Theater am DGN

Mit Improvisation zum Erfolg

Malick Volkmann
Apenrade/Aabenraa
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AG-Leiter Jürgen Schultze justiert während der Probe nach. Foto: Karin Riggelsen

Was verbindet zwei Öko-Schwestern und einen einsamen Mann, der Ersatz für seine verstorbene Katze sucht? „Der Nordschleswiger“ war zu Gast bei einer Probe der Theater-AG des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig und gibt einen Ausblick auf die Premiere Ende Februar.

„Das Stück scheint etwas wirr und sinnlos“, sagt Jürgen Schultze, Leiter der Theater-AG am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig (DGN) in Apenrade. Damit meine er in keiner Weise die Schauspielkünste seiner Schüler, sondern vielmehr den Aufbau des Stückes, das den Namen „Warten.Therapie“ trägt.

Aber worum geht’s eigentlich? Das Stück handelt von einer Gruppe leicht merkwürdiger Personen, die sich von einer Therapeutin behandeln lassen, die vielleicht selbst etwas Hilfe bräuchte. „Wir spielen sechs Szenen. Nach der Einführung widmet sich jede Szene einer Figur, um ihre Tiefe und Vielschichtigkeit zum Ausdruck zu bringen“, so Schultze.

Live-Musik und Videos

Unterstützt wird das Schauspiel von Live-Musik und einigen Videos, die auf der Leinwand gezeigt werden. Allgemein stellen die Charaktere aber alle dieselben Fragen: Warum lebe ich? Was gibt unserem Leben einen Sinn? Sei es die klischeehafte Chantal oder vermeintliche Bad Boy Daniel – die grundlegenden Fragen verbinden sie alle. Auch den Katze-suchenden Mann und die Öko-Schwestern, die sich gegen den Kapitalismus und die heutige Welt sträuben.

Die Therapeutin (Stella Sina) muss sich mit den Öko-Schwestern arrangieren. Foto: Karin Riggelsen

Der Lehrer lobt die Entstehungsgeschichte des mittlerweile 50 Seiten starken Drehbuchs: „Im Unterricht gab ich die Aufgabe, aus einem Monolog eines Profitextes eine Szene zu schreiben. Das gelang so gut und machte den Schülern so viel Spaß, dass wir angefangen haben, das ganze Stück auf unsere Weise zu interpretieren.“ Aus dem bisschen sei immer mehr geworden. Das verdanke er vor allem der Schülerin Stella Sina, die auf der Bühne die Therapeutin Sabine verkörpert: „Sie hat einen Großteil der Textarbeit erledigt. Ich habe nur das Konzept erstellt, Stella hat wirklich viel gearbeitet“, berichtet Schultze. Außerdem dankt Schultze seiner Kollegin Anne Lildholdt Jensen für das Szenenbild.

Reichlich Improvisation

Ihn verblüffe vor allem die Art und Weise, wie das Stück zustande gekommen ist: „Wir haben viel improvisiert. Stellen gestrichen, Stellen verlängert. Es war wirklich experimentell dieses Mal. Ich bin sehr stolz auf die Truppe“, sagt der AG-Leiter und schmunzelt.

Die Schauspieler sind in einigen Momenten selbst sprachlos. Foto: Karin Riggelsen

Die Idee entstand vergangenes Jahr im Mai, seitdem probte die AG einmal pro Woche und zusätzlich an manchen Wochenenden. Das diesjährige Stück soll eine Art Generalprobe für das kommende Jahr, das Minderheiten-Jubiläums-Jahr 2020, sein. „Im nächsten Jahr wollen wir wieder mit einem Profitext arbeiten. Mal sehen, wo es uns dann hintreibt“, sagt Schultze.

Premiere Ende Februar

Vom 20. bis 22. Februar ist es dann so weit: Die Aufführungen im DGN stehen an. Los geht es jeweils um 19 Uhr. Wie lange die Aufführungen dauern, könne Schultze noch nicht sagen: Es gebe bis dahin noch zu viele Möglichkeiten der Improvisation und Veränderungen.

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