Gehörlosenschule

Hilfsarbeit für Gambia kommt coronabedingt ins Stocken

Hilfsarbeit für Gambia kommt coronabedingt ins Stocken

Hilfsarbeit für Gambia kommt coronabedingt ins Stocken

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Gudrun Jørsing (l.) mit Schauspielerin Bodil Jørgensen. Die Schauspielerin unterstützte im Frühjahr 2019 Jørsings humanitäre Arbeit. Foto: Karin Riggelsen

Nach mehr als drei Jahrzehnten hat eine Seniorin aus Hadersleben erstmals ihr humanitäres Engagement gedrosselt. Die virtuelle Interaktion zwischen der Domstadt und der afrikanischen Republik ist ungebrochen.

Gudrun Awa Jørsing aus Hadersleben hat vor nunmehr 32 Jahren die Initiative zu einer Hilfsaktion in Westafrika ergriffen. Bei einer Urlaubsreise nach Banjul in der kleinen Republik Gambia wurde Jørsing auf die Schule für Gehörlose, „St. John's School for the Deaf“, aufmerksam.

Die Schule ist ein Teil der katholischen Mission. Jørsing ist seitdem tief ergriffen von der Arbeit mit hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen. Sie entschloss sich, der Schule und den Schülern durch Geld- und Sachspenden unter die Arme zu greifen. Die humanitäre Arbeit ist seitdem ein wichtiger Teil ihres Lebens.

Dank Jørsings Wohltätigkeit können unter anderem die Schulbusse in Gang gehalten werden. Foto: Privat

Sponsoren unterstützen Haderslebenerin

Seit 1988 ist es Jørsing mithilfe wohlwollender Sponsoren gelungen, über 5 Millionen Kronen nach Gambia zu vermitteln. Des Weiteren verschiffte die Haderslebenerin 46 Container mit Spenden. Das erzählte Gudrun Awa Jørsing im Sommer 2019, als sie ihr Augenmerk auf nachhaltige Monatshygiene für die Schülerinnen richtete.

Gudrun Awa Jørsing hat eine Zusammenarbeit mit der Firma „Real Relief“ in Kolding eingeleitet. Im Frühjahr des Vorjahres kamen die wiederverwendbaren Produkte von „Real Relief“ ins Spiel. Die Binden aus schnell trocknendem Stoff können bis zu 100-mal gewaschen werden. Gudrun Awa Jørsing hofft, dass sie für dieses Projekt viele Sponsoren gewinnen kann.

Gudrun Awa Jørsing ist oft nach Gambia gereist, um die Schule zu besuchen. Die Seniorin aus Hadersleben konnte sich stets darüber freuen, dass Schüler und Lehrer sie mit offenen Armen begrüßten. Foto: Privat

Aktivitäten eingestellt

Die Corona-Krise stellte Jørsings Hilfsarbeit ein Bein. Von einem Tag auf den anderen musste sie ihre Projekte aufs Eis legen. Die Seniorin zählt zur Corona-Risikogruppe. Als die Pandemie in den Frühlingsmonaten in Dänemark wütete, hielt sich die Haderslebenerin strikt an die Abstandsregeln und Hygienevorschriften.

Während der vergangenen Monate konnte Jørsing weder Konzerte noch Vorträge veranstalten und somit auch keine Mittel für die Schule zurücklegen. Die virtuelle Interaktion zwischen der Domstadt und der afrikanischen Republik ist ungebrochen, und Gudrun Awa Jørsing tauscht sich täglich mit ihrer Kontaktperson aus.

„Ich habe die Zeit genutzt, um alte Unterlagen zu entsorgen und Pläne für neue Events zu schmieden“, erzählt Jørsing, die vor vier Jahren den Verein „Awa Aid“ gründete. Interessierte können sich auch auf der Homepage www.stjohns.dk über Jørsings Wohltätigkeit informieren.

Britta Beck (l.) unterstützte Gudrun Awa Jørsing bei dem Event mit Bodil Jørgensen im SMUK-Musikhaus. Foto: Karin Riggelsen
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