Eishockey

„Wir hatten unsere Momente – aber Momente reichen nicht“

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David Madsen ärgert sich über das fehlende Führungstor in Spiel sieben.

Das frühe Aus im Kampf um die dänische Eishockey-Meisterschaft tut bei SønderjyskE weh. Kapitän David Madsen sieht die fehlende Stabilität als Hauptursache für das Scheitern.

Die Eishockeyspieler von SønderjyskE werden ihren Titel nicht erfolgreich verteidigen. Der noch amtierende dänische Meister hat mit einer 2:5-Niederlage im siebten und entscheidenden Playoff-Viertelfinale die Serie gegen die Odense Bulldogs mit 3:4 verloren.

„Das ist im Moment nur schwer zu schlucken. Wir hatten nach der vergangenen Saison hohe Ambitionen, aber ich denke, dass wir uns nach dieser Serie selbst in die Augen sehen können, auch wenn wir auch in diesem Viertelfinale unsere Aussetzer hatten“, sagt SønderjyskE-Kapitän David Madsen zum „Nordschleswiger“.

Nach dem Grund für das zu frühe Ausscheiden gefragt, muss der 26-jährige Woyenser kurz nachdenken.

David Madsen

„Stabilität. Das ist das erste Wort, das mir einfällt. Die Stabilität hat gefehlt. Wir hatten im Laufe dieser Saison und auch in dieser Serie unsere Momente, sowohl als Einheit als auch individuell, aber Momente reichen nicht“, meint der SønderjyskE-Stürmer.

Tore waren in der zweiten Hälfte der Viertelfinalserie Mangelware. Nur vier Treffer sprangen in den letzten vier Spielen heraus.

Ein Gefühl, das weh tut

„Ich weiß nicht, ob es an der Kraft lag. Ich denke nicht, dass irgendeiner in Spiel sieben völlig frisch ist, aber nicht nur körperliche Müdigkeit, sondern auch mentale Müdigkeit kann eine Rolle spielen, und dann fehlt im Abschluss manchmal die Abgeklärtheit. Was im Moment aber weh tut, ist das Gefühl, dass es sehr wohl anders hätte aussehen können, wenn wir in Spiel sieben das erste Tor gemacht hätten, und dazu hatten wir kurz vor dem ersten Gegentor eine große Chance“, ärgert sich David Madsen.

Der SønderjyskE-Kapitän zollte aber dem Gegner Respekt und lobte auch die eigenen Fans.

„Die Unterstützung, die wir von den Fans bekommen haben, findet man nur selten“, so der Kapitän.

Sein Trainer ärgerte sich weniger über den Ausgang von Spiel sieben als über den Verlauf der Serie.

Casper Stockfisch

„Ich glaube, die meisten hatten in dieser Serie ein schnelles Ausscheiden für uns vorausgesagt, aber wir haben Odense alles abverlangt. Der späte Siegtreffer von Odense in Spiel vier hat die Serie zugunsten von Odense kippen lassen, und dieses Momentum hat der Gegner tüchtig genutzt“, so Casper Stockfisch zum „Nordschleswiger“.

Der 30-Jährige war im Januar vom Co- zum Cheftrainer befördert worden, konnte aber nicht verhindern, dass SønderjyskE nur als Tabellensiebter in die Playoffs ging.

„Es ist schwer, die gesamte Saison zu analysieren, jetzt wo so viele Gefühle durch den Kopf gehen. Wenn man aber auf die Art und Weise blicken, wie wir in die Playoffs gegangen sind, haben wir alles getan, um diese Serie so lang wie möglich zu machen. Wir haben ein Spiel sieben erzwungen und uns selbst die Möglichkeit gegeben, etwas zu reißen, aber das ist uns nicht gelungen. Odense ist eine starke Mannschaft und war heute besser als wir“, meint der SønderjyskE-Trainer.

SønderjyskE: Playoff-Abschneiden der letzten 10 Jahre:

2015/16: Aus im Halbfinale (3:4 gegen Esbjerg)

2016/17: Aus im Viertelfinale (2:4 gegen Esbjerg)

20:17/18: Aus im Viertelfinale (1:4 gegen Esbjerg)

20:18/19: Vizemeister (0:4 gegen Rungsted)

2019/20: Keine Playoffs wegen Corona

2020/21: Aus im Halbfinale (1:4 gegen Rungsted)

20:21/22: Aus im Viertelfinale (3:4 gegen Odense)

2022/23: Aus im Viertelfinale (2:4 gegen Esbjerg)

2023/24: Meister (4:2 gegen Esbjerg)

2024/25: Aus im Viertelfinale (3:4 gegen Odense)