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Friedliche Demo in Hadersleben für dauerhaften Frieden

Friedliche Demo in Hadersleben für dauerhaften Frieden

Friedliche Demo in Hadersleben für dauerhaften Frieden

Hadersleben/Haderslev
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Die Demonstration machte vor allem auf das Leid der vielen Kinder aufmerksam, die Opfer des Krieges sind. Foto: Privatfoto

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Zwischen 200 und 300 Menschen beteiligten sich am Wochenende an der Kundgebung der palästinensischen Gemeinschaft in Hadersleben. Sie gingen für eine dauerhafte Beilegung des Konflikts im Gazastreifen auf die Straße. „Es war eine friedliche Demonstration – und es hat viele interessierte Fragen gegeben“, sagt Rima Jamal vom Organisationsteam.

Die momentane Feuerpause im Gaza-Krieg begrüßt die palästinensische Gemeinschaft in Hadersleben zwar. Doch sie will mehr: „Wir streben eine dauerhafte Lösung an – und dafür gehen wir auf die Straße“, sagt Rima Jamal.

Sie ist eine der Organisatorinnen der Kundgebung am vergangenen Wochenende in Hadersleben. Zwischen 200 und 300 Menschen haben sich daran beteiligt.

Zwischen 200 und 300 Menschen beteiligten sich am vergangenen Sonnabend an der Kundgebung durch die Innenstadt. Foto: Privatfoto

Reges Interesse

Rima Jamal ist zufrieden mit dem Ablauf: „Es war eine friedliche Kundgebung mit Reden von Betroffenen. Am Rande gab es Fragen von Zuhörenden, etwa zu unserem Anliegen. In der breiten Bevölkerung weiß man recht wenig von dem Krieg in Gaza.“

 

Zwölfjähriger berichtet von seiner Flucht

Der 12-jährige Mohammed kam vor fünf Jahren von Syrien nach Dänemark. Er berichtete von traumatisierenden Erlebnissen auf seiner Flucht.

Zu den Rednerinnen gehörte auch Musiklehrerin Helene Hellesøe Appel von der Haderslebener Partei Einheitsliste.

Die Kundgebung verlief friedlich. Foto: Privatfoto

Politikerin: Dem Unfassbaren ins Auge sehen

„Es macht mich wütend, an all die Lieder zu denken, die die Getöteten nie singen werden, die Freundschaften, die sie nie erleben werden“, sagte sie in ihrer Ansprache. Die Politikerin warnte davor, die Hände in den Schoß zu legen – und tatenlos zuzusehen.

„Was können wir in Hadersleben tun? Die Leute sagen oft: Nichts. Das stimmt nicht! Wir müssen uns die Geschichten der Leidtragenden anhören, dem Unfassbaren ins Auge sehen, auch wenn es grausame Bilder sind. Wir haben eine Verantwortung.“

 

Etwa die Hälfte der Kriegsopfer in Gaza sind Kinder. Foto: Privatfoto

Eine Beilegung des Konflikts ist trotz der mehrtägigen Feuerpause in Gaza nicht in Sicht. Rima Jamal sagt, sie wisse auch nicht, wie eine dauerhafte Lösung für die Menschen dort aussehen könnte: „Dieser Konflikt währt nun schon 75 Jahre. Antworten zu finden, das fällt mir schwer. Ich lebe jetzt in Dänemark, habe ein Dach über dem Kopf – und meine Kinder um mich.“

Dennoch gibt die Wahl-Haderslebenerin nicht auf: „Wir warten ab, wie sich das Ganze in den nächsten beiden Wochen weiterentwickelt. Dann machen wir den nächsten Schritt.“

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