Mensch & Natur

Möglicher erster Wolfsbiss seit Rückkehr der Wölfe

Möglicher erster Wolfsbiss seit Rückkehr der Wölfe

Möglicher erster Wolfsbiss seit Rückkehr der Wölfe

dpa/hm
Steinfeld/Niedersachsen
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Wolf
Archivbild eines jungen Wolfes. Foto: dpa

In Niedersachsen ist es möglicherweise zu einem ersten Übergriff eines Wolfes auf den Menschen nach Rückkehr der Tiere gekommen. Auf einem Friedhof schnappte ein Wolf nach der Hand eines Gärtners.

Erstmals seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland hat am Dienstagvormittag möglicherweise eines der Tiere einen Menschen attackiert. Ein Gemeindearbeiter sei bei der Pflege einer Grünanlage am Friedhof im niedersächsischen Steinfeld nach eigenen Angaben von einem Wolf in die Hand gebissen worden, teilte die Polizei mit. Drei weitere Wölfe eines Rudels hätten die Aktion nach der Schilderung des 55-Jährigen mit etwas Abstand beobachtet. Der Mann habe sich befreien und die Wölfe vertreiben können. In Niedersachsen gibt es nach offiziellen Angaben 20 Wolfsrudel mit insgesamt 170 bis 180 Tieren.

Nach Angaben des Norddeutschen Rundfunks NDR drängt das niedersächsische Umweltministerium auf Aufklärung. Die gesammelten Wolfsproben werden statt per Post mit Kurier Senkenberg Institut bei Frankfurt geschickt. Das Ergebnis werde voraussichtlich Mitte der Woche vorliegen, so eine Sprecherin des Umweltministeriums zum NDR.

Während der Arbeit attackiert

Laut NDR wurde der 55-Jährige nach eigenen Angaben während der Arbeit an einem Zaun attackiert. Laut Polizei gab der Mann an, dass er mit seiner Hand hinter sich gefasst habe. Dabei habe er bemerkt, dass diese festgehalten wurde. Als er sich umblickte, sah er den Wolf, der nach seiner Hand schnappte. Das teilte die Polizei gestern mit. Dazu hätten drei weitere Wölfe die Szene beobachtet. Der Mann habe die vier Tiere vertreiben können.

Sollte sich bestätigen, dass ein Wolf einen Mann in Steinfeld angegriffen hat, müsste das Tier oder gar das Rudel getötet werden, sagt der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) zum Sender. Der Bürgermeister der Gemeinde, Frank Holle (CDU), sagte der „Kreiszeitung", dass den Ausführungen des Mannes zu glauben sei.

Laut Bettina S. Dörr, Pressesprecherin vom niedersächsischen Wolfsbüro, sind derzeit viele Jungtiere unterwegs, die nicht so vorsichtig und neugieriger als der Rest im Rudel seien.

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