Erneuerbare Energie

Windräder: „Lokalbevölkerung sollte Abstand und Kompensation bestimmen“

Windräder: „Lokalbevölkerung sollte Abstand und Kompensation bestimmen“

Neue Windräder: „Lokalbevölkerung sollte Abstand bestimmen“

Sonderburg/Sønderborg
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Wo in der Kommune neue Windkraftanlagen errichtet werden können, legt der neue und übergeordnete Flächennutzungsplan fest. Alle vier Jahre muss ein solcher erarbeitet werden. Foto: Morten Rasmussen/Biofoto/Ritzau Scanpix

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In den kommenden Jahren sollen in der Kommune Sonderburg neue Windkraftanlagen und Solarparks entstehen. Wo das potenziell möglich ist, ist im aktuellen Flächennutzungsplan der Kommune Sonderburg festgehalten. Das ist der Stand der Dinge.

Trotz Protesten von Anwohnerinnen und Anwohnern hat die Kommune Sonderburg fast alle Platzierungen für Windkraftanlagen und Solarparks als potenzielle Standorte beibehalten.

Der Stadtrat muss am Mittwoch noch die endgültige Entscheidung treffen, doch nach einer Abstimmung im Ökonomieausschuss stehen folgende 14 Standorte als sogenannte „Perspektivbereiche“ fest:

Auenbüll (Avnbøl), Solaranlagen

Auenbüll Ost (Avnbøløsten), Anlage für erneuerbare Energie (VE-anlæg)

Blans, Windkraftanlagen

Kvars (Kværs), Windkraftanlagen

Langesø, Solaranlagen

Lysabel (Lysabild), Solaranlagen

Maibüll (Majbøl), Solaranlagen

Mintebjerg, Solaranlagen

Pöhl (Pøl), Erneuerung bestehender Windkraftanlagen

Snogbækgård, Solaranlagen

Schwenstrup (Svenstrup ), Solaranlagen

Tumbüll (Tumbøl Søndermark), Windkraftanlagen

Ulderup (Ullerup Mark), Windkraftanlagen

Wester-Satrup (Vester-Sottrup), Solaranlagen

Lediglich der Vorschlag für den Windkraftanlagen-Standort Ertebjerg wurde wieder von der Liste mit Standorten gestrichen, da nationale Naturgesetze nicht mit den Plänen vereinbar waren. „Es bedeutet aber nicht, dass an allen 14 Standorten auch tatsächlich Projekte in die Tat umgesetzt werden“, sagt Bürgermeister Erik Lauritzen (Sozialdemokratie).

„Lösung, die lokale Unterstützung findet“

„Es ist uns wichtig, dass Projekte nicht gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger umgesetzt werden. Daher wollen wir Richtlinien erarbeiten und festlegen, nach denen Projektträger vorgehen. Das heißt, wenn ein Unternehmen konkrete Pläne für einen der Standorte hat, muss es mit den Menschen vor Ort in Dialog treten und eine Lösung ausarbeiten, die lokale Unterstützung findet.“

Voraussetzung für die Umsetzung eines Projektes ist, dass das Unternehmen mit der Lokalbevölkerung einen Konsens erzielt.

Erik Lauritzen

Im Laufe der nächsten Monate sollen diese Rahmenbedingungen festgelegt werden.

Wie dieser Dialog aussehen könnte, beschreibt Stadtratspolitikerin Kirsten Bachmann (Schleswigsche Partei). „Ziel ist es, herauszufinden, welches konkrete Modell der Gegend am meisten zu bieten hat. Das setzt voraus, dass Betroffene kompensiert werden und der wirtschaftliche Gewinn lokal umverteilt wird. Unserer Meinung nach sollte eine lokale Miteigentümerschaft geschaffen werden. Es müssen Lösungen gefunden werden, in denen sich die meisten wiederfinden können.“

Jedes Projekt benötigt einen Bebauungsplan

Kirsten Bachmann sagt ganz klar: „Die Lokalbevölkerung sollte Abstand und Kompensation selbst bestimmen.“

Wann erste neue Windkraftanlagen und Solarparks entstehen, ist davon abhängig, ob und wann konkrete Projekte vorliegen. Bürgermeister Lauritzen sagt: „Liegt ein Bauantrag vor, muss für jedes Projekt ein detaillierter Bebauungsplan erarbeitet werden. Und wie zuvor erwähnt: Voraussetzung für die Umsetzung eines Projektes ist, dass das Unternehmen mit der Lokalbevölkerung einen Konsens erzielt.“

Eine Übersicht und weitere Informationen zu den Standorten sowie dem Klimaplan der Kommune gibt es hier.

 

 

 

 

 

 

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