Kommentar

Drei Affen und ein Schwarzer Peter

Ute Levisen
Ute Levisen Lokalredakteurin
Hadersleben/Haderslev
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In einem vorläufigen Bericht über die Zustände am VUC Syd äußert das Bildungsministerium vernichtende Kritik an Vorstand und Leitung. Foto: Ute Levisen

Ein Kommentar zur Situation an der Erwachsenenbildungseinrichtung VUC Syd mit Hauptsitz in Hadersleben.

Das nächste Kapitel der unglaublichen Geschichte über das VUC Syd mit Hauptsitz in Hadersleben wird vor Beginn der Sommerferien geschrieben. Es ist ein besonders Trauriges, da viele Schicksale damit verbunden sind: Mindestens 30 Lehrkräfte wird das VUC entlassen, da sie nicht die vom Ministerium vorgeschriebene Lehrbefähigung haben. Lediglich eine Minderheit hat die Chance, das Pädagogikum binnen eines Jahres nachzuholen. Dies ist nicht zuletzt eine Frage des Geldes, das das VUC Syd nicht hat. Im Gegenteil, es ist auf den Goodwill seines Ministeriums angewiesen, da es in Sachen Finanzen der Erwachsenenbildungseinrichtung noch einige Unbekannte gibt – mit Blick auf eventuelle weitere Rückzahlungsforderungen.

Die drei stellvertretenden Direktoren sind suspendiert. Gegen die ehemalige Führung, Ex-Direktion und Ex-Vorstand, leitet der neue Direktor – sein neuer Vorstand gibt ihm Rückendeckung – eine juristische Untersuchung ein, ob sie für die Zustände am VUC Syd, die seit dem Vorjahr immer wieder für Schlagzeilen sorgen, zur Rechenschaft gezogen werden kann. Ihre Manöver erinnerten an die drei Affen: Nichts hören, nichts sagen, nicht sehen! Dabei ist die ehemalige Führung sehenden Auges ins Verderben gerannt – hat Warnungen in den Wind geschlagen. Ihre Opfer sind Schüler, längst nicht alle, aber jene, die nicht adäquat unterrichtet worden sind, und jene Lehrer, die die frühere Leitung – aus Kostengründen – eingestellt hat – wohl wissend, dass sie nicht die vorgeschriebene Qualifikation aufweisen.

Aber auch die (Ex-)Mitarbeiter, die psychisch unter diesem, von unserer Zeitung beschriebenen „Regime der Angst“ auf der Strecke geblieben sind, dürfen in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden! Es ist daher nur recht und billig, dass diejenigen, die für die Misere verantwortlich sind, zur Verantwortung gezogen werden. Der neue Direktor und sein neuer Vorstand sind somit auf dem rechten Weg.

Eine echte Wahl hatten sie nicht! Die Alternative wäre eine Übernahme der Leitung des VUC Syd durch das Bildungsministerium gewesen. Was die Untersuchung gegen die einstige Führungsetage bringen wird? – Wir wissen es nicht. Eines ist indes ganz gewiss: Den Schwarzen Peter hat sie sich redlich verdient.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Chance für DR“