Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Kopenhagen
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Inger Støjberg verteidigt ihr Vorgehen im Fall der Trennung von Paaren, die Asyl beantragt haben. Mehr unter „Støjberg weist Vorwurf einer verheimlichten E-Mail zurück“ weiter unten. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Börsenbericht am Freitag

Zum Ende der Woche konnte der dänische C25 Eliteindex noch einmal leicht anziehen und stieg um 0,4 Prozent auf 1104,78 Punkte. Zu verdanken hat der Index dies dem Biotechnologieunternehmen Genmab. Dessen Wertpapiere stiegen am letzten Handelstag der Woche noch einmal um satte 2,4 Prozent und sind nun 1.161 pro Stück wert. Auch die Brauereigruppe Unibrew schließt die Woche positiv ab. Die Aktien gingen um 2,2 Prozent nach oben und schlossen bei 495,80 Kronen. Am anderen Ende der Skala findet sich am Freitag die Reederei A.P. Møller Mærsk wieder. Um 1,6 Prozent ging es nach unten.

Buskontrollen: 116 Bußgelder ausgestellt

Wie in den vergangenen Jahren hat die Polizei in Dänemark während der Winterferien vermehrt Busse mit Ski-Urlaubern kontrolliert. Insgesamt wurden nach Angaben der Polizei 230 Busse kontrolliert. 116 Busfahrer wurden anschließend zur Kasse gebeten. Bei einem Bus, der sich auf dem Weg nach Deutschland befand, waren die Mängel an den Bremsen sogar so groß, dass die Beamten die Weiterfahrt verwehrten und das Nummernschild einkassierten.

120,6 statt 111 Millionen: Nielsen-Skandal weitet sich aus

Britta Nielsen soll noch deutlich mehr Mittel, die für Bedürftige vorgesehen waren, veruntreut haben als bisher bekannt. Das legt ein Bericht der Rechnungsprüfungsfirma PWC offen, den das Sozialministerium am Freitag vorgestellt hat. Der Bericht zeigt, dass die wegen der Veruntreuung öffentlicher Mittel angeklagte Nielsen, die ihre Stellung in der Sozialbehörde missbraucht haben soll, um sich selbst zu bereichern, rund 120,6 Millionen Kronen veruntreut haben soll. Die bisherigen Ermittlungen hatten ergeben, dass sie insgesamt 111 Millionen Kronen an sich selbst überwiesen hatte.

DR: Fernsehprogramm schon früher im Internet

Als Teil der digitalen Umstellung veröffentlicht der Medienriese Danmarks Radio (DR) Fernsehsendungen seit Freitag jeden Morgen um 6 Uhr. Einige vorproduzierte Programme sind davon jedoch ausgenommen. Bisher wurden Sendungen, die im Fernsehen ausgestrahlt werden, erst dann auf der Internetplattform DRTV veröffentlicht, wenn sie bereits ausgestrahlt wurden. Das ändert sich mit dem 1. März. „Wir lösen DRTV von den Sendezeiten. Es gibt in der heutigen Zeit keinen Sinn mehr, die Veröffentlichung an die Ausstrahlung im Fernsehen zu koppeln“, sagt DR-Publikationschef Peter Rosberg zur Tageszeitung „Politiken“.

Mehr Polizisten in Dänemark

11.128 Polizisten waren im Februar 2019 in Dänemarks Polizeikreisen und bei der Reichspolizei angestellt. So viele, wie seit Januar 2007 nicht mehr, als die umstrittene Polizeireform in Kraft trat. Damals wurde die Polizeiarbeit zentralisiert, aus 54 Polizeikreisen wurden zwölf. Reichspolizeichef Jens Henrik Højbjerg ist zufrieden damit, dass sich wieder mehr Polizisten auf der Straße blicken lassen können. „Wir hatten seit 2015 eine harte Zeit, als wir mit Grenzkontrollen und Terrorschutz neue Aufgaben dazubekamen. Deshalb haben wir wirklich neue Polizisten gebraucht“, sagt er. Inzwischen sei die Organisation wieder „schlagkräftig“.

Lagkagehuset: Chef hört auf

Die Bäckereikette Lagkagehuset, die ihre Wurzeln auch in Nordschleswig hat, muss sich nach einem neuen Geschäftsführer umsehen. John Tønnes, der erst am 1. Oktober 2017 die Leitung übernommen hat, will laut „FødevareWatch“ nicht mehr. Einer der Gründe ist, dass die Produktion der 89 Filialen in Dänemark künftig zentral gesteuert werden soll und dafür ein Chefposten neben Tønnes geschaffen werden sollte. Er wolle aber die volle Verantwortung haben, so Tønnes zu „FødevareWatch“.

Früherer Venstre-Mitarbeiter spionierte bei Telefonkonferenz

Ein ungebetener Gast hat bei morgendlichen Telefonkonferenzen, an denen Venstres Fraktionsvorsitzende Karen Ellemann, Parteisprecherin Britt Bager und Mitarbeiter der Pressestelle teilnahmen, zugehört. Dabei soll es sich um einen früheren Venstre-Mitarbeiter handeln, der nun im Außenministerium arbeitet. Mit seinem früheren Login soll er sich Zugang zu den Konferenzschaltungen verschafft haben. Das berichtet Ekstra Bladet, nachdem die Regierungspartei auf die Vorfälle aufmerksam wurde. Durch die Überprüfung der elektronischen Logins konnte festgestellt werden, um wen es sich bei dem Mithörer handelt. Laut Ekstra Bladet wollte der Angestellte in Außenministerium keinen Kommentar zu den Vorwürfen abgeben. Venstre-Parteisekretär Claus Richter erklärte gegenüber der Tageszeitung, dass man den Fall als Personalsache ansehe und deshalb noch nicht darüber berichtet werde, welche Konsequenzen nun folgen werden.

Ministerin will Schulversuch gegen die Mehrheit lancieren

Für den Vorschlag einer Versuchsordnung, bei der Schulen selbstverwaltet haushalten sollen, hat es im Folketing keine Mehrheit gegeben. Dennoch will Unterrichtsministerin Merete Riisager (Liberale Allianz) einen solchen Versuch nun starten. Weil es sich eben nur um einen Versuch handelt, hat die Ministerin dazu die Befugnis. 75 Volksschulen sollen teilnehmen können – unter dem Namen „Freiheitsversuch“. Nach den Sommerferien 2019 soll dieser beginnen und vier Schuljahre lang andauern. Den Schulen soll freigestellt werden, gewisse gesetzliche Forderungen zu erfüllen, zum Beispiel die nach Hausaufgabenhilfe oder Klassengröße.

Støjberg weist Vorwurf einer verheimlichten E-Mail zurück

Am Freitag ist Ausländerministerin Inger Støjberg (Venstre) erneut zur parlamentarischen Anhörung im Fall der illegalen Trennung eines jungen Asylbewerberpaares vorgeladen. Im Vorfeld weist die Ministerin erneut alle Kritik zurück, die Regierung habe eine wichtige E-Mail in dem Zusammenhang verheimlicht. Das berichtet „Politiken“. Der Vorwurf: Støjberg soll 2016 eine Anweisung geschickt haben, alle Paare in dänischen Asylzentren voneinander zu trennen, bei denen einer der Partner jünger als 18 Jahre ist. Regierungsbeamte hatten vor einer solchen Anordnung gewarnt. Dennoch wurden mehrere Paare voneinander getrennt, ohne zuvor gehört zu werden. Støjberg verteidigt sich damit, das bei einem Direktionstreffen „kommuniziert“ worden sei, dass Gesetze einzuhalten seien. Mehrere Teilnehmer des Treffens haben dies anonym infrage gestellt, berichtet „Politiken“.

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