Krankenhauswesen

Neuer Direktor verantwortlich für 1,2 Millionen Menschen – und 2.700 Mitarbeitende

Neuer Direktor verantwortlich für 1,2 Millionen Menschen

Neuer Direktor verantwortlich für 1,2 Millionen Menschen

Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Thue Boye Hvorslev ist seit Anfang Januar neuer geschäftsführender Direktor der drei Krankenhäuser in Nordschleswig. Foto: Karin Riggelsen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Thue Boye Hvorslev ist neuer Direktor der drei nordschleswigschen Krankenhäuser. Er ist Chef von 2.700 Mitarbeitenden. Wie er sich auf die Arbeit vorbereitet hat und welche Schwerpunkte er verfolgt, hat er im kurzen Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ erzählt.

Mit einem Lächeln begrüßt Thue Boye Hvorslev die ersten Gäste. Seit dem 1. Januar ist er der geschäftsführende Direktor der drei nordschleswigschen Krankenhäuser in Apenrade, Sonderburg (Sønderborg) und Tondern (Tønder). Jetzt fand der Empfang für den 54-Jährigen statt.
 

Thue Boye Hvorslev (l.) begrüßt die Gäste bei seinem Antrittsempfang. Foto: Karin Riggelsen

Der Empfang fand im Lehr- und Forschungszentrum des „Sygehus Sønderjylland“ statt. Bevor er dort jedoch offiziell begrüßt wurde, hatte Thue Boye Hvorslev noch eine Viertelstunde Zeit für ein Kurzinterview mit dem „Nordschleswiger“.

Mit festem Handdruck werden wir empfangen. Offen und freundlich werden erste Worte gewechselt. Er wohne mit Gattin Charlotte und Sohn Søren in Sonderburg. Der älteste Sohn, Martin, wohnt in Aarhus, erzählt er. Zuvor war er zwölf Jahre Direktor in der Rheuma-Klinik Sonderburgs. Dann wurde bekannt, dass der bisherige Krankenhausgeschäftsführer, Peter Fosgrau, Ende 2022 in Pension gehen werde.

Thue Boye Hvorslev hat die Qualität der Einrichtungen im Blick. Foto: Karin Riggelsen

„Eine Stelle, die ich gerne antreten würde“, überlegte sich der Nachfolger. Doch mit dem Posten folgt große Verantwortung. 2.700 Frauen und Männer gehören zum Mitarbeiterstab. Knapp 1,2 Millionen Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger vertrauen auf die Leistungen „ihres“ Krankenhauses.

„Es ist eine große Verantwortung, die ich übernommen habe. Ich habe natürlich darüber nachgedacht, ob ich diese tragen kann, bin aber überzeugt, dass ich das kann. Wenn ich nur den geringsten Zweifel gehabt hätte, würde ich heute nicht hier sitzen“, sagt Thue Boye Hvorslev.

Mit den Aufgaben gewachsen

Er sei in die Position hineingewachsen, erklärt er. So begann seine berufliche Karriere nach dem abgeschlossenen Politikstudium 1997 im Sonderburger Krankenhaus. Nach einem Abstecher zum „Sønderjyllands Amt“ startete Hvorslev 2006 im Gesundheitswesen, genauer als Abteilungschef in der Gesundheitsverwaltung der Sonderburger Kommune. 2011 wurde er Leiter des „Dansk Gigthospital“ in Sonderburg. „Ich bin überzeugt, dass mir diese Positionen geholfen haben zu wachsen, sodass ich jetzt bereit bin für meine neue Aufgabe hier im Sygehus Sønderrjylland“, erklärt der neue geschäftsführende Direktor.

Dem Personal gute Arbeitsbedingungen sichern

Das Krankenhaus hatte sehr mit unzufriedenem Personal zu kämpfen. Die Situation hat sich in den vergangenen Monaten jedoch entspannt. Und das soll auch so bleiben, sagt Thue Boye Hvorslev. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen sich geborgen fühlen, wenn sie am Arbeitsplatz sind. Dafür möchte ich mich weiterhin einsetzen, um das zu sichern und weiter zu verbessern. Das geschieht zusammen mit Peter Sørensen, dem ärztlichen Direktor, und Eva Nielsen, der Pflegedirektorin – und natürlich gemeinsam mit dem Personal.“

Dazu gehört für Thue Boye Hvorslev unter anderem, dass die Bedingungen, unter denen die Menschen arbeiten, in Ordnung seien. „Und das ist meine Aufgabe.“

Fundierte Behandlung gewährleisten – und verbessern

Auch für die vielen Patientinnen und Patienten sollen die Krankenhäuser Sicherheit und vor allem eine fachlich gute Behandlung ermöglichen. Ein weiteres Kriterium, das dem Sonderburger wichtig ist. „Ich habe in den Krankenhäusern einen richtig guten fachlichen ,drive‘ erlebt, sodass die Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger die beste Behandlung bekommen“, sagt der neue Geschäftsführer.

Knapp 42.000 stationäre Patienten gibt es in den drei Krankenhäusern, und fast eine halbe Million ambulante Behandlungen werden jedes Jahr durchgeführt. „Ich bin sicher, dass unser Personal genau weiß, was in den einzelnen Fällen zu tun ist. Dafür schulen wir unsere Leute und bilden sie regelmäßig fort“, berichtet er. Das sei ein wichtiger Baustein, um die Behandlungsqualität für die Patientinnen und Patienten zu sichern – aber auch, um die Zufriedenheit beim Personal zu steigern, ist Thue Boye Hvorslev überzeugt. Das solle fortgeführt und ausgebaut werden.

Internationales Personal

Da es schwierig ist, Personal zu rekrutieren, hat das „Sygehus Sønderjylland“ die einzigartige Möglichkeit, Mitarbeitende in Deutschland zu finden. Für Direktor Hvorslev ein wichtiger Personalmarkt, wie er sagt – und er sei froh, darüber zu verfügen. „Ich bin offen gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jedweder Nationalität, wenn die fachliche Qualifikation stimmt“, erklärt er.

Er habe schon in Sonderburg gute Erfahrungen mit Ärztinnen und Ärzten aus anderen Ländern gemacht. „Dort hatten wir sogar einen prozentual größeren Anteil von Medizinern aus dem Ausland. Jeder hat mit seinem Wissen und Können beigetragen, und das hat gut funktioniert.“

Keine Grenze in den Köpfen

Eine Grenze sei überhaupt kein Hindernis, ist er überzeugt. „Ganz Nordschleswig grenzt an drei norddeutsche Kreise. Das gibt uns mehr Möglichkeiten“, fügt er hinzu und verweist auf ein Werbevideo der Kommune Sonderburg, in dem der Landesteil nicht als Randregion gesehen wird, sondern als Nachbar von Schleswig-Holstein und Hamburg. „Da ist die Welt auf den Kopf gestellt. Nord ist dort Süd, und wir sind nicht mehr eine Randzone Dänemarks, sondern liegen mitten in einer prosperierenden Region. Es gibt eine Offenheit über Grenzen hinweg“, findet Thue Boye Hvorslev und macht sich nach dem letzten Satz auf zu seinem Willkommensempfang.

 

 

Mehr lesen

„Mojn Nordschleswig“

Podcast: Traurig über Knivsbergfest-Absage? Hier geht’s trotzdem mit Thore auf den Berg

Apenrade/Aabenraa In Folge 22 zeigt das Team vom Knivsberg Cornelius von Tiedemann, wo beim kurzfristig abgesagten großen Fest der deutschen Minderheit was los sein sollte – und weshalb dafür die Fußballfelder einmal aufgegraben werden mussten. Hannah und Helge sind zurück und es geht auch bei ihnen natürlich ums Knivsbergfest – und Sara Eskildsen hat mit Thomas Ebel gesprochen, der in Sonderburg zur Energieversorgung der Zukunft forscht.

Team Knivsberg