Schule unter Wasser

Wasserrohrbruch im Neubau der DPA

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Der Neubau der Deutschen Privatschule Apenrade am Svinget. Die Außenwand des Erdgeschosses ist komplett feucht. Seit Mittwoch steht ein Container vor dem Gebäude, für die vom Wasserschaden betroffenen Dinge. Foto: Gesche Picolin

Durch ein geplatztes Heißwasser-Rücklaufrohr in der Decke im ersten Stock der Deutschen Privatschule Apenrade ist das Wasser durch die Wände geströmt. Eine Rundumerneuerung von Fußböden und Möbeln steht bevor.

Im soeben abgenommenen Neubau der Deutschen Privatschule Apenrade (DPA) hat es einen Wasserrohrbruch gegeben. „Es kann sich nur um einen Materialschaden handeln oder einen Montagefehler. Ich kann mir keine andere Erklärung geben“, so Schulleiterin Catarina Bartling am Mittwoch.

„Das Klassenzimmer für die kommende fünfte Klasse war schon eingerichtet. Wir mussten alles Mobiliar wieder herausnehmen. Auch der Physikraum stand komplett unter Wasser. Sämtliche Sockel sind angegriffen.“
Die Sockel zu den Physik-Experimentierinseln waren unter Wasser. Sie bestehen aus Pressholz und sind innen hohl. Die Zimmerfirma ist seit Mittwoch dabei, die Inseln abzubauen.

Dieser Anblick bot sich Bartling, als sie am Montag den neuen Physikraum betrat. Sämtliche Sockel standen unter Wasser und müssen erneuert werden. Foto: Privat

Sonntag war noch alles in Ordnung

Am Sonntag um 11 Uhr war noch alles in Ordnung, weiß die Schulleiterin. „Als der Hausmeister am Montag um 6.30 Uhr hier ankam, schoss das Wasser aus den Löchern in der Außenwand“, so Bartling.

Doch was war passiert? Offenbar ist ein Heißwasser-Rücklaufrohr in der Decke im ersten Stock geplatzt. Die Deckenplatten seien heruntergefallen. Das Wasser suchte sich seinen Weg: In der Außenmauer sind Löcher, um die Zwei-Schal-Wand zu belüften. Den Weg habe das Wasser sich gesucht, so Bartling. „Der Hausmeister sagte, es sah aus wie ein Springbrunnen. Wir vermuten, dass das Wasser mit 300 Litern pro Stunde durch die Rohre schoss.“ Die Außenmauer hat derzeit im Erdgeschoss eine andere Farbe als im ersten Stock.

80 Grad heißes Wasser

80 Grad heiß sei das Wasser gewesen, so Bartling. Alles Linoleum hat sich hoch gebogen. Der Dampf hat alles aufgeweicht. „Wir müssen alle Fußböden erneuern, die Türen sind angegriffen. Alles, was aus Rigips ist, ist betroffen“, so die relativ gefasste Schulleiterin. Die Türrahmen waren am Mittwoch bereits komplett entfernt.

Feuchte Stühle in der Sonne: „Das Wetter war mit uns“, so Bartling. Foto: Privat

Im Erdgeschoss hatte sich der Hausmeister schon alle Möbel zurechtgestellt, die er in den Ferien im ersten Stock einrichten wollte. Regale, Schränke, Stühle und Tische für die Mensa, alles stand bereit. Für die Möbel steht seit Mittwoch ein blauer Container vor der Schule.

Eröffnungsfeier auf unbestimmte Zeit verschoben

„Die neuen Möbel mussten wir aus ihren Kartons auspacken. Da waren zwei Vitrinenschränke für den Physikraum dabei.“ Bartling erhielt dabei tatkräftige Unterstützung vom (barfüßigen) Kollegium.

Der Strom war sofort abgeschaltet worden. Bartling: „Hier läuft alles über ein Baustromaggregat.“ Die Versicherung der Schule, Sønderjysk Forsikring, übernimmt den Schaden.

Und wann wird das Gebäude wieder benutzbar sein? „Damit rechne ich nicht vor den Herbstferien. Die Kollegen hatten schon schöne Ideen für eine Eröffnungsfeier.“ Doch die ist erstmal auf unbestimmt verschoben.

Bautrockner arbeiten, wenn Fenster und Türen geschlossen und keine Menschen mehr im Gebäude sind. Foto: Gesche Picolin

Gutachter: Keine Schimmelgefahr

Der unabhängige Sachverständige Christoph Höflich aus Sonderburg sah sich am Mittwoch den Schaden an. „Schimmel ist hier kein Thema, weil sehr schnell gehandelt wurde. Innerhalb von 48 Stunden nämlich. Hier besteht keine Schimmelgefahr.“

Wie der Schaden entstanden ist, das wusste er nicht zu sagen. „Das kann ein Haarriss im Material sein, es kann genauso gut eine vergessene Schraube sein, oder eine überdrehte Schraube.“ So etwas passiere schonmal bei einem Neubau: Wenn dann das erste Mal mit Druck Wasser durchgeleitet wird, platzt ein Rohr.

Der erste Schritt ist jetzt, dass die Zwei-Schal-Wände (Außenwände, Anm.) entfeuchtet werden. Eine Innenmauer ist auch betroffen. Die, die den Neubau mit dem Altbau verbindet, muss auch getrocknet werden. Am Mittwoch holte ein Mitarbeiter der Sanierungsfirma SSG dort die Wolle raus.
„Die Trockenphase dauert mehrere Wochen. Dann macht die Sanierungsfirma ihre Feuchtigkeitsprüfung. Und dann mache ich noch einmal meine unabhängige Schimmelkontrolle. Die Schule und deren Versicherung bestehen darauf.“

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