Sonderburg

Selbstgemachtes Aspik war Schuld an „Wurstvergiftung“

cvt/Ritzau
Sonderburg/Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Karin Riggelsen (Archiv)

Im Juni waren neun ältere Personen in Sonderburg mit dem Verdacht auf die äußerst seltene sogenannte Wurstvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Jetzt ist geklärt, wie es zu der Vergiftung kam. Doch ein Rätsel bleibt.

Es war selbstgemachtes Aspik, durch das neun ältere Personen sich im Juni mit dem Gefährlichen Botulismus – im Volksmund auch „Wurstvergiftung“ genannt – infiziert hatten. Das haben die Ermittlungen der Lebensmittelbehörde, des Instituts für Infektionskrankheiten „Statens Serum Institut“ und der Technischen Universität DTU ergeben.

„Die Untersuchungen haben dennoch nicht endgültig klären können, wie es dazu kam, dass das Gericht krankheitserregend wurde“, schreiben die Forscher in einer Pressemitteilung.

Die neun Personen wurden bei einem Abendessen im Rahmen einer privaten Feier in Sonderburg infiziert. Anschließend zeigten sich in verschiedenen Graden Symptome von Botulismus.

Laut Untersuchung war der Ausbruch auf die neun Personen begrenzt, die zusammen gegessen haben. Nach dem Vergiftungsverdacht waren alle elf Teilnehmer des Treffens ins Krankenhaus nach Sonderburg gebracht worden. Es handelte sich um Rentner im Alter von 65 bis 80 Jahre.

Bei sieben von ihnen wurde Botulismus festgestellt – durch einen Test an Mäusen. Bereits vor einem Monat wurde veröffentlicht, dass ein selbstgemachtes Gericht Schuld an der Erkrankung war. Welches, das wollte die Lebensmittelbehörde damals nicht bekanntgeben.

Die Experten sind sich nun sicher, dass das Aspik (dän. gelérand) Schuld am Ausbruch der Krankheit war. Reste des Essens aus einem Mülleimer wurden ebenso untersucht wie ein Glas mit Resten der Steinbeißerrogen, die für das Gericht verwendet wurden.

Wie die Experten schließen, handelte es sich um einen einzigartigen Vorfall, der dadurch zustande kam, dass die Lebensmittel zu lange bei zu hoher Temperatur gelagert wurden.

Der Rat der Experten: „Als Verbraucher sollte man darauf achten, Lebensmittel nach den Anweisungen, die auf dem Produkt stehen, zu lagern. Für bestimmte Typen von Konservenprodukten, zum Beispiel für Steinbeißerrogen, ist es wichtig, dass sie im Kühlschrank gelagert werden.“

Mehr lesen