Deutsche Minderheit

Von der Abiturfeier aufs Spielfeld der Europeada

Von der Abiturfeier aufs Spielfeld der Europeada

Von der Abiturfeier aufs Spielfeld der Europeada

Apenrade/Aabenraa
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Lina Poulsen stand bei der Europeada für die Nordschleswigerinnen im Tor. Foto: Karin Riggelsen

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Sie hat es „im Kopf und in den Beinen“: Lina Poulsen hat sich bei der diesjährigen Europeada im Tor behauptet. Und das begleitend zu den Feierlichkeiten ihres Abiturs. Wie das klappte und wie sie rückblickend auf das Sportevent schaut, hat die 18-Jährige dem „Nordschleswiger“ verraten.

Hinter Lina Poulsen liegen aufregende Wochen. Kaum war die letzte Abiturprüfung am DGN (Deutsches Gymnasium für Nordschleswig) überstanden, widmete die junge Frau sich der nächsten Herausforderung – der Europeada. Hier stand sie während der Fußball-EM der nationalen Minderheiten für das Team Nordschleswig im Tor. 

Feiern und Sport waren gut vereinbar

Die Abiturfeierlichkeiten und die Fußballspiele seien aber gut miteinander zu vereinbaren gewesen, erzählt die junge Sportlerin. „Ich finde, das war eigentlich ein ganz schönes Nebenevent. Ich bin eh nicht diejenige, die so viel trinkt. Deswegen ging das total.“

Doch wie wurde sie Teil der Frauen-Mannschaft für Nordschleswig?

„In der Schule wurde herumgefragt, wer Lust hat, dabei zu sein. Und da viele wussten, dass ich Fußball spiele, und das auch in einer relativ hohen Liga, haben sie mich gefragt, ob das nicht etwas für mich sei“, erzählt die 18-Jährige.

Poulsen spielt in der 1. Damen-Mannschaft des IF Stjernen, mit der sie kürzlich in die Oberliga aufgestiegen ist.

Aufeinander einstimmen

Es sei zunächst einmal aufregend und komisch gewesen, in einer anderen Mannschaft als der eigenen zu spielen. „Wir mussten uns im ersten Spiel erst einmal zurechtfinden, weil die Trainingsspiele alle abgesagt worden waren.“ Die Gruppe habe sich aber recht schnell aufeinander abgestimmt, sodass Poulsen auch auf die erste Begegnung zufrieden zurückblickt. „Dafür, dass es das erste Spiel war und wir gegen eine so gute Mannschaft wie Südtirol gespielt haben, war das gar nicht schlecht“, lautet Poulsens Fazit. 

Immerhin habe sie nicht gegen ihre eigenen Mannschaftskameradinnen, gegen die Mannschaft der Südschleswigerinnen, spielen müssen. Das hätte vielleicht für Verwirrung gesorgt, scherzt sie.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, in vier Jahren wieder dabei zu sein.

Lina Poulsen
Lina Poulsen in ihrem Element – auf dem Spielfeld Foto: Karin Riggelsen

In ihrer Europeada-Mannschaft habe sie zunächst niemanden gekannt. Eine Spielerin, die etwas später hinzukam, ist ebenfalls Schülerin des DGN – also immerhin ein bekanntes Gesicht. 

Die Mannschaft sei über die Woche hinweg zu einer tollen, eingeschworenen Truppe zusammengewachsen. Freundschaften seien entstanden, und die Damen wollen in Kontakt bleiben.

Das erste, aber nicht das letzte Mal

Eines stehe für Poulsen jetzt schon fest: Für die kommende Europeada kann das Team Nordschleswig mit ihr rechnen: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, in vier Jahren wieder dabei zu sein.“

In die Großstadt ziehe es sie nicht. „Ich denke, dass ich eher in der Nähe bleiben werde. Von daher passt das ja ganz gut.“ 

Insgesamt zieht die Abiturientin ein durchweg positives Fazit der Sportveranstaltung. „Ich finde, dass die Verantwortlichen die Europeada gut gestaltet haben, auch im Hinblick auf all die Nebenaktivitäten.“

Das Event habe außerdem die so wichtige Aufmerksamkeit bekommen. „Einige Sender haben über die Europeada berichtet. Und dadurch auch über die Minderheiten aufgeklärt, und das finde ich halt fast das Wichtigste. Gerade wenn man bedenkt, dass manche Minderheiten kleiner werden oder bedroht sind.“ Dass ihr Hobby, das Fußballspielen, hierbei eine so wichtige Rolle spielen kann, freut Poulsen besonders.

Foto: Karin Riggelsen
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