Architektur

Gnadenfrist für „Krusaagaard“

Gnadenfrist für „Krusaagaard“

Gnadenfrist für „Krusaagaard“

Krusau/Kruså
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Dem ehemaligen „Krusaagaard" droht der Abriss. Foto: kjt

Der Antrag auf Abriss des historischen Gebäudes in Krusau wird politisch vertagt. Der Vorsitzende des Wachstumsausschusses hofft auf eine Lösung in letzter Minute. Lokalmatadoren setzen sich für den Erhalt ein und sehen die Kommune in der Pflicht.

Lokalhistoriker, Denkmalschützer und andere Anhänger des ehemaligen Hotels „Krusaagaard“ blickten mit Bangen der Sitzung des Wachstumsausschusses am 6. Mai entgegen.

Eigentlich sollte der Antrag auf Abriss des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert auf der Tagesordnung stehen. Das ist nicht der Fall.

„Ich habe beschlossen, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen und auf die nächste Sitzung im Juni zu verschieben“, so Philip Tietje (V), Vorsitzender des Wachstumsausschusses, zum „Nordschleswiger“.

Bemühungen

Es gebe bei Geschäftsleuten aus dem Raum Pattburg Bestrebungen, den „Krusaagaard“ zu übernehmen oder andere Lösungen zu finden, um einen Abriss zu verhindern.

Diesen Bestrebungen wolle er noch eine Frist einräumen, so Philip Tietje.

Die Verwaltung habe sich wegen des sehr schlechten Zustandes des Gebäudes für einen Abriss ausgesprochen, und die Gesamtumstände würden auch von politischer Seite eine Genehmigung naheliegend erscheinen, so Tietje, ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen.

Wird der Abriss abgelehnt, müsse die Erhaltung in einem neuen Flächennutzungsplan verankert werden und bedeute für die Kommune Verpflichtungen, gibt der Ausschussvorsitzende zu bedenken.

Als Geschäftsmann und auch als Privatperson setzt sich Henrik E. Kock, Mitinhaber der Firma Nikobiz, für den Erhalt von „Krusaagaard“ ein.

Seele des Ortes

„Ich bin in Krusau geboren und aufgewachsen. Im Krusaagaard haben wir früher Familienfeste gefeiert, und mein Vater war mit dem damaligen Besitzer befreundet“, so Kock.

Für ihn ist der „Krusaagaard“ ein besonderer kulturhistorischer Bestandteil des Ortes und des gesamten grenznahen Raums.

„Es gehört zur Identität, zur Seele des hiesigen Raums und darf nicht einfach verschwinden. Man kann nicht jedes alte Gebäude retten. Krusaagaard zu erhalten, sollte aber im Interesse der Kommune liegen“, so Kock.

Mit einem Anrainer des ehemaligen Hotels und zugleich Kollegen aus Transportbranche ist Kock übereingekommen, „dass eine Lösung für das Gebäude gefunden werden muss“.

Es gehe ihm nicht darum, die Immobilie als Investor vom neuen Eigentümer zu übernehmen.

Kommune muss mitziehen

„Vielleicht ist es möglich, dass die Kommune Apenrade zusammen mit Stiftungen und örtlicher Wirtschaft ein Modell für die Erhaltung findet“, so ein weiterer Gedanke von Kock.

Der neue Besitzer Ole Nissen hatte signalisiert, dass er für Lösungen offen ist, sollten sich Investoren finden.

Es gehört zur Identität, zur Seele des hiesigen Raums und darf nicht einfach verschwinden.

Henrik Kock

Kock selbst hat sich bei mehreren namhaften Stiftungen für den Erhalt von „Krusaagaard" starkgemacht.

Sein Einsatz für die Kulturhistorie wurde in Rückmeldungen lobend hervorgehoben, eine Zusage für eine Förderung konnte er aber nicht erreichen. Einige Antworten stehen noch aus.

Er wolle am Ball blieben und hoffe, weitere Mitstreiter zu finden, um den Abriss verhindern zu können.

„Es ist ganz offensichtlich ja fünf vor zwölf.“

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