Kommunalwahl

Erste Wahlplakate von Vandalismus betroffen

Erste Wahlplakate von Vandalismus betroffen

Erste Wahlplakate von Vandalismus betroffen

Annika Zepke
Annika Zepke Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Hans Fedder Kley, Kampagnenmitarbeiter der Schleswigschen Partei und selbst SP-Kandidat bei der Kommunalwahl in Hadersleben, machte sich am späten Dienstagabend ein Bild von den beschädigten Wahlplakaten. Foto: Annika Zepke

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Im gesamten Land werden Berichten zufolge Wahlplakate beschmiert und abgerissen. Die Kommune Hadersleben stellt in diesem Fall keine Ausnahme dar. Dort hat es die Wahlplakate eines Sozialdemokraten und einer Kandidatin der Schleswigschen Partei erwischt.

Kopfüber hängt das Wahlplakat von Sabina Wittkop-Hansen, Schleswigsche Partei (SP), derzeit an einem Laternenmast vor dem Gebäude des University College Syd. Auch das Plakat des Kandidaten der Sozialdemokratie, Claus Anton Michaelsen Byg, hängt nicht länger an seinem vorgesehenen Platz, sondern liegt achtlos im Gebüsch am Straßenrand.

Die beiden Plakate sind in den vergangenen Tagen allem Anschein nach Vandalismus zum Opfer gefallen. „Wir sind von der Kommune benachrichtigt worden, dass unser Plakat abgerissen wurde“, erzählt Hans Fedder Kley, Kampagnenmitarbeiter der Schleswigschen Partei und selbst SP-Kandidat in der Kommune Hadersleben. Das University College Syd (UC Syd) habe die Kommune am Montag auf diesen Vorfall aufmerksam gemacht, so Kley.

Landesweites Problem

Im gesamten Land werden Berichten des dänischen Rundfunks („DR“) zufolge Wahlplakate beschmiert, beschädigt oder abgerissen. Kasper Møller Hansen, Wahlforscher und Professor am Institut für Staatswissenschaften an der Universität Kopenhagen, erklärte in diesem Zusammenhang, dass die Beschädigung von Wahlplakaten „recht normal“, wengleich gesetzwidrig, sei.

Ich glaube nicht, dass das gegen uns als Person oder unsere Parteien gerichtet ist.

Sabina Wittkop-Hansen, Kandidatin für die Schleswigsche Partei in Hadersleben

„Wir haben die Kandidaten bei der jüngsten Kommunalwahl dazu befragt, und ein Drittel der Befragten hat angegeben, dass sie Derartiges erlebt haben“, so der Wahlforscher gegenüber „DR“.

Flügelparteien verstärkt betroffen

Laut Møller Hansen laufen jedoch vor allem die Wahlplakate der rechten und linken Flügelparteien Gefahr, Opfer von Sachbeschädigungen zu werden: „Bei der jüngsten Wahl haben wir gesehen, dass insbesondere die bürgerlichen Parteien Liberale Allianz, Dänische Volkspartei und Neue Bürgerliche Sachbeschädigungen ausgesetzt waren.“ Die Wahlplakate der Parteien der politischen Mitte seien hingegen weniger von Schmierereien und Ähnlichem betroffen gewesen.

Er weist jedoch auch darauf hin, dass der Standort des jeweiligen Plakats ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen kann. „Es hängt auch damit zusammen, wo die (Wahlplakate; Anmerkung der Redaktion) aufgehängt wurden und wo die Wähler sind“, erklärt Kasper Møller Hansen.

Auch das Wahlplakat des Sozialdemokraten Claus Anton Michaelsen Byg wurde abgerissen. Hans Fedder Kley fand es im Gebüsch vor dem University College Syd. Foto: Annika Zepke

Kandidaten gehen von Dummejungenstreich aus

Die beiden betroffenen Kandidaten aus Hadersleben, Sabina Wittkop Hansen und Claus Anton Michaelsen Byg, sehen das Abreißen ihrer Wahlplakate ebenfalls nicht als Angriff auf ihre Person oder als Kritik an ihrer Partei: „Das ist selbstverständlich traurig und ein Problem für die Demokratie“, meint Byg, „ich könnte mir aber vorstellen, dass diejenigen, die das Plakat abgerissen haben, sich einen Spaß erlauben wollten.“

Dass sein Plakat abgerissen wurde, weil es nicht den Vorgaben entsprechend aufgehängt wurde, schließt Byg hingegen aus: „Ich habe bei all meinen Wahlplakaten sehr genau darauf geachtet, mich an die Richtlinien zu halten.“

Sabina Wittkop-Hansen von der Schleswigschen Partei ist ebenfalls überzeugt davon, dass hinter den abgerissenen Wahlplakaten keine böse Absicht steckt: „Das waren bestimmt einfach junge Leute, die zu viel Überschuss haben“, sagt sie mit Blick auf den Standort der Plakate. „Ich glaube nicht, dass das gegen uns als Person oder unsere Parteien gerichtet ist.“

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