Bildung

Ministerium setzt VUC-Vorstand ab

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Haderslev
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Die „Lebenstreppe“ der deutsch-dänischen Künstlerin Heidi Guthmann Birck vor dem VUC Syd. Ein kommissarisch eingesetzter Vorstand soll in den kommenden vier Wochen untersuchen, ob die Erwachsenenbildungseinrichtung eine Überlebenschance hat. Foto: Ute Levisen

Der VUC-Vorstand wurde vom Unterrichtsministerium mit sofortiger Wirkung entlassen. Ein kommissarisch eingesetztes Leitungsgremium soll nun die finanzielle Situation des VUC Syd untersuchen.

Das Unterrichtsministerium hat den Vorstand der Erwachsenenbildungseinrichtung VUC Syd mit Hauptsitz in Hadersleben mit sofortiger Wirkung des Amtes enthoben. Ein kommissarisch eingesetztes Leitungsgremium soll bis zum 15. Oktober die finanzielle Situation des VUC Syd unter die Lupe nehmen. Nachfolgend wird die Behörde für Unterricht und Qualität (STUK) in Regie des Bildungsministeriums entscheiden, ob und wenn ja, in welcher Form, das VUC seinen Betrieb fortsetzen kann.

In einer Presseerklärung von „Styrelsen for Undervisning og Kvalitet“ heißt es, dass die Institution in ernstlichen finanziellen Schwierigkeiten steckt. STUK findet noch deutlichere Worte: Sowohl der jetzige Vorstand, vor allem aber der frühere Vorstand hätten die Zukunft des VUC Syd in Gefahr gebracht. „Wir nehmen die Entscheidung des Ministeriums zur Kenntnis“, sagte die bisherige Vorstandsvorsitzende, Stadtratspolitikerin Signe Knappe (V).

Der neue Vorstand unter ihrem Vorsitz, der vor vier Monaten seine Arbeit aufgenommen hatte, sei sich durchaus darüber im Klaren gewesen, dass er keine einfache Aufgabe übernehme, so die Politikerin: „Und je intensiver wir uns mit der Arbeit befasst haben, umso klarer wurde uns, dass der Umfang der Herausforderungen nicht minder geworden ist.“ Die kommissarische Leitung habe ganz andere Möglichkeiten, als der Vorstand, so Knappe.
VUC-Syd-Direktor Asbjørn Nielsen rechnet damit, noch am Dienstag mit der neuen Leitung zu sprechen. Bis dahin wolle er die neueste Entwicklung an seiner Einrichtung nicht kommentieren, wie er am Dienstag gegenüber unserer Zeitung sagte.

Der frühere Vorstandsvorsitzende des VUC Syd, Haderslebens Bürgermeister H. P. Geil (Venstre), wollte die jüngste Entwicklung nicht kommentieren, da er den Hintergrund für die Entscheidung nicht kenne. Mit Worten spart indes nicht der sozialdemokratische Folketingsabgeordnete Jesper Petersen, Hammeleff, auf seiner FB-Seite: Es zeige sich, dass eine Amtsenthebung H. P. Geils als Vorstandsvorsitzender in den problematischen Jahren berechtigt gewesen wäre. Petersen bezeichnet die Situation des VUC Syd als äußerst kritisch: Es gehe um eine der wichtigen Ausbildungseinrichtungen in Nordschleswig: „Man stelle sich mal vor, das VUC Syd muss schließen!“

„Zutiefst problematisch“

Auch die Gewerkschaftsvorsitzende von „Gymnasieskolernes Lærerforening“, Annette Nordstrøm Hansen, sagte, es sei zutiefst problematisch, sollte sich das Ministerium für eine Schließung des VUC Syd entscheiden. Sie kündigte an, die Gewerkschaft werde ihren Mitgliedern am VUC Syd auch weiterhin Beistand leisten. Die Entscheidung des Ministeriums, den Vorstand zu entlassen, ist wenngleich nicht einzigartig, so doch ausgesprochen selten: lediglich einmal zuvor, 2012, hat das Ministerium einen Vorstand seines Amtes enthoben. Die betroffene Schule war „Nordsjællands Erhvervsskole“.

Die neue Leitung besteht aus der Vorsitzenden von VUC Bestyrelsesforeningen, Ulla Koch, dem Vorsitzenden von Campus Bornholm, Laust Joen Jacobsen, dem geschäftsführenden Direktor von Rybners, Peter Amstrup, und dem früheren Abteilungschef im Unterrichtsministerium und jetzigen Vorstandsmitglied von Vestegnen HF & VUC, Lars Mortensen. Das Gremium übernimmt alle Aufgaben des bisherigen Vorstandes.

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