Krieg in der Ukraine

Ein musikalisches Wiedersehen mit besonderen Vorzeichen

Ein musikalisches Wiedersehen mit besonderen Vorzeichen

Ein musikalisches Wiedersehen mit besonderen Vorzeichen

Reppel/Rebbøl
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Andreas Brandenhoff vor dem Reppelcenter mit Türen und Fenstern in den ukrainischen Nationalfarben Foto: Karin Riggelsen

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Bereits zum zehnten Mal tritt im Reppelcenter das ukrainische Orchester „Dyvohray“ auf. Der enge Kontakt und die Freundschaft von Centerleiter Andreas Brandenhoff zur Gruppe aus Kyiw hat wegen des russischen Überfalls an Intensität gewonnen. Wenn die Musiker Anfang Oktober kommen, gibt es im Reppelcenter eine Überraschung.

Gleich nach der Invasion russischer Streitkräfte im Februar habe er sich mit den treibenden Kräften des ukrainischen Ensembles „Dyvohray“ online ausgetauscht und über die Situation gesprochen.

„Sie waren verunsichert und natürlich nicht gut auf Putin zu sprechen (russischer Präsident, red. Anm.)“, erzählt Andres Brandenhoff, Leiter des Kulturcenters „Folkekulturhuset Rebbølcentret“ in Reppel.

Seit nunmehr zehn Jahren pflegt Brandenhoff einen engen Kontakt zu den Musikern aus Kyjiw, die – bis auf eine coronabedingte Zwangspause – jedes Jahr im Reppelcenter aufgetreten sind.

Am 10. Oktober kommen sie für zwei Auftritte wieder nach Nordschleswig.

Häufiger ausgetauscht

„Wir haben uns immer Weihnachtsgrüße geschickt. Als der Krieg in der Ukraine ausbrach, haben wir öfter hin- und hergemailt. Es ist einfach schlimm, was da passiert“, so Brandenhoff auf dem Hofplatz des Centers.

„Zum Glück geht es den Orchestermitgliedern in Kyiw gut“, ergänzt Brandenhoff, der in erster Linie mit den treibenden Kräften der Band in Verbindung steht. Das sind ein Ehepaar und dessen Tochter.

„Alle sind hoch ausgebildete Vollblutmusiker“, erwähnt Brandenhoff, selbst Musiker.

Der Folkloregruppe gehören noch zwei weitere Männer an.

Andreas Brandenhoff vor dem Plakat für das Konzert mit dem ukrainischen Orchester. Die aktuelle Situation in der Heimat der Musiker stimmt nachdenklich. Foto: Karin Riggelsen

Für die bevorstehende Rückkehr des fünfköpfigen Ensembles hat sich Andreas Brandenhoff eine besondere Form des Willkommensgrußes und der Solidaritätsbekundung einfallen lassen.

Geste der Solidarität

Der beiden Eingangstüren des Wohnhauses sowie zwei Pforten und die Fensterrahmen eines Nebentraktes sind in den ukrainischen Landesfarben Blau und Gelb gestrichen worden. Sie stechen an den roten Backsteingebäuden hervor.

„Um zu zeigen, dass wir mit ihnen fühlen und ihnen wünschen, dass der Albtraum bald vorbei ist“, so Brandenhoff mit ernster Miene.

Die ukrainische Gruppe „Dyvohray" ist Stammgast im Reppelcenter. Am 10. Oktober treten sie dort erneut auf. Foto: Pressefoto

Zum Glück können die ukrainischen Musiker ihrem Beruf weiter nachgehen und auch wieder in Dänemark und in anderen Ländern auftreten.

Bei ihrem Gastspiel in Reppel am 10. Oktober spielen die Musiker, die laut Brandenhoff allesamt am Tschaikowsky Musikkonservatorium in Kyiw ausgebildet wurden und als Meister ihres Faches gelten, zweimal.

Das Orchester „Dyvohray" bei einem der vielen Auftritte im Reppelcenter (Archivfoto) Foto: DN

Die Gruppe spielt ab 14.30 Uhr und noch einmal ab 19 Uhr. Ihr Programm zeichnet sich durch landestypische Volksmusik, internationale Melodien und klassische Stücke aus.

Musikalische Vielfalt

„Es ist wirklich eine interessante Bandbreite, wobei das Orchester mal in Landestracht und mal in eleganter Konzertkleidung auftritt“, so Brandenhoff.

Der Eintritt für die beiden Auftritte kostet jeweils 180 Kronen, einschließlich Kaffeetafel. Mitglieder der mitveranstaltenden Seniorenorganisation „Ældre Sagen“ zahlen 150 Kronen.

Tickets können reserviert werden unter Telefon 74 64 65 02 oder per E-Mail an fhrc@bbsyd.

Der Erlös der beiden Konzerte kommt den Musikern zugute.

„Sie haben bei einer Konzertreise ja Ausgaben, und dann sind sie wegen des Krieges obendrein gebeutelt“, erwähnt Andreas Brandenhoff, der den Freunden aus Kyiw nach dem Konzert wieder eine Unterkunft im Reppelcenter zur Verfügung stellt. Am Tag danach ziehen die Musiker dann schon wieder weiter.

Im kommenden Jahr soll es erneut ein Wiedersehen mit der Gruppe geben.

„Dann hoffentlich unter anderen Vorzeichen", so Brandenhoff mit dem Wunsch, dass die Machenschaften Putins und der Krieg in der Ukrainer ein baldiges Ende nehmen.

Andreas Brandenhoff vor dem Veranstaltungsplakat im Reppelcenter. Die Konzerte mit der ukrainischen Band „Dyvohray" feiern Jubiläum. Seit zehn Jahren kommen die Musiker bereits nach Nordschleswig. Foto: kjt
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