Filmprojekt

Wie Jugendliche auf dem Knivsberg mit GIFs etwas über Sprache lernen

Wie Jugendliche auf dem Knivsberg mit GIFs etwas über Sprache lernen

Wie Jugendliche mit GIFs etwas über Sprache lernen

Anna Itter
Anna Ittner
Knivsberg /Knivsbjerg  
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Zwei Schülerinnen erstellen ein GIF auf dem Knivsberg.
Zwei Schülerinnen erstellen ein GIF auf dem Knivsberg. Foto: Anna Ittner

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GIFs – das sind diese kurzen Videos auf Whatsapp und Co., die in wenigen Sekunden und ohne Ton Nachrichten überbringen. Was dieses Kommunikationsmittel mit Sprachgebrauch zu tun hat und wie man es selbst erstellen kann, haben Klassen aus Nordschleswig auf dem Knivsberg ausprobiert.

„Die Schülerinnen und Schüler sollen typische nordschleswigsche Sätze in GIFs umsetzen und dabei ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie wir Sprache benutzen“, erklärt Jana Surkus. Sie ist Kunstkonsulentin des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) und seit vergangener Woche Leiterin eines Workshops in der Bildungsstätte Knivsberg. Dort laufen seit dem 28. August nämlich die 8.-Klassen-Wochen, in denen Schulklassen aus dem Umland verschiedene Workshops besuchen.

BDN-Kunstkonsulentin Jana Surkus (r.) erklärt Teilnehmenden, wie sie ihren Stop-Motion-Film verbessern können.
BDN-Kunstkonsulentin Jana Surkus (r.) zieht mit ihrem Film-und Sprachprojekt durch die Minderheiten-Schulen. Foto: Anna Ittner

Unter anderem eben Janas. Bei dem geht es darum, GIFs zu erstellen. GIF steht für „Graphics Interchange Format" und bezeichnet Videosticker, die man auf Kommunikationsapps wie Whatsapp oder Messenger benutzen kann.

Tablets für den Knivsberg

Das Ganze ist Teil eines Projekts des Auswärtigen Amtes, das auf die Förderung der deutschen Sprache über das Medium Film abzielt. Dafür wurde der Knivsberg mit Tablets ausgestattet, um solche Projekte wie den Workshop besser umsetzen zu können. In Zukunft werden noch mehr solche Veranstaltungen stattfinden, zum Beispiel ein offener GIF-Workshop am 18. November oder eine Weiterbildung für Kunstlehrkräfte.

Eines der im Workshop entstandenen GIFs. Foto: Jana Surkus

Und was hat das jetzt noch mal mit Sprachgebrauch zu tun? „GIFs sind ja auch eine Form der Kommunikation. An ihnen kann man einfach sehen, wie wir eigentlich Deutsch benutzen“, erläutert Surkus. Denn das ist ja im Grenzland und in der deutschen Minderheit noch mal anders als woanders. Phrasen wie „Wir schnacken“ oder „Bist du heute mit zu Fußball?“ hört man nur hier.

Lotte und Leo überbringen Nachrichten

Solche Sätze sollen die Teilnehmenden in GIFs umsetzen. Dafür hat Surkus die zwei Figuren Lotte und Leo vorbereitet, die die Schülerinnen und Schüler ausschneiden und nutzen können. Arme, Beine und Gesichtsausdrücke kann man dann in der Stop-Motion-Technik zusammenlegen, fotografieren und in einer App zu einem kurzen Film zusammensetzen.

Aus vielen Schnipseln entsteht am Ende einer kurzer Fim – eine GIF.
Aus vielen Schnipseln entsteht am Ende ein GIF. Foto: Anna Ittner

„Es ist mal etwas anderes. Ich finde es gut, dass das hier nicht so lange dauert, wie einen ganzen Film zu machen“, sagt Yllza Maksut, eine der Schülerinnen der Deutschen Privatschule Apenrade (Aabenraa). Ihre Projektpartnerin Celina Isabel Böhm ist sich zwar nicht sicher, ob sie die GIF danach tatsächlich im Alltag nutzen wird, „aber es ist cool, das mal nach Lust und Laune auszuprobieren“, sagt sie.

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