Fjordskolen

Die Schule wird umziehen

Gesche Picolin
Gesche Picolin Journalistin
Apenrade/Aabenraa
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Angehörige von Schülern der Fjordskole und deren Sympathisanten bei der gestrigen Demonstranten vor dem Rathaus. Foto: Gesche Picolin

Auch 400 Demonstranten und ein stiller Protest im Stadtratssaal konnten nicht überzeugen.

Auch 400 Demonstranten und ein stiller Protest im Stadtratssaal konnten nicht überzeugen.

Viel ist passiert seit dem Beschluss der kommunalen Volksvertreter vom 24. Februar 2016, die verschiedenen Abteilungen der Förderschule Fjordskolen von Apenrade nach Krusau zu verlegen. Bislang befindet sich die Schule am Apenrader Posekærvej 8 und am Skolevænget 33. Die Abteilung für Freizeitaktivitäten ist am Kystvej gelegen. Gelder sind bewilligt, ein topmodernes Therapiebecken ist geplant. Der erste Spatenstich für die neue Schule ist für den 21. November angesetzt.

Inzwischen sind nicht zuletzt bei den Politikern Zweifel aufgekommen, ob das eine gute Entscheidung war. So fanden sich auf der Tagesordnung der gestrigen Sitzung des Stadtrats zwei Vorschläge zum Stopp des Umzugs aus zwei verschiedenen Richtungen zur Abstimmung. Die Sozialdemokraten schlugen eine Unterbrechung des laufenden Prozesses vor, einen „Time out“, und forderten vom Bürgermeister ein gemeinsames Treffen aller Gruppen-Vorsitzenden einzuberufen. Ejler Schütt von der rechtsgerichteten Dänische Volkspartei (DF) schlug eine Annullierung des Umzuges vor, bei gleichzeitiger Aufforderung an den Bürgermeister, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die einen Verbleib der Förderschule in Apenrade klären solle.

Eine Demonstration der Initiative „Kamp til stregen for Fjordskolen i Aabenraa“, unterstützt von der Einheitsliste und der Sozialistischen Volkspartei, war angekündigt worden. Mehr als 1.500 Unterschriften von Angehörigen und Unterstützer konnte Mette Larsen, Vorsitzende der Spezialschule, überreichen. Ihre Aufforderung an die Demonstranten: „Lasst uns in der nun folgenden Sitzung den Politikern den Respekt zollen, den man uns leider nicht entgegenbringt.“
Und sie verhielten sich ruhig. Die etwa 150 im Saal anwesenden – der ursprünglich etwa 400 – Demonstrierenden respektierten die Regeln. Ihr stiller Protest hatte es zuvor geheißen, solle die Entscheidungsträger selbst zum Zuhören animieren.

In der folgenden Diskussion stach Martin Ugilt Thomsens (Venstre) Rede heraus: Er selbst habe ein Kind mit speziellen Bedürfnissen an der Schule. Er habe sich die Gegebenheiten in Krusau angesehen. Die Schimmeldiskussion sei dermaßen hochgespielt worden, das Problem sei inzwischen aus der Welt. Er sei überzeugt, dass es seinem Kind, sowie anderen mit ähnlichen Bedürfnissen, an der Krusauer Schule sehr gut gehen werde.
Bei der Abstimmung fiel Schütts Vorschlag mit 12 zu 18 Stimmen durch. Ebenso erging es dem Vorschlag Kylling Petersens, mit 13 zu 17 Stimmen. Für eine Fortführung des geplanten Umzugs nach Krusau votierten Venstre, Schleswigsche Partei, Konservative und Jette J. Kristiansen (DF).

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