Corona-Virus

Mutanten in Flensburg und niedrigste Inzidenz in Dithmarschen

Mutanten in Flensburg und niedrigste Inzidenz in Dithmarschen

Mutanten in Flensburg und niedrigste Inzidenz in Dithmarsche

Jonna Lausen/shz.de
Nordfriesland
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Zwischen zwei Extremen: Aus dem Osten kommen Mutanten und im Süden ist die Welt noch in Ordnung. Foto: Grafik:shz.de

Gesundheitsämter tauschen sich aus: Der Kreis Nordfriesland liegt zwischen zwei Extremen.

Es war einmal ein Landkreis, der die niedrigste Inzidenz im ganzen Bundesgebiet hatte: Wer erinnert sich nicht an die Zeiten, als Nordfriesland und sein Nachbarkreis Schleswig-Flensburg der Corona-Pandemie trotzten. Kurzzeitig hatte man wirklich das Gefühl, es könnte so bleiben. Es dauerte aber nicht lange, da war Husum plötzlich Corona-Hotspot und in Schleswig-Flensburg traf es ein erstes Altenheim. Der Ausbruch im Klinikum Nordfriesland sitzt wohl allen noch in den Knochen. Und jetzt Danish Crown – zum zweiten Mal. Inzidenz knapp unter 100.

Beim erneuten Blick auf die Corona-Landkarte fällt nicht nur auf, dass Nordfriesland und Schleswig-Flensburg seit langem zu den roten – zum Teil auch dunkelroten – Gebieten gehören. Es fällt auch auf, dass Nordfrieslands südliche Nachbarn den landesweit zweitniedrigsten Inzidenz-Wert haben. Dithmarschen liegt aktuell bei 17,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Weniger hat lediglich Plön mit einer Inzidenz von 16.

„Wir hatten nie einen Inzidenzwert über 90“, erklärt Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdieck in einem Interview. Größere Geschehen habe man immer schnell eindämmen können, aber auch die geringe Einwohnerzahl habe einen Einfluss auf die guten Werte, ist sich Mohrdieck sicher.

Mutation breitet sich in Flensburg aus

Im Süden also nichts Neues, dafür kommen Mutationen und hohe Inzidenzen aus Richtung Osten. Die Stadt Flensburg hat aktuell einen Inzidenzwert von rund 166, womit die Fördestadt unter den Top 10 der Corona-Hotspots in Deutschland ist. Besorgniserregend ist, dass die hochansteckende Virus-Mutation B 1.1.7 sich in der Stadt stark ausbreitet und inzwischen für mehr als jede dritte Ansteckung verantwortlich ist. Wie genau das Virus sich ausbreitet, ist für das Gesundheitsamt allerdings in vielen Fällen nicht nachzuvollziehen.

Das gesamte Kreisgebiet steht deutlich besser da: Schleswig-Flensburg liegt mit einer Inzidenz von rund 80 Neuinfektionen noch unter dem der Nordfriesen.

Kann man also voneinander lernen? Oder gar zusammenarbeiten?

Bundesweit wurden die Grenzen zu Österreich und Tschechien geschlossen, dort wird kontrolliert. Auch kommt niemand ohne negativen Corona-Test nach Dänemark. Landkreisübergreifend gab es diese Regelung noch nicht. Das sei auch nicht der Plan, sagt Kreissprecher Hans-Martin Slopianka auf Nachfrage. Zwar seien auch schon Mutationen in Nordfriesland festgestellt worden, von denen ein Fall auch im Zusammenhang mit einem Fall aus Flensburg gestanden hatte. Jedoch sei das Einzige, das gegen die Ausbreitung helfe, die Einhaltung der AHA+AL-Regeln. Doch absolute Sicherheit könne es nicht geben.

Gesundheitsämter tauschen sich aus

Dennoch stünden die Gesundheitsämter im regelmäßigen Austausch miteinander sowie mit dem Sozialministerium: „Es gibt eine wöchentliche Telefonkonferenz der Leiter und Leiterinnen aller Gesundheitsämter in Schleswig-Holstein mit dem Sozialministerium, an der teils auch Vertreter von Krisenstäben teilnehmen. Eines regelmäßigen direkten Austausches mit den Nachbarkreisen bedarf es in der Form daneben nicht“, erklärt Slopianka.

Dennoch würden alle Betroffenen sich untereinander kennen und anlassbezogen jederzeit miteinander Kontakt aufnehmen. Zudem arbeiten „Gesundheitsämter fallbezogen ohnehin zusammen“.

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