THEMA DER WOCHE: KÖNIGINBESUCH

Die Minderheit und das Königshaus – Teil 2

Die Minderheit und das Königshaus – Teil 2

Die Minderheit und das Königshaus – Teil 2

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Christian X. mit Schwiegertochter Ingrid und den Enkeln Margrethe und Ingolf Foto: Ritzau Scanpix

Christian X. war ein ungewöhnlicher König, der wie kein anderer dänischer Monarch vor größte Herausforderungen gestellt wurde – mit zwei Weltkriegen, die sein Land 1920 und auch 1940-1945 zu bestehen hatte. 

Könige und Königin in 101 Jahren Minderheit

König Christian X. (Christian d. Tiende)

  • Regierte vom 14. Mai 1912 bis zum 20. April 1947, insgesamt 34 Jahre und 341 Tage
  • Gebürtig Prinz Christian Carl Frederik Albert Alexander Vilhelm von Dänemark und Island – aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg
  • War vom 14. Mai 1912 bis zum 20. April 1947 König von Dänemark sowie als Kristián X von 1918 bis 1944 König von Island
  • Geboren: 26. September 1870, Charlottenlund, verstorben: 20. April 1947, Kopenhagen
  • Ehepartnerin: Alexandrine zu Mecklenburg (verh. 1898–1947)

König Frederik IX. (Frederik den Niende)

  • Regierte vom 20. April 1947-14. Januar 1972, insgesamt 24 Jahre und 269 Tage)
  • Geboren: 11. März 1899, Schloss Sorgenfri, Lyngby, verstorben: 14. Januar 1972, Kopenhagen
  • Ehepartner: Ingrid von Schweden (verh. 1935–1972)
  • Eltern: Christian X.
  • Kinder: Margrethe II., Anne-Marie von Dänemark, Benedikte zu Dänemark

Königin Margrethe II. von Dänemark

  • Margrethe Alexandrine Þórhildur Ingrid – ist seit dem 14. Januar 1972 regierende Königin und damit Staatsoberhaupt Dänemarks, der Färöer und Grönlands. Sie stammt aus dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, einer Nebenlinie des Hauses Oldenburg.
  • Geboren: 16. April 1940 (Alter 81 Jahre), Schloss Amalienborg, Kopenhagen
  • Ehepartner: Margrethe heiratete am 10. Juni 1967 den französischen Diplomaten Graf Henri de Laborde de Monpezat; Prinz Henrik von Dänemark verstarb im Februar 2018
  • Kinder: Kronprinz Frederik und Prinz Joachim

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland verschärften sich die nationalen und ideologischen Gegensätze auch in Nordschleswig. Am 24. Mai 1935 gratulierte die seit 1929 bestehende deutsche Einheitszeitung, die „Nordschleswigsche Zeitung“ (NZ) zur Fürstenhochzeit von Kronprinz Frederik und der schwedischen Prinzessin Ingrid in Stockholm. „Auch wir deutschen Nordschleswiger gedenken heute des jungen Paares aus nordischem Fürstenstamm, das die Hände ineinander legt zum gemeinsamen Weg durchs Leben.“

25-jähriges Thronjubiläum von Christian X.

1937 folgte ein besonderes Ereignis im Königshaus, das landesweit groß gefeierte 25-jährige Thronjubiläum von Christian X., „eine Zeitspanne, die hinter den Tag zurückreicht, mit dem wir zu Dänemark kamen“, so die NZ“. Unter der Überschrift „Christian X. und die Nordschleswigs“ wurde am 13. Mai ein Glückwunschschreiben vom „Abgeordneten im dänischen Reichstag“, J. Schmidt-Wodder, veröffentlicht. „Durch den Übergang Nordschleswigs in den dänischen Staatsverband wurde er auch unser König.“

Mit anderen Worten, 1920 war er nur der Dänen-König, jetzt bezeichneten auch die Deutschen in Nordschleswig Christian erstmalig als „unser König“.

„Wenn es durch die ganze Zeit unsere Losung gewesen, dem Staat zu geben, was des Staates ist, und dem Volk, was des Volkes ist, so darf heute gesagt werden, dass der König es uns erleichtert hat, diese Pflicht zu erfüllen.

Wir schulden ihm Respekt als Oberhaupt des Staates und versagen ihm dies nicht, wie wir von ihm erwarten, dass er uns versteht, wenn wir unser Herz dem deutschen Volk geben. Wenn ich mich stets hierum bemühte, so darf ich dem König den Dank dafür aussprechen, dass er seinerseits in ritterlicher Weise bestrebt war, unserem Volk seine Ehre zu geben. Wir gedenken dabei vor allem der Gelegenheit, die er in Hadersleben nahm, den in beiden Weltkriegen gefallenen deutschen Volksgenossen dieselbe Ehrfurcht zu bezeugen wie denen, deren Herz für das dänische Volk schlug“, schrieb Wodder und schloss mit den Worten:

„So grüße ich den König und darf es tun im Namen der deutschen Volksgruppe in Nordschleswig, wohl auch im Namen des deutschen Volkes, dem ich mich verbunden weiß.“

Kardel: Unsere Heimat ist Deutschland

NZ-Chefredakteur Harboe Kardel überbrachte dem Königspaar „auch aus unseren Reihen in diesen Tagen die besten Wünsche“, doch stellte er zugleich unmissverständlich fest: „Wir deutschen Nordschleswiger fühlen uns unlösbar verbunden mit dem deutschen Volk. Unter fremden Symbolen lebend kennen wir nur eine Heimat, und das ist Deutschland.“

Laut „NZ“ gab es aus Anlass des Tages auch ein offizielles Glückwunschtelegramm „von Führer und Reichskanzler an den dänischen König“.

Unruhe nach Damenkränzchen

Unter der Oberfläche gärte nun Unruhe.

Anlass war ausgerechnet ein Damenkränzchen in Hadersleben und ein Bericht in „Jydske Tidende“ vom 14. Dezember 1938 unter der Überschrift „Die Kronprinzessin besucht den Schleswig-Kreis“. Es handelte sich um die Teilnahme von Kronprinzessin Ingrid an einem Hadersleben Damenkränzchen, das sich „Schleswiger Kreis“ nannte und dessen Näh- und Strickzusammenkünfte zum Besten bedürftiger Landsleute südlich der Grenze diente, der sich bei Frau Orbesen am Aastrupweg traf.

„NZ“: An dem Besuch der Kronprinzessin haben auch wir ganz gewiss nichts auszusetzen. Müssen aber unser Befremden zum Ausdruck geben, dass im Grenzkampf stehende dänische Kreise keine Bedenken haben, Ihre Königliche Hoheit in das Haderslebener Damenkränzchen einzuführen, dessen hervortretende Mitglieder ohne Rücksichtnahme auf die Stellung des hohen Gastes zu einer politischen Demonstration ausgenutzt haben. Wir können nur bedauern, dass die Persönlichkeit des Thronfolgers auf solche Weise in eine Situation gebracht worden ist, die deutscherseits Anstoß erregen muss.“

Keine Spende nach Einmarsch deutscher Truppen

Jetzt wurde die Lage gefährlich und kritisch durch ein für das Verhältnis von Deutschen und Dänen entscheidendes Datum: 9. April 1940 mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Dänemark, obwohl Hitler-Deutschland dem Dänemark „territoriale Unantastbarkeit“ zugesichert und damit die strittige Grenzfrage – eigentlich – zu Grabe getragen hatte.

Als König Christian im September 1940 seinen 70. Geburtstag feierte, brachte die „NZ“ – gewiss nach einer Direktive von der Volksgruppenführung – folgende Notiz:

„Anlässlich der Spende zum 70. Geburtstag des dänischen Königs ist verschiedentlich innerhalb der deutschen Volksgruppe die Frage aufgetaucht, wie sich die deutschen Einzelpersonen und Körperschaften zu dieser Spende zu verhalten haben.

Die Stellungnahme der deutschen Volksgruppe ist die, dass es sich hierbei um eine rein innerdänische Angelegenheit handelt, von der die deutsche Volksgruppe sich fern hält.“

„Junge Front“: König und Führer nicht beleidigen

Das Spannungsverhältnis in der Loyalität zwischen König und Führer kam 1943 „beispielhaft“ in einem Artikel in der „Jungen Front“ zum Ausdruck, die 1937 erstmalig als Kampfschrift erschienen war.

„Es gehört zu den Selbstverständlichkeiten deutscher Menschen, dass sie das Bild des dänischen Königs, wo sie es ihnen begegnen, achten. Wir können uns keinen Menschen vorstellen, der ein Gefallen daran haben könnte, das Bild des dänischen Monarchen zu verunglimpfen oder auch nur mit Missachtung zu behandeln.

Der deutsche Nordschleswiger hat auch in schweren Jahren nach 1920, die ihm den größten politischen Schmerz seines Lebens brachten, nämlich die Abtrennung von seinem Vaterland und die Versklavung seines Volkes, keinen Augenblick daran gedacht, gegen den Herrscher des Volkes zu demonstrieren, das ihn unter seine Botsmäßigkeit zwang.

Er hat im Gegenteil bei jeder sich bietenden Gelegenheit dem höchsten Vertreter des dänischen Volkes seine unbedingte Loyalität zum Ausdruck gebracht.

Daran hat sich auch nichts geändert, nachdem das dänische Königshaus bei der Behandlung der Staatsbürger in Nordschleswig – insbesondere durch die Kronprinzessin Ingrid – einen ganz offenbaren Unterschied machte und deutsche Kinder sowie überhaupt deutsche Menschen aus ihren Hilfs- und Unterstützungsaktionen ausschloss.

Das Verhalten des dänischen Volkes gegenüber dem Mann, der unser Volk regiert und den wir mindestens so lieben und verehren wie das dänische Volk seinen König liebt und verehrt, ist wesentlich anders gewesen.

Wir wollen darauf verzichten, die ungewöhnlichen Beleidigungen ans Tageslicht zu ziehen, die eine marxistische Presse gleich nach 1933 gegen unseren Führer schleuderte. Wir wollen nur bemerken, dass diese gemeinsten Beleidigungen unseres geliebten Führers und des deutschen Staatsoberhauptes von deutscher Seite nicht eine einzige Vergeltungsmaßnahme herbeigeführt haben, als Deutschland nach dem 9. April 1940 die ganz klare Möglichkeit dazu hatte. Mit einer vornehmlichen Großzügigkeit hat das deutsche Volk den Mantel des Vergessens über diese Sabotageakte zwischenstaatlicher Verständigung bereitet.

Trotzdem gibt es aber auch hier Grenzen des Erträglichen.

Eine Beleidigung des Führers im Beisein deutscher Schüler kann nicht unwidersprochen bleiben.
Darum hat die deutsche Volksgruppe auch seinerzeit scharfe Stellung gegen die beleidigende Äußerung eines Lektors Rosent in Apenrade genommen. Nun hat sich ein ähnlicher Fall in der Abendschule Tondern ereignet, die in den Räumen der deutschen Schule abgehalten wurde, wo Schüler das Bild des Führers von der Wand entfernt und auf das Pult gelegt hatten.

Als der dänische Lehrer Amdy Petersen die Klasse betrat, nahm er das Bild vom Pult und stellte es in den Papierkorb.

Die in der Pflichtabendschule anwesenden deutschen Schüler mussten also ruhig zusehen, dass der Lehrer das Bild des Führers in den Papierkorb warf.“

Nach Ansicht der „Jungen Front“ „ein gemeines Vorgehen eines dänischen Staatsbeamten, das in der deutschen Schule Tondern ein dänischer Lehrer charakterlos genug ist, seinen deutschen Schülern diese schwere Beleidigung des Führers ihres Volkes zu bieten“.

74. Geburtstag „unter Fremden“

Interessanterweise erschien am 27. September 1944 unter der Überschrift „Christian X.“ ein auffallend freundlicher Artikel aus der Feder des neuen stellvertretenden Chefredakteurs der „NZ“, Ernst Siegfried Hansen, der darauf hinwies, dass der König am Tag zuvor seinen 74. Geburtstag mit den „Fremden“ im Lande begehe.

„Für Nordschleswig war Dänemark das „Fremde“, als unsere Heimat aus dem Reich herausgelöst wurde.

Wir haben eine zwanzig Jahre ältere Erfahrung als die Dänen, wenn es darum geht, über das Leben unter „Fremden“ zu sprechen.

Zum 74. Geburtstag des Königs soll von unserer Seite gesagt werden, dass Christian X. niemals eine verletzende Haltung gegen die Deutschen unter seiner Krone eingenommen hat.

... Christian forderte die Liebe zu Dänemark, nicht den Hass gegen Deutschland.

Wir wurden nicht aus freiem Willen seine Untertanen, aber wir bringen ihm aus freien Willen unsere Glückwünsche dar“, so „Ensi“, wohl wissend, dass „die Dänen auch an den Tag denken müssen, der übermorgen kommt“.

Die schlimmste Stunde Null

Das „Übermorgen“ folgte am 5. Mai 1945 und traf die stark nationalsozialistisch eingestellte deutsche Minderheit nach der Befreiung Dänemarks in einem „revolutionsartigen Zustand“ mit bitteren menschlichen und politischen Folgen. Gab es überhaupt noch eine Zukunft für die Deutschen in Nordschleswig? Die Stunde Null 1945 brachte für die deutsche Minderheit eine existenziellere Bedrohung als die Stunde Null 1920.

In diesem Zusammenhang ist vor allem auf die Thronrede vom 9. Mai 1945 durch den sozialdemokratischen Staatsminister Vilhelm Buhl hinzuweisen, der auf Christiansborg in Anwesenheit von König Christian X., aber auch des englischen Generals Dewing, eine klare Linie zog:

Die Grenze liegt fest!

Aber vergessen wird dabei, dass es einen Doppelsatz gab, der auch die „Gegenseitigkeit“ in der Minderheitenfrage betraf.

Der genaue Wortlaut: „Die Regierung, die auf der Grundlage des nationalen Selbstbestimmungsrechts beruht, ist der Auffassung, dass die dänische Grenze festliegt. Die am Schluss des Krieges völlig veränderten Verhältnisse bewirken, dass die Fragen zur Stellung der dänischen Minderheit südlich der Grenze und die Fragen zur Stellung der deutschen Minderheit nördlich der Grenze einer Prüfung unterzogen werden müssen.“

In diesen Worten steckte also auch die „Garantie“ für die weitere Existenz der deutschen Minderheit in Nordschleswig, die nach den fünf dunklen Besatzungsjahren wahrlich nicht von allen Dänen nach 1945 weiter erwünscht war.

Tod des Königs berührt die Deutschen

Am 22. November 1945 folgte die Gründungserklärung des Bundes deutscher Nordschleswiger mit dem Bekenntnis zur unbedingten Loyalität zu König, Staat und Grenze.

Wie sich das alte und neue Verhältnis damals zum Königshaus darstellte, ging aus dem umfassenden Nachruf in der seit dem 2. Februar 1946 erschienenen Wochenzeitung „Der Nordschleswiger“ zum Tode von König Christian X. am 20. April 1947 hervor, also in einer Zeit, wo die dramatischen Verhältnisse in Schleswig einer neuen Entscheidung entgegensteuerten.

„Der Tod von Christian X. ist nicht ohne Eindruck auf das Deutschtum in Nordschleswig geblieben. Über Vergangenes und Gegenwärtiges ist viel nachgedacht worden. Einige Leser des Nordschleswigers haben auch die Feder in die Hand genommen, um ihren Empfindungen Ausdruck zu geben. Die Redaktion fasst die Zuschriften an dieser Stelle zusammen.

Auch in den Nachrufen der dänischen Presse ist der Einstellung König Christians zum Deutschtum in Nordschleswig gedacht worden. Nicht ohne Grund, denn in dem Verhältnis, das eine Persönlichkeit zu Menschen anderer Gesinnung hat, liegt die beste Möglichkeit zur Beurteilung seines Wesens. Man darf nur hoffen, dass des Königs Beispiel nach seinem Ritt über die Königsaugrenze auf unsere Zeit wirken möge.

... Und auch wir haben so manchen Zug seines ehrlichen Wollens im Gedächtnis, der von Verständnis und Achtung zeugte seinen deutschgesinnten Untertanen gegenüber. Er suchte bei seinen Besuchen in Nordschleswig vor dem Kriege die Gegensätze auszugleichen, in dem er z. B. Seite an Seite mit den dänischen Stadtvertretern auch die deutschen begrüßte, um sie damit zu ehren, er verlieh deutschen Mitbürgern Auszeichnungen, wo sich diese dafür verdient gemacht hatten.

... wohltuend, sich dieser Dinge zu erinnern, auch dann, wenn so manche Anordnung und Verfügung der letzten beide Jahre, die in seinem Namen gemacht wurde, uns so schmerzlich berühren musste und uns zutiefst traf.“

Und in einem Beitrag unter der Überschrift „in guten wie in bösen Tagen“ hieß es abschließend:

„Ein bewegter Abschnitt dänischer Geschichte findet mit dem Ableben des alten Königs seinen Abschluss, ein neuer nimmt seinen Anfang. Es ist auch unser Wunsch, dass dieser für Dänemark und sein Volk so segensreich werden möge, dass man in Ruhe und Frieden an die Aufbauarbeit herangehen kann, und dass die Spannungen und Hindernisse, die einem friedlichen und bereichernden Nebeneinanderleben hier im Grenzland im Wege stehen, fortgeräumt werden. Unserer Mitarbeit und unseres ehrlichen Willens darf man vergewissert sein.“

Ein ungewöhnlicher König

Christian X. war ein ungewöhnlicher König, der wie kein anderer dänischer Monarch vor größte Herausforderungen gestellt wurde – mit zwei Weltkriegen, die sein Land 1920 und auch 1940-1945 zu bestehen hatte.

Den deutschen Nordschleswigern bahnte er einen wahrlich nicht unkomplizierten Weg in den dänischen Staat, einen Weg, der – ohne sein Verschulden – steinig, ja leider auch blutig verlief. Seinen Nachfolgern – König Frederik IX. und Königin Margrethe II. – hinterließ Christian historisch verpflichtend ein Königshaus in schleswigscher Tradition.

Königin Margrethe besuchte 1986 als erstes dänisches Staatsoberhaupt die Minderheit. Foto: Archiv

Die gemeinsame Nato-Mitgliedschaft und parallel dazu die Bonn-Kopenhagener Minderheitenerklärungen aus dem Jahre 1955 sowie die dänische EU-Mitgliedschaft seit 1972 haben den bilateralen Rahmen für die stets engere Nachbarschaft geliefert – 2020 sogar als kulturelles Freundschaftsjahr.

Es gab schwierige Jahre, ja sogar sehr schwierige Zeiten, die auch nicht in Vergessenheit geraten dürfen, aber umso erfreulicher ist vor diesem Hintergrund nach 101 Jahren die heutige Bilanz:
Dänische Mehrheit und deutsche Minderheit leben inzwischen zusammen in gegenseitiger Anerkennung und vor allem in zunehmender Wertschätzung, zu der nicht zuletzt der historische Besuch von König Margrethe II. als erstes dänisches Staatsoberhaupt 1986 bei den deutschen Nordschleswigern beigetragen hat.

Dieser Artikel ist ein Vorabdruck aus einem für 2021 geplanten Buch über Zeitung und deutsche Minderheit.

Mehr lesen