Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

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DN
Kopenhagen/Apenrade
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Der See, in dem die Leiche Emilie Mengs gefunden wurde. Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Erste Entlassungen bei DR

Am Montag hat Danmarks Radio mehrere Führungskräfte entlassen. Das berichtet das Gewerkschaftsblatt Journalisten. Dies geschah als Reaktion auf die Medienabsprache, auf die sich Regierung und Dänische Volkspartei im Juni geeinigt haben. Demnach werden dem öffentlich-rechtlichen Sender in den kommenden fünf Jahren 20 Prozent der Mittel gestrichen.

Fall Noah: Stiefvater schuldig gesprochen

Das Westliche Landgericht in Sonderburg hat einen 31-jährigen Mann für schuldig befunden, Gewalt mit Todesfolge auf seinen 17 Monate alten Stiefsohn Noah ausgeübt zu haben. Der Mann muss für neun Jahre ins Gefängnis und 100.000 Kronen Schadenersatz an die Mutter des Kindes zahlen. Der kleine Junge starb 2016 im Wohnhaus der Familie in der Storegade in Sommerstedt. Die Obduktion zeigte, dass zehn Rippen gebrochen waren und dass es zahlreiche Verletzungen an Brustkorb und Rumpf gab. Im März 2018 hatte die Mehrheit am Schöffengericht von Sonderburg entschieden, den Stiefvater freizusprechen.

Finanzaufsicht verwarnt Banken

Die staatliche dänische Finanzaufsicht „Finanstilsynet“ hat sechs Geldinstitute verwarnt. Sie hätten in fahrlässiger Weise Darlehen an Besitzer von Genossenschaftswohnungen vergeben, so die Behörde. Die Aufsichtsbehörde kritisiert, dass die Genossenschaftsanteile unrealistisch hoch bewertet worden seien. Das gelte besonders für Genossenschaftswohnungen in Kopenhagen und Aarhus. Hintergrund sei ein harter Kampf um Kreditkunden. Es sei zu befürchten, dass Kredite vergeben werden, die von den Kunden gar nicht abgetragen werden können. Berührt sind laut Ritzau die Danske Bank, Arbejdernes Landsbank, Nykredit Bank, Lån & Spar Bank, Sparekassen Kronjylland und Sparekassen Sjælland-Fyn.

Notenschnitt soll weniger wichtig werden

Dänemarks Regierung plant, das Zulassungssystem an dänischen Hochschulen so zu verändern, dass die Schulabschlussnoten bei der Aufnahme neuer Studierender eine kleinere Rolle spielen als bisher. Das hat Ausbildungs- und Forschungsminister Tommy Ahlers (Venstre) am Montag auf einer Pressekonferenz an der Copenhagen Business School auf Frederiksberg mitgeteilt. „Wir müssen das Notenrennen bremsen“, so Ahlers laut Ritzau. „Man kann durchaus ein guter Arzt oder Psychologe werden, auch wenn man keinen Zehnerschnitt hat“, meint der Minister.

2018 weniger Kormorane in Dänemark

Im Bereich der Wiedaumündung sieht man momentan jede Menge Kormorane, die nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern auch den Bestand der seltenen Fischart Schnäpel dezimieren. Laut Vogelschutzverband DOF hat sich der Bestand der Kormorane, die in Dänemark in 76 Kolonien brüten, dieses Jahr aber um fünf Prozent gegenüber 2017 auf 31.606 Nester verringert. Die Ornithologen vermuten, dass die steigende Zahl der Seeadler und offizielle Bekämpfungsmaßnahmen den tauchenden Fischjägern zusetzen. 13 Prozent der Kormorannester waren behördlich durch Behandlung der Eier zerstört worden.

Fall Emilie Meng: Polizei will See erneut untersuchen

Im Fall der getöteten Teenagerin Emilie Meng hat die Polizei von Südseeland und Lolland-Falster bekannt gegeben, dass der See bei Borup, in dem die Leiche der 17-Jährigen gefunden wurde, erneut untersucht werden soll. Wegen des warmen Sommers sei der See teilweise ausgetrocknet. Dies gebe neue Möglichkeiten, heißt es in einer Pressemitteilung. Meng war im Juli 2016 nach einer Kneipentour mit Freunden verschwunden. Erst Weihnachten 2016 wurde die Leiche in dem See gefunden – mehr als 60 Kilometer entfernt von der Haltestelle Korsør, wo Meng sich von ihren Freunden verabschiedet hatte. Der Fall hat in Dänemark große Aufmerksamkeit erhalten. Zuletzt, weil sich Justizminister Søren Pape Poulsen (Kons.) entgegen der Sitte persönlich eingemischt und sich mit der Familie Mengs und deren Anwältin traf, woraufhin die Ermittlungen intensiviert wurden.

Dänemark hat 800 Millionen Kronen bei UN gut

Dänemark hat seit Jahren fast 800 Millionen Kronen bei den Vereinten Nationen gut. Doch ob dieses Geld jemals ausgezahlt wird, ist fraglich – denn dazu müssten andere Länder, die Geld schulden, diese Schulden ausgleichen. Das sagt die Außenpolitik-Expertin Louise Riis Andersen vom Dänischen Institut für Internationale Studien in Radio 24syv. Die UN haben Dänemark mehrfach aufgefordert, das Guthaben abzuschreiben, doch bisher hat Dänemark sich geweigert – und werde dies auch weiterhin tun, sagt der außenpolitische Sprecher der Regierungspartei Venstre, Michael Aastrup Jensen. Zugleich werde Dänemark aber weiterhin seine Zahlungen an die UN leisten. Der Großteil des Guthabens stammt aus der Teilnahme Dänemarks an der Friedensmission auf Zypern zwischen 1964 und 1992.

Kleiner Vorsprung für roten Block

In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Voxmeter für Ritzau liegt der rote Block derzeit mit 51,8 Prozent vor dem blauen Block mit 47,7 Prozent Zustimmung. Im Ritzau-Index, dem Querschnitt aller großen Umfragen in Dänemark, ist der Vorsprung knapper, hier steht es 51 zu 48,6 für den roten Block. In Mandaten ausgedrückt wären das 90 zu 85. Größte Parteien wären laut Ritzau Index derzeit die Sozialdemokraten (26,2 Prozent, 46 Mandate), Venstre (18,6 Prozent, 33 Mandate) und die Dänische Volkspartei (17,8 Prozent, 31 Mandate).

Thulsen Dahl für EU-Kompromiss

Der Chef der Dänischen Volkspartei (DF), Kristian Thulesen Dahl, sieht in der Haltung seiner Partei zur EU keinen Hinderungsgrund für eine Regierungzusammenarbeit mit Venstre. Er erklärte beim DF-Parteitag: „Wenn wir es wollen, können wir selbstverständlich einen Kompromiss in der EU-Politik finden. Er betonte aber auch, dass er eine Abstimmung in Dänemark über eine weitere Mitgliedschaft in der EU wünsche, wenn der britische EU-Austritt unter Dach und Fach ist. Thulesen Dahl begrüßt die Ankündigung Lars Løkke Rasmussens, die dänische Bevölkerung nicht mit einer weiteren Abstimmung über die dänischen EU-Vorbehalte „zu ermüden“.

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