Deutscher Tag 2023

Peter Diedrichsen erhält Nordschleswig-Preis: „Ich war völlig überrascht“

Peter Diedrichsen erhält Nordschleswig-Preis: „Ich war völlig überrascht“

Peter Diedrichsen erhält Nordschleswig-Preis

Tingleff/Nordschleswig
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Damit hat Peter Diedrichsen nicht gerechnet: Er ist Empfänger des Nordschleswig-Preises 2023. Foto: Karin Riggelsen

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Die Festveranstaltung zum Deutschen Tag endete auch in diesem Jahr mit der Verleihung des Nordschleswig-Preises. Auch wurde bekannt gegeben, auf wen in diesem Jahr die Wahl für das Auslandspraktikum gefallen ist.

Auch in diesem Jahr endeten die Festlichkeiten zum Deutschen Tag mit einem besonderen Programmpunkt, der traditionell zwei Personen große Freude beschert: die Verleihung des Nordschleswig-Preises und die Verkündung, wer sich in diesem Jahr über das Legat der Jes Schmidt Stiftung für einen Studienaufenthalt 2024 in Singapur freuen kann.

Der Nordschleswig-Preis gilt als höchste Anerkennung fürs Ehrenamt. Der Preis ist mit 5.000 Kronen von der Kreditbanken dotiert. Zudem vergibt die Stiftung in Zusammenarbeit mit der Firma Jebsen & Co in Hongkong sowie der Firma Jebsen & Jessen in Singapur ein dreimonatiges Praktikum − abwechselnd in Hongkong oder Singapur. 

Der Nordschleswig-Preis geht an …

Die Laudatorin Ilse Friis lässt in ihrer Ansprache nicht viel Raum für Spekulationen – bereits als sie das erste Mal den Sport Faustball nennt, kann man förmlich hören, wie die Groschen bei manch einem fallen – und, wenn man so will, es auch in den Gesichtern lesen. Denn von wem, wenn nicht Peter Diedrichsen, dem Herrenheadcoach des Team Nordschleswig und des Team Denmark Faustball, kann da die Rede sein?

Und der ist gerade frisch eingetroffen – unter fadenscheinigem Vorwand hat man ihn von dem Kindergeburtstag weglocken können, der an diesem Sonnabend bei dem Familienvater ansteht. Er solle von einem Team des „NDR“ interviewt werden – davon geht der Faustball-Coach aus.

Langsam schöpft Peter Diedrichsen Verdacht. Foto: Karin Riggelsen

Umso überraschter begibt sich Diedrichsen also auf die Bühne und nimmt den Preis entgegen. 

„Ich war völlig überrascht und habe damit überhaupt nicht gerechnet“, sagt der sichtlich bewegte Gewinner, nachdem er den Preis in Empfang genommen hat. „Erst als Uffe (Iwersen, BDN-Kulturkonsulent, d. Red.) etwas hibbelig wurde, habe ich langsam etwas geahnt.“ Andere hätten den Preis viel mehr verdient, bemerkt Diedrichsen zudem ganz bescheiden. Auf die Frage, ob er schon wisse, wie er das Preisgeld verwenden werde, sagt er, in jedem Fall werde es in den Faustball fließen.

Diedrichsens Frau war eingeweiht – für sie und die gemeinsame Tochter, das Geburtstagskind, bekommt der Trainer ebenfalls eine kleine Aufmerksamkeit überreicht. Und so bricht die Familie auch direkt wieder auf – der Geburtstag will gefeiert werden.

Viel Zeit und Energie fürs Ehrenamt

Er habe „eine vergessene Sportart wieder ins Leben gerufen“, was viel Geduld, Beharrlichkeit und einiges an Mut erfordere, sagt Ilse Friis in ihrer Laudatio. „Wäre Faustball einfach, würde es Fußball heißen“, schmunzelt sie und sorgt mit dem Spruch für einen allgemeinen Lacher.

Ilse Friis hielt die Laudatio. Foto: Karin Riggelsen

Die enorme Entwicklung sei zum allergrößten Teil der Verdienst der ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer. Und so sei es ihr eine besondere Freude, einen von ihnen besonders hervorheben zu dürfen, der viel Zeit und Energie für dieses Ehrenamt aufgebracht habe.

Weiter zitiert Friis aus dem eingereichten Vorschlag, in dem es heißt, dass Peter Diedrichsen seine Trainingseinheiten und Wettkampftouren perfekt vorbereite, über ein enormes Faustballwissen verfüge und es schaffe, durch seine Motivationskünste neue junge Spielerinnen und Spieler an die erste Mannschaft heranzuführen.

Es sei von essenzieller Bedeutung für die Nachwuchsarbeit, dass zu einer „funktionierenden, motivierten, erfolgreichen und harmonischen Mannschaft“ aufgesehen werden könne.

Zum Auslandspraktikum nach Singapur geht es für …

Das Auslandspraktikum in Singapur geht in diesem Jahr an Hannah Ritter, die leider nicht persönlich anwesend sein kann – sie befindet sich momentan zu Studienzwecken im US-amerikanischen Bundesstaat Wisconsin, in Madison. Seit 2021 studiert Hannah, die ihre Kindheit auf dem Knivsberg verbracht hat, Wirtschaftswissenschaften in Kopenhagen. Hannah sei schon immer vielfältig engagiert, unter anderem habe sie die Minderheit in der Vergangenheit als Schülerbotschafterin vertreten und war sowohl minderheiten- als auch europapolitisch aktiv. Also schickt Friis „herzliche Grüße und Glückwünsche über den Ozean“.

Der Vorstand der Jes Schmidt Stiftung sei davon überzeugt, dass Hannah, genau wie ihre Vorgängerinnen und Vorgänger, die Minderheit würdig vertreten werde, so zitiert Ilse Friis.

Im vergangenen Jahr fiel die Wahl für das Auslandspraktikum auf Lea Nebrich, die im September ihr dreimonatiges Praktikum in Hongkong begonnen hat. 

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