Kultur und Wirtschaft in Schleswig

Neue Ideen für die alte Spritfabrik

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Freigelände Spritfabrik
Auf dem Freigelände: Arne Hansen (v.li.), Cäcilie Hansen (mit Dackel "Hugo"), Künstler Dietmar Wagner, Bela Baumgart und Jens Lohmann.

In die alte Spritfabrik an der St. Jürgener Straße kehrt neues Leben ein. Es könnte ein Zentrum für Innovationen werden.

Derzeit residiert hier die Verwaltung des ambulanten Pflegedienstes „Klöndeel“; die Fahrzeuge werden mit Solarstrom vom Dach des alten Industriegebäudes geladen. Der Unternehmer Jens Lohmann hat hier ein kleines Büro und möchte in Kürze mit einem Showroom für seine handgefertigten Ledermöbel der Marke „Mocfor“ an den Start gehen. So heißt auch sein Designer-Gin, den man hier bald verkosten und erwerben kann.

Innovative Boote mit Wasserstoff-Antrieb

Am anderen Ende des ausgedehnten Gebäudekomplexes residiert das junge Unternehmen „Unleash Future Boats“, das Wasserstoff-getriebene Kleinfähren für den Transfer von der Altstadt nach Haithabu und zurück entwickelt. Von dort wird es demnächst spannende Neuigkeiten geben, heißt es.

Doch Dietmar Wagner hat noch eine weitere Aufgabe. Im Sommer wird er zusammen mit einer Handvoll weiterer Künstler aus Österreich, Hamburg, Berlin und Lüneburg, womöglich auch aus Dänemark, die Außenwand eines rückwärtigen Gebäudes mit einem Riesengemälde verzieren. Arne Hansen wird die Wand zuvor grundieren lassen. Das Bild soll, so die Idee, auch die frühere Nutzung widerspiegeln. Hansen plant zudem, direkt vor dem Gemälde die im vergangenen Jahr ausgefallene Messe „Heim und Garten“ zu veranstalten, wenn auch in kleinerem Rahmen.

Künstler Dietmar Wagner
Künstler Dietmar Wagner hat den gesamten Raum der früheren Mälzerei in Beschlag genommen.

Klebezettel mit russischen Begriffen

Auch für diesen Sommer ist eine Benefiz-Ausstellung im Industrie-Ambiente der ausgedienten, riesigen Destillieranlage geplant. „Da bauen wir hier eine Bar auf“, sagt Arne Hansen, zeigt auf die meterhohe Batterie an Kontrollinstrumenten und grinst. „Auf den Klebezetteln stehen kyrillische Schriftzeichen. Die haben die russischen Arbeiter hingeklebt, damit sie wussten, was die jeweiligen Instrumente bedeuten.“

Uhrenladen
Vor dem Uhrenladen: Cäcilie Hansen (mit Dackel „Hugo“), Gin-Macher Jens Lohmann (Mitte) und Künstler Dietmar Wagner, der hier eine Benefiz-Ausstellung organisieren will.