Deutsche Minderheit

Mitarbeitende der Minderheit lernen Stressvermeidung auf dem Knivsberg

Mitarbeitende der Minderheit lernen Stressvermeidung auf dem Knivsberg

Mitarbeitende der Minderheit lernen Stressvermeidung

Anna Itter
Anna Ittner
Knivsberg /Knivsbjerg  
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Beim Balancetraining trainieren die Teilnehmenden ihr Gleichgewicht.
Beim Balancetraining trainieren die Teilnehmenden ihr Gleichgewicht. Foto: Anna Ittner

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Verspannungen, Kopfschmerzen, Unausgeglichenheit: Stress im Alltag kann vielseitige Konsequenzen haben. Wie man diesen vorbeugt, indem man Körper und Geist trainiert und positive Routinen einführt, lernten Mitarbeitende der Minderheit bei einem Kurs auf dem Knivsberg.

Die körperliche und geistige Gesundheit stärken – das war das Ziel einer Veranstaltung am Donnerstag in der Bildungsstätte Knivsberg. Das Programm soll Teilnehmenden einfache Übungen näherbringen, die sie danach leicht in ihren Alltag integrieren können, um zum Beispiel mit Stresssituationen besser umgehen zu können.

Zusammenspiel von Körper und Geist

Geleitet wird das Programm namens „Body – Mind – Heart“ von Helle Fisker, Expertin für Lernprozesse und Psychologie, und Charlotte Nicolajsen, Lehrerin für Muskeltraining. „Wir haben gemerkt, dass unsere Kompetenzen gut zusammenpassen und einen ganzheitlichen Ansatz ergeben. Das ist wichtig, denn man muss nicht nur den Körper oder den Geist trainieren, erst beides zusammen hilft wirklich.“

Beim Vortrag von Helle Fisker lernten die Mitarbeitenden aus der deutschen Minderheit etwas über Achtsamkeit und positive Psychologie.
Beim Vortrag von Helle Fisker lernten die Mitarbeitenden aus der deutschen Minderheit etwas über Achtsamkeit und positive Psychologie. Foto: Anna Ittner

Auf dem Programm standen zum Beispiel ein Vortrag zu Stärkung von Präsenz und Freude im Alltag, ein Gleichgewichtstraining und ein „achtsamer Spaziergang“. „Letzterer verbindet beide Bereiche: Erst gibt es den schnellen Powerwalk von Charlotte, und dann gehen die Teilnehmenden ein weiteres Stück aufmerksam und ohne zu sprechen“, erklärt Fisker.

Von Lanzarote auf den Knivsberg

Eigentlich geben die zwei ihr Wissen in vierwöchigen Kursen auf Lanzarote weiter. Die Veranstaltung auf dem Knivsberg abzuhalten, war die Idee von Anke Tästensen vom Deutschen Schul- und Sprachverein. Sie kennt Helle Fisker schon seit vielen Jahren. Die erste Zusammenarbeit der beiden bestand in der Ausarbeitung einer Weiterbildung für das Lehrpersonal der deutschen Schulen – mit dem Schwerpunkt auf positive Psychologie.

Zuletzt entstand dann die Idee, ein ähnliches Programm auch für alle anderen Mitarbeitenden der deutschen Minderheit anzubieten. Diesmal in Kombination mit dem physischen Teil von Charlotte Nicolajsen. Zusammen entwickelten sie aus dem Wochenprogramm einen komprimierten Tageskurs.

Die Kursleiterinnen Helle Fisker (l.) und Charlotte Nicolajsen
Die Kursleiterinnen Helle Fisker (l.) und Charlotte Nicolajsen Foto: Anna Ittner

„Das vorrangige Ziel ist es, den Mitarbeitenden Werkzeuge an die Hand zu geben, wie sie mit Stresssituationen umgehen können“, sagt Anke Tästensen. Sie selbst nutzt die Tricks aus dem Workshop schon seit vielen Jahre in ihrem Alltag. „Zum Beispiel bei Situationen, die ich nicht beeinflussen kann: Da habe ich mir eine Art ‚Teflon-Schicht‘ zugelegt, ich lasse die Dinge erst mal an mir abgleiten, bis sich eine Möglichkeit ergibt, sie zu lösen.“

Mitgemacht hat zum Beispiel Silke Amthor von der Deutschen Zentralbücherei Apenrade. Sie war begeistert von dem Programm. „Es ist wirklich toll. Auch vom Umfang her: es ist nicht zu viel, aber trotzdem anspruchsvoll. Die Sportübungen haben es auch echt in sich.“

Wissen im Alltag umsetzen

„Das Gute an dem Programm“, sagt sie, „ist, dass es alltägliche Situationen anspricht, die jeder kennt, und sie auch mit alltagstauglichen Werkzeugen angehen kann. Man braucht für die Übungen kein weiteres Equipment, man kann sie einfach zuhause oder am Arbeitsplatz umsetzen.“ Die Teilnehmenden konnten auch ein Übersichtsheft mit allen Übungen mitnehmen, damit sie sich an die gelernten Fähigkeiten erinnern können.

Die Teilnehmenden verbrachten den ganzen Tag auf dem Knivsberg mit verschiedensten Programmpunkten.
Die Teilnehmenden verbrachten den ganzen Tag auf dem Knivsberg mit verschiedensten Programmpunkten. Foto: Anna Ittner

Die Kursleiterinnen freuen sich, wenn es die Inhalte tatsächlich in den Alltag der Teilnehmenden schaffen. „Die Leute hier arbeiten gut mit, es macht Spaß. Nach dem ersten Termin vor einem Monat habe ich von einer Teilnehmerin auch eine Mail bekommen, in der sie mir schrieb, dass sie die Sachen schon in ihren Alltag integrieren konnte. Sowas freut uns natürlich total“, erzählt Helle Fisker.

Aussicht auf mehr

Insgesamt haben beim ersten Termin im August und beim zweiten jetzt etwa 60 Mitarbeitende der deutschen Minderheit teilgenommen. Anke Tästensen freut sich, dass das Angebot auf so gute Resonanz stößt. Vielleicht wird der Kurs deswegen auch im nächsten Jahr wieder angeboten.

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