Urlaub in der Region

Ein Sommertag auf Schloss Gramm

Ein Sommertag auf Schloss Gramm

Ein Sommertag auf Schloss Gramm

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Gramm/Gram
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Schloss Gramm eignet sich dieser Tage bestens für einen Ausflug mit der gesamten Familie. Foto: Karin Riggelsen

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Im Juli mahlen die Mühlen in Dänemark vielerorts etwas langsamer. Nicht so auf Schloss Gramm. Dort steppt – vor allem donnerstags – der Bär. „Der Nordschleswiger“ war vor Ort und hat sich umgeschaut.

Sommermarkt, Livemusik, Kaffeetafel und Detektivspiel – in dem sonst eher verschlafenen Städtchen Gramm herrscht in den Sommerferien reger Trubel. Mit seinem vielfältigen Programm für Groß und Klein lockt Schloss Gramm derzeit Touristen aus dem ganzen Land in die kleine Stadt im Westen der Kommune Hadersleben, so auch Familie Brandhøj-Spaabek von der Ostseeinsel Fünen.

Kinderfreundliches Ambiente

„Wir machen nicht das erste Mal in Gramm halt“, erzählt Pia Brandhøj. Sie und ihr Mann Torben Spaabek haben sich in diesem Jahr für coronafreundliche Ferien entschieden und machen mit dem Campingwagen eine kleine Rundreise durchs Land. Ein mehrtägiger Zwischenstopp in Gramm durfte dabei laut Brandhøj nicht fehlen. „Uns gefällt es hier gut, die Natur, die Umgebung, und alles ist sehr kinderfreundlich“, sagt Pia Brandhøj und verweist auf den Naturspielplatz, der zum Schloss gehört.

In diesem Jahr findet der Sommermarkt auf Schloss Gramm coronabedingt nur im Freien statt. Foto: Karin Riggelsen
Blütenmeer entlang der Grammer Au Foto: Karin Riggelsen

Bevor sie weiterziehen, schlendert die Familie noch einmal über den Sommermarkt, der wie jedes Jahr in den Sommerferien immer donnerstags auf dem Hof von Gut Gramm stattfindet. „Normalerweise haben wir auch drinnen einige Stände aufgestellt, aber wegen Corona findet der Markt diesmal nur im Freien statt“, erklärt Rezeptionschefin Sine O’Neill.

Ein Schnaps namens Gramm

Auf dem Sommermarkt mit Live-Musik und Grillwürstchen lässt sich dennoch jede Menge entdecken. Neben vielen Flohmarktständen hat auch Carsten Juul aus Ulstrup in Mittjütland seinen Stand aufgebaut. Er präsentiert bereits zum dritten Mal in Folge die Kräuterschnäpse seines Unternehmens „Flora Danica“ auf dem Markt an der Grammer Au. Dass er Jahr für Jahr nach Nordschleswig zurückkehrt, ist kein Zufall: „Ich kenne die Gewohnheiten der Nordschleswiger. Die trinken gerne“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Pia Brandhøj probiert einen von Carsten Juuls selbstgebrannten Kräuterschnäpsen. Foto: Karin Riggelsen
Immer donnerstags lädt der Sommermarkt auf Gut Gramm in den Sommerferien zum Stöbern ein. Foto: Karin Riggelsen

Mittlerweile hat er der Schlossstadt auch einen eigenen Kräuterschnaps gewidmet: „Gram 6510“ heißt der Hochprozentige. Zudem verspürt der Ulstruper eine gewisse Verbundenheit mit dem Landesteil: „Meine Kinder wohnen mit ihren Familien in Nordschleswig. Meine Enkelkinder besuchen sogar die deutsche Schule“, so Juul.

Rätselraten im Schloss

Wer auf dem Kunsthandwerk- und Trödelmarkt nicht fündig wird, kann sich im Schloss selbst auf Rätselsuche begeben. Dort haben Liva Wagner Hinnerfeldt, Mathias Nilsson und Jakob Maagard vom Unternehmen „Mysteriet“ zusammen mit den Schlossherren Sanne und Svend Brodersen ein Erlebnis-Konzept auf die Beine gestellt, das die Besucher in ein geheimnisvolles Live-Schauspiel eintauchen lässt.

Die Gäste sind beim Detektivrätsel auf Schloss Gramm ganz nah an den Schauspielerinnen und Schauspielern dran. Foto: Karin Riggelsen
Wer als unsichtbarer Detektiv am Rätselraten auf Schloss Gramm teilnimmt, taucht ein in die Welt des 17. und 18. Jahrhunderts. Foto: Karin Riggelsen

„Wenn die Besucher das Schloss betreten, begeben sie sich als unsichtbare Detektive auf eine Reise in das 17. bis 18. Jahrhundert“, erläutert Liva Wagner Hinnerfeldt die Idee hinter dem Rätselspiel. „Es gibt drei kleine und ein Haupträtsel, die es durch das Mitverfolgen des Live-Schauspiels und Herumstöbern im Schloss zu lösen gilt.“ Das Besondere an dem Rätselkonzept sei, dass man alles live miterlebt und nicht weiß, was auf einen zukommt, so Hinnerfeldt: „Man tritt sozusagen in den Alltag der Figuren ein.“

Kaffeetafel à la Nordschleswig

Bei Ditte Svendsen aus Kopenhagen und Nicoline Rosengreen Munk, die mit ihrer Familie aus Bornholm angereist war, kam das Mitmach-Detektivrätsel im Schloss gut an. „Das war fantastisch. Die Schauspieler sind wirklich authentisch.“ Zwei Stunden lang sind die beiden Frauen mit ihren Familien im Grammer Schloss den Rätseln auf den Grund gegangen. „Die Kinder fanden es spannend“, sagt Ditte Svendsen, und Rosengreen Munk ergänzt lachend: „Man muss nicht einmal Kinder dabeihaben, um Spaß an dem Detektivspiel zu haben.“

Familie Pedersen aus Kopenhagen lässt sich die nordschleswigsche Kaffeetafel nicht entgehen. Die vierköpfige Familie verbringt ihren Urlaub in einem Sommerhaus bei Flauth (Flovt). Foto: Karin Riggelsen
Nach zwei Stunden Rätselraten auf Schloss Gramm gönnen sich Ditte Svendsen und Nicoline Rosengreen Munk mit ihren Familien eine kleine Pause an der neuen Badebrücke am Schlosssee. Foto: Karin Riggelsen

Eine Entdeckungsreise der kulinarischen Art erwartet die Besucher von Schloss Gramm in der Holsteiner Scheune: Dort wird jeden Donnerstag eine Kaffeetafel à la Nordschleswig („Sonderjysk Kaffebord“) mit 21 verschiedenen Kuchensorten aufgetischt. Wer Lust hat, sich durch die Vielzahl nordschleswigscher Backspezialitäten zu probieren, sollte sich jedoch beeilen, wie Rezeptionschefin Sine O’Neill verrät: „Die Nordschleswigsche Kaffeetafel ist sehr beliebt. Tickets gibt es erst wieder für den 5. August zu kaufen.“

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