Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Mai Mercado (Konservative) Foto: Jens Astrup/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Fischereibehörde und -ministerin in der Kritik

Im vergangenen Jahr sind die Parteien im Folketing übereingekommen, die Lizenzen zum Muschelfang zu begrenzen. Eine Reihe der im Parlament vertretenen Parteien, darunter auch die Dänische Volkspartei, sind der Auffassung, Fischereiministerin Eva Kjer Hansen (Venstre) habe die Umsetzung der neuen Regeln verschleppt. Nach der Vereinbarung vergingen der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge fünf Monate bis zur Bekanntmachung. Die Ministerin weist die Kritik von sich und gibt den übrigen Parteien die Schuld an der zähen Umsetzung.

Weiteren Ärger gibt es unterdessen in der nachgeordneten Fischereibehörde. Wie der Fernsehsender TV2 berichtet, gestand die Natur- und Erwerbsbehörde (Natur og Erhvervsstyrelsen) einem Fischer von Fur, Limfjord, eine Heringsquote zu, die für Berufsanfänger und Neufischer vorgesehen war – was der Fischer nicht war. Aus dem Emailverkehr aus dem Jahr 2016 geht laut TV2 hervor, dass die Behörde wusste, nicht nach den Regeln zu handeln. Sowohl der Rechnungshof (rigsrevision) als auch der staatliche juristische Berater (kammeradvokat) hatten die Fischereibehörde in der Vergangenheit für Unregelmäßigkeiten an stark kritisiert.

Die Börse am Freitag

Gedämpfte Stimmung bei Rockwool: Die Bilanz fürs vierte Quartal 2018 fiel zwar positiv, aber nicht ganz so gut aus, wie erwartet – und die Aktionäre quittierten das mit zahlreichen Verkäufen. Um satte 11,1 Prozent verlor das Papier am Freitag an Wert – auf nunmehr 1.613 Kronen. Dabei hatte Rockwool 2018 ein Rekordjahr. Aufwind hingegen bei Vestas: Um 1,6 Prozent legte die Aktie es Windenergie-Konzerns auf 513,80 Kronen zu – allerdings nach deutlichen Verlusten am Vortag.
Der Gesamtindex verlor am Freitag um 0,9 Prozent auf 1.051,95 Zähler, weil außer Vestas niemand deutliche Gewinne verzeichnete.

Mehrheit gegen künstliche Jugfernhäute

Ein Gesetzesvorschlag der Regierung, der es Ärzten verbieten soll, bei Mädchen beziehungsweise Frauen künstliche Jungfernhäute nachzuformen, hat am Freitag große Unterstützung gefunden. Gesundheitsministerin Ellen Trane Nørby (Venstre) will damit die Auffassung aus der dänischen Gesellschaft verdrängen, dass Frauen nach dem ersten Geschlechtsverkehr bluten müssen. Dieses Märchen führe dazu, dass Mädchen kontrolliert und unterdrückt würden, so die Ministerin. Es sei eine mittelalterliche Auffassung, dass Mädchen keinen Sex vor der Ehe haben sollten, so Nørby weiter. Nach dem Vorschlag der Regierung soll ein Verstoß gegen die neue Vorschrift mit mindestens 10.000 Kronen geahndet werden. Gegen das Verbot ist die Gesellschaft für Schwangerschaft, Geburtshilfe und Gynäkologie in Dänemark (Dansk Selskab for Obstetrik og Gynækologi. Ihrer Auffassung nach hilft das Verbot den Mädchen nicht, sie würden nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten. Andere Institutionen unterstützen den Gesetzesentwurf.

Nach Millionenbetrug: Gehörlose und Schwerkranke können auf Geld hoffen

Dem Sozialministerium zufolge steht sechs Kommunen, zwei Regionen, dem dänischen Landesverband der Gehörlosen sowie dem Mukoviszidoseverein Geld zu, weil sie durch den Millionenbetrug von Britta Nielsen benachteiligt wurden. Die ehemalige Angestellte des Sozialministeriums hatte zwischen 2002 bis 2018 insgesamt 111 Millionen Kronen Fördermittel veruntreut. In den meisten Fällen hatte Nielsen Geld an Projekte überwiesen, die sie sich selbst ausgedacht hatte. In einigen Fällen hatte sie aber einen Teil der Zuschüsse an wirkliche Empfänger abgezweigt. Dies ergaben Nachforschungen des Sozialministeriums. Zu den erwähnten Regionen gehört auch die Region Süddänemark. Die zuständige Ministerin Mai Mercado (Konservative) sicherte zu, fehlende Beträge zu überweisen.

Bürgermeister mit Polizeischutz

Wegen einer versuchten Grundstücksenteignung steht Vejens Bürgermeister Egon Fæhr (Venstre) nun unter Polizeischutz. Das berichtet der Nachrichtensender TVSyd. Die Kommune hatte illegal eine Straße auf dem Grundstück eines Landwirts verlegt, dieser wehrte sich. Der Fall endete vor dem Höchstgericht – mit einem Urteil zugunsten des Landwirtes. Wegen des Falls hat Fæhr in den vergangenen Monaten mehrere Droh-Mails bekommen und wird nun rund um die Uhr von der Polizei geschützt.

Neuer Bericht: F-35 schießt daneben

Volltreffer mit der Maschinenkanone des F-35-Kampfjets könnten schwierig werden. Das zeigt ein neuer Bericht des Kontrollbeamten Robert F. Behler vom amerikanischen Verteidigungsministeriums Pentagon, den er in der vergangenen Woche dem Kongress vorlegte. „Ein großes Problem ist die Maschinenkanone. Sie funktioniert nicht ordnungsgemäß und ist unpräzise. Das ist nicht akzeptabel“, so der Bericht laut Online-Zeitung Altinget.

Chinesischer und britischer Rückgang bremst dänischen Export

Der dänische Export ins Ausland verzeichnet im Vergleich zu den vorherigen Jahren mit 0,8 Prozent nur einen kleinen Anstieg. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. Insbesondere die Rückgänge auf dem chinesischen und britischen Markt haben den dänischen Export ausgebremst, so die Behörde. Beim Arbeitgeberverband Dansk Industri (DI) geht man einen Schritt weiter und bezeichnet das Jahr gar als „schlecht“. „2018 ist ein Jahr, das wir schnell vergessen sollten. Für unseren Export war das ein sehr träges Jahr“, so DI-Chefanalytiker, Allan Sørensen, zur Nachrichtenagentur Ritzau.

16 Stunden im Rettungsfloß

16 Stunden lang mussten zwei Fischer bei Wind und Wetter in ihrem Rettungsfloß ausharren, bis sie am späten Donnerstagnachmittag auf der Ostseeinsel Ærø an Land trieben. Das berichtet die Polizei auf Fünen. Die beiden Männer waren mit ihrem Kutter auf einem Fischertörn. Doch gegen Mitternacht, rund sieben Seemeilen südlich von der Insel Langeland, kamen heftige Flammen aus dem Maschinenraum. Deshalb entschieden die Fischer, schnellstmöglich in ihr Rettungsfloß zu steigen – ohne ihre Mobiltelefone. Die zwei Leuchtraketen der Männer bleiben unbemerkt, so die Polizei. Erst am Donnerstagnachmittag wurden die beiden als vermisst gemeldet – doch da waren sie schon an Land getrieben. Laut Polizei waren beide Fischer unterkühlt und sind in das Krankenhaus auf Ærø eingewiesen worden.

Mehr Wohnungen stehen zum Verkauf

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der zum Verkauf angebotenen Eigentumswohnungen um 28 Prozent gestiegen. Das zeigt eine neue Statistik der Interessenorganisation Finans Danmark. Den größten Anstieg verzeichnen Kopenhagen, Aarhus und Aalborg, wo bis zu 52 Prozent mehr Wohnungen angeboten werden. Setzt sich die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt derart fort, kann dies auch die Preise beeinflussen, schätzt Lise Nytoft Bergmann, Immobilienexpertin der Großbank Nordea. „Die Jahre, in denen die Wohnungen einen deutlichen Preishüpfer machten, sind vorbei“, so Bergmann zur Nachrichtenagentur Ritzau.

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