Coronavirus

Statens Serum Institut will Impfstoff an Menschen testen

Statens Serum Institut will Impfstoff an Menschen testen

Statens Serum Institut will Impfstoff an Menschen testen

Ritzau/kj
Kopenhagen
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Die dänische Behörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten, Statens Serum Institut, arbeitet an einem Corona-Impfstoff. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Der Finanzausschuss im Folketing stellt fast 19 Millionen Kronen zur Verfügung, damit der Impfstoff 2021 im Hvidovre Krankenhaus ausprobiert werden kann.

Ein von der dänischen Behörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten, Statens Serum Institut, entwickelter Corona-Impfstoff kann an Menschen getestet werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Gesundheits- und Seniorenministeriums hervor.

Wenn alles nach Plan läuft, wird der Impfstoff 2021 im Hvidovre Krankenhaus getestet, gibt Anders Fomsgaard, Chefvirologe, Professor und Chefarzt am Statens Serum Institut, bekannt. Er leitet die Arbeit rund um den Corona-Impfstoff.

„Es ist ein langwieriger Prozess, bei dem Protokolle genehmigt werden müssen und viele Qualitätssicherungen erforderlich sind. Es gibt eine ganze kleine Armee von Impfstoffentwicklern am Serum Institut, die sich damit beschäftigt. Der Impfstoff wird zum ersten Mal im Frühjahr oder Frühsommer getestet, und es wird im Hvidovre Krankenhaus stattfinden“, sagt er.

Test an gesunden Freiwilligen

In der ersten Phase wird der Impfstoff an gesunden Freiwilligen getestet.

Wir haben den Impfstoff an verschiedenen Tieren getestet, und es gab keine Nebenwirkungen.

Anders Fomsgaard, Chefvirologe

Der Impfstoff namens „Covaxix“ hat in den ersten Entwicklungs- und Testphasen vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Es wurde unter anderem an Mäusen und Affen getestet.

„Wir haben den Impfstoff an verschiedenen Tieren getestet, und es gab keine Nebenwirkungen. Wir konnten die erhoffte Immunität hervorrufen, die teilweise aus schützenden Antikörpern und teilweise aus der Zellimmunität besteht, die verhindert, dass Menschen krank werden“, sagt Anders Fomsgaard.

Fast 19 Millionen Kronen für klinische Tests

Der Finanzausschuss im Folketing hat daher 18,8 Millionen Kronen bereitgestellt, damit die ersten klinischen Tests am Menschen durchgeführt werden können.

„Anschließend muss der Impfstoff in großem Maßstab getestet werden, wenn er Potenzial bietet, zugelassen zu werden“, so Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Sozialdemokraten) in der Pressemitteilung.

Vorbereitung auf künftige Pandemien

„Unabhängig vom Ergebnis der Tests wird die Entwicklung eines Impfstoffs am Serum Institut dazu beitragen, unser Wissen über Covid-19 zu erweitern und uns besser für die Entwicklung künftiger Virusimpfstoffe gegen künftige Pandemien auszurüsten“, heißt es weiter.

Andere Impfstoffe weit voraus

Anders Fomsgaard glaubt auch, dass ein dänischer Beitrag zum Impfrennen wichtig ist, obwohl andere Impfstoffkandidaten weit voraus sind.

Alle Impfstoffe haben Vor- und Nachteile. Es kann sein, dass unserer als Ergänzung zu anderen Impfstoffen verwendet werden kann.

Anders Fomsgaard, Chefvirologe

„Alle Impfstoffe haben Vor- und Nachteile. Es kann sein, dass unserer als Ergänzung zu anderen Impfstoffen verwendet werden kann. Und es könnte auch ein Plan B sein, wenn es Probleme gibt, Impfstoffe zu bekommen, die sicher genug sind und eine gute Wirkung haben“, sagt er.

Das Geld des Finanzausschusses im Folketing wird unter anderem zur Herstellung einer größeren Anzahl von Impfstoffdosen verwendet.

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