meldet, wiegt der GPS-Sender 43 Gramm und ist etwas kleiner als eine Streichholzschachtel.

Laut Storkene.dk ziehen Störche aus Jütland vor allem nach Ost- oder gar nach Südafrika, um dort zu überwintern, sie gehören zur Ostgruppe (østtrækkere). Störche von Seeland zieht es als Mitglieder der Westgruppe (vesttrækkere) nach Spanien, Nordafrika oder Frankreich. Hans Skov zufolge zeigen Untersuchungen, dass deutlich mehr als die Hälfte der unerfahrenen Jungstörche diese Reise nicht überlebt. Und die längere Tour nach Südafrika ist risikoreicher.

Michael Kaatz aus Deutschland ist mit an Bord im GPS-Projekt. Foto: Michael Kaatz
Mehr lesen

Kulturkommentar

Meinung
Erik Becker
„Requiem für einen Fuchs“