Naturschützer

Schmetterlings-Boom in Dänemark

Schmetterlings-Boom in Dänemark

Schmetterlings-Boom in Dänemark

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Apenrade/Aabenraa
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Lavendel lockt besonders viele Falter an. Foto: Emiel Molenaar/Unsplash

Der warme, trockene Sommer kommt den Schmetterlingen entgegen, die es ansonsten in Dänemark schwer haben. Naturfreunde beobachten im ganzen Lande besonders eine Art extrem häufig. Zum Zählen nutzen sie eine App des Naturschutzbundes.

Es ist keine Einbildung: Nicht nur die Sonne scheint in diesem Jahr besonders viel – auch die Schmetterlinge flattern in viel höherer Zahl durch die Lande, als gewöhnlich. Das zeigen die jüngsten Daten der Initiative „NaturTjek“, dem größten Bürgerwissenschaftsprojekt Dänemarks.

Rund 40.000 Menschen sammeln bereits über eine gleichnamige Smartphone-App Daten über die Natur um sie herum und tragen so dazu bei, ein Bild des Zustandes der Biodiversität in Dänemark zu zeichnen.

Dem Fernsehsender TV 2 Østjylland sagte NaturTjek-Projektleiter Simon Leed Krøs vom Naturschutzbund Danmarks Naturfredningsforening, der hinter der Initiative steht: „Für viele andere Tiere ist es ein harter Sommer, aber das gute Schmetterlingsjahr ist äußerst willkommen, denn besonders Schmetterlinge haben in Dänemark schwere Bedingungen.“

Zitronenfalter allenthalben

Die Naturschützer haben die Beobachtungen aus dem Juni und Juli mit denselben Zeiträumen in den Jahren 2016 und 2017 verglichen und deutlich mehr Schmetterlingssichtungen zu verzeichnen. „Tatsächlich haben wir diesen Sommer sechsmal mehr Sichtungen von Zitronenfaltern und dreimal mehr Sichtungen der Familie der Bläulinge als 2017“, sagt er zu TV 2 Østjylland.

Doch ob es sich um eine Tendenz oder eine Ausnahme handelt, das muss sich erst noch erweisen. Denn extreme Wärme kann sich auch negativ auf die Wirtspflanzen der Schmetterlinge auswirken. „Einige Schmetterlinge können bis zu drei Generationen in einem Sommer erreichen. Das gilt sowohl für die Zitronenfalter als auch für die Bläulinge, von denen es insgesamt zwölf Verschiedene Arten in Dänemark gibt. Ob deren Larven es ebenso leicht haben werden, Pflanzennahrung in der Trockenheit zu finden, ist unsicher“, so Krøs.

Zudem könne eine echte Dürre die Leben der Schmetterlinge stark verkürzen. Soll heißen: Auch den Schmetterlingen würde ein wenig Regen guttun.

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