Leitartikel

„Schwarzer Freitag sorgt für buntes Treiben“

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Nicht alle Angebote sind gute Angebote. Für die Verbraucher gilt daher am Black Friday: den gesunden Menschenverstand einschalten, damit es auf dem eigenen Konto nicht zum Börsencrash kommt, meint Chefredakteur Gwyn Nissen.

Der Schwarze Freitag. Jahrelang war dieser Begriff im Bewusstsein vieler Menschen ausschließlich mit dem Einbruch des Aktienmarktes 1929 an der Börse in New York verbunden. Die Schwarze Woche war damals der Beginn der bisher größten Weltwirtschaftskrise.

Heute kennt fast jedes Kind den Schwarzen Freitag – oder Black Friday – nicht aber im oben genannten geschichtlichen Zusammenhang, sondern weil es der konsumintensivste Einkaufstag ist. In den USA läutet der Black Friday (der Freitag nach Thanksgiving/Erntedank) den Weihnachtshandel ein. Die Läden öffnen bereits frühmorgens, ganz Amerika steht Schlange, um Schnäppchen zu kaufen und sie unter den Weihnachtsbaum zu legen. Seit gut 50 Jahren besteht der Begriff in den Staaten – und nun ist er den Konsumenten auch hierzulande längst ein fester Begriff.

Der Black Friday wanderte 2013 nach Dänemark ein. Es waren vor allem internationale Webshops, die den Begriff einführten. Doch schon im Jahr darauf zogen Handelsketten und Läden mit und sagten somit dem Internethandel den Kampf an. Den Geschäftsleuten vor Ort blieb nichts anderes übrig, als auf den Trend einzugehen und Weihnachten mit großen Rabatten einzuleiten.

Am Schwarzen Freitag schreiben die Geschäfte trotz der Rabatte schwarze Zahlen, der neue Handelstag ist im Handumdrehen zum größten Einkaufstag überhaupt geworden. Vergangenes Jahr betrug der Kreditkarten-Umsatz in Dänemark an diesem einen Tag 2,1 Milliarden Kronen – im Vergleich zu einem Gesamtumsatz im Dezember von 30 Milliarden Kronen. Schätzungsweise eine Million Pakete wurden nach dem Black Friday 2017 vom Internethandel verschickt. Die Fußgängerzonen haben auch an diesem Tag einen schweren Stand gegen das Angebot im Netz.

Wie bei jeder Schnäppchenjagd gilt allerdings: Achtgeben, dass aus dem Schnäppchen kein Fettnäpfchen wird. Denn nicht alle Angebote sind gute Angebote. Für die Verbraucher gilt daher am Black Friday: den gesunden Menschenverstand einschalten, damit es auf dem eigenen Konto nicht zum Börsencrash kommt.

Außerdem gilt: Wer lokal einkauft, sorgt dafür, dass auch in Nordschleswig der Laden läuft. Heute und auch morgen.

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