Knivsbergfest

Schlie: „Es ist immer ein tolles Fest“

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Knivsberg/Knivsbjerg  
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Foto: Volker Heesch

Der Präsident des schleswig-holsteinischen Landtages, Klaus Schlie, gratulierte beim Knivsbergfest dem Deutschen Jugendverband zum 70-jährigen Bestehen. Festrednerin Marieke Heimburger berichtete von ihrem Weg als unpolitische Person zur SP-Kandidatin.

„Für mich ist es immer eine große Freude zum Knivsbergfest zu kommen. Es ist immer ein tolles Fest“, schwärmte während des Empfangs im Rahmen der diesjährigen Veranstaltungen an der traditionellen Versammlungsstätte der deutschen Nordschleswiger Schleswig-Holsteins der gerade wiedergewählte Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU). Der Politiker nutzte seine Ansprache vor über 100 Teilnehmern im Saal der Bildungsstätte vor allem, um dem Deutschen Jugendverband für Nordschleswig 70 Jahre nach seiner Gründung für dessen Einsatz für die deutsche Volksgruppe, aber vor allem auch für die europäische Zusammenarbeit, zu danken. „Die europäische Einigung wird hier im Jugendverband praktisch gelebt“, so der Präsident des Landtags, der anlässlich des Todes von Altbundeskanzler Kohl, der sich so stark für den Europagedanken engagiert hatte, das Engagement für die europäischen Einigung angesichts der vielen aktuellen Krisen als „wichtiger als je zuvor bezeichnete“. Die Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, Renate Schnack, würdigte ebenfalls den 70. Geburtstag des Verbandes und betonte dessen internationale Rolle, unzähligen Menschen aus anderen Ländern auf dem Knivsberg Erfahrungen zur Entwicklung eines friedlichen Zusammenlebens zwischen Minderheiten und Mehrheiten zu vermitteln.

Dank für den Einsatz

Der Vorsitzende des Jugendverbandes, Jasper Andresen, ging in seiner Ansprache auf die erfolgreichen Bemühungen ein, den Jugendverband innerhalb der Minderheit wieder in den Vordergrund zu rücken. Er erinnerte daran, dass fast alle Nordschleswiger im Verlauf ihres Lebens mit dem Jugendverband in Berührung kämen, beim Sport, durch dessen Musiksparte oder durch die vielen Freizeitangebote. Er dankte den vielen Mitarbeitern und Ehrenamtlichen im Jugendverband für deren Einsatz und sprach die Hoffnung aus, dass man noch viele Jahre weiter erfolgreich tätig sein könne.

„Für mich steht die SP für Weltoffenheit und Pragmatismus.“

Festrednerin war in diesem Jahr Marieke Heimburger aus Tondern, die sich als Zugezogene mit nach 20 Jahren nicht ganz geglückter sprachlicher Integration in Nordschleswig vorstellte, da sie zwar Dänisch gelernt habe, aber nicht Sønderjysk, die Sprache der Schleswigschen Partei (SP). Sie verriet in ihrer Rede, in der sie über ihr Engagement im Behindertenrat und ihr Leben mit ihren behinderten Kindern berichtete, dass sie eigentlich ein unpolitischer Mensch sei, aber die positiven Begegnung mit örtlichen SP-Kommunalpolitikern in Tondern sie bewegt hätten, in der Kommunalpolitik einzusteigen und für die SP bei den bevorstehenden Kommunalwahlen zu kandidieren. „Für mich steht die SP für Weltoffenheit und Pragmatismus. Natürlich spricht mich an, dass die SP die deutsche Partei ist. Gleichzeitig bewerte ich es positiv, dass sich die SP nicht dezidiert für das Deutsche und womöglich im Gegensatz und abgrenzend zum Dänischen einsetzt“, so Marieke Heimburger .Es gehe um das aller und fügte hinzu: „Die Sprache der SP – Sønderjysk – werde ich sicher nie sprechen. Aber solange wir im übertragenen Sinne die gleiche Sprache sprechen, fühle ich mich zu Hause.“

Der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen, nutzte seine Ansprache, um für die Unterstützung der europäischen Pro-Minderheiten-Bürgerinitiative, Minority SafePack, zu werben. Er kündigte an, dass im Herbst zwei neue, zweisprachige Knivsbergschilder, an der Autobahn in Nordschleswig aufgestellt werden.

Kiel bringt Schwung in 2020-Vorbereitung

„Wir mussten jetzt erst einmal die Wahlen und die Regierungsbildung abwarten. Aber nun laufen die Vorbereitungen in Schleswig-Holstein für die Würdigung der Volksabstimmung und die Grenzziehung 2020 an“, erklärte Klaus Schlie (CDU) gegenüber dem Nordschleswiger. „Es wird dafür ein Ausschuss gebildet“, so der Politiker und sagte zu Berichten über Desinteresse im Umfeld der Bundesregierung in Berlin an dem Grenzjubiläum, dass es dort wohl Missverständnisse gebe, worum sich das Jubiläum dreht. „Heute geht es bestimmt nicht darum, ob jemand 1920 eine Abstimmung verloren hat“, so Schlie und verwies darauf, dass man das bevorstehende Jubiläum dazu nutzen werde, um an die friedliche Entwicklung im deutsch-dänischen Grenzland zum Miteinander und Füreinander zu erinnern. „Wir werden Berlin schon in Schwung bringen“, so der Landtagspräsident.

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