„Eutersekret“

Pflanzendrink-Hersteller klagen über „ungerechte“ Steuern

Pflanzendrink-Hersteller klagen über „ungerechte“ Steuern

Pflanzendrink-Hersteller klagen über „ungerechte“ Steuern

cvt
Kopenhagen
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Die Steuern auf Kakao sind in Dänemark hoch. Und werden bald äußerst ungerecht bemessen, klagt der Sojamilch-Hersteller Naturli'. Foto: Christoph Hardt/Imago/Ritzau Scanpix

Die Hersteller von sogenannten „Pflanzendrinks“ dürfen ihre Getränke nicht als „Milch“ vermarkten – und müssen sie aufgrund höherer Steuern künftig deutlich teurer anbieten als die tierische Konkurrenz.

76 Mal so hoch sind die Abgaben, die Hersteller von Pflanzendrinks für einen Liter fertig gemischten Kakao an den Staat abgeben müssen wie Hersteller von (Kuh-) Milchmischgetränke. Das rechnet das Unternehmen Naturli' Foods in einer Pressemitteilung vor.

Während der herkömmliche Milch-Kakao mit 34 Öre besteuert wird (für das zugesetzte Kakaopulver), werden für den Pflanzendrink insgesamt 25,97 Kronen fällig.

„Eutersekret“ nennt das Naturli'-Marketing herkömmliche Kuhmilch konsequent, weil es für seine Produkte das Wort „Milch“ nicht verwenden darf – und dies den Produzenten von herkömmlicher Milch nun auch nicht gönnen will. Und auch Naturli'-Direktor Henrik Lund benutzt diesen Ausdruck.

„Wir fragen uns und den Steuerminister: Ist Eutersekret eine heilige Kuh? Warum diese ungleiche Behandlung?“, fragt er – und erwartet Antworten aus der Politik.

„Ich bin aus Eutersekret gemacht und fast steuerfrei“, sagt die Figur links. „Ich bin aus Pflanzen gemacht und werde 70 Kronen Steuern kosten“, sagt die Figur rechts. „Wir wollen gleiche Bedingungen!“ steht darunter in der vom bekannten Satire-Zeichner Anders Morgenthaler angefertigten Kampagne-Zeichnung von Naturli'. Foto: Ander Morgenthaler

Hersteller betonen Klima-Vorteile pflanzlicher Getränke

Jahrelang habe sein Unternehmen die Steuern auf das Kakopulver gezahlt, ohne zu murren. Doch nun sei in der Steuerbehörde eine alte Vorschrift aus dem Jahre 1972 hervorgekramt worden, in der es heißt, dass für Kakaomilch nur für die Menge an Kakaopulver Steuern gezahlt werden, die tatsächlich in dem Getränk aufgelöst ist – dass bei Pflanzendrinks aber Kakaosteuern auf das Gesamt-Nettogewicht des Getränkes fällig werden. Also so, als wäre der gesamte Karton voller Kakaopulver.

Dies sei eine illegale Bevorzugung der Milchbranche, sagt Lund – und es entspräche so gar nicht dem grünen Licht, in das sich die Politik so gerne stelle. Ein Liter Kakaodrink aus Soja würde künftig 70 Kronen kosten, im Vergleich zu 10 bis 14 Kronen für einen Milchkakao, rechnet er vor.

Wenn die Klimaziele der Regierung erreicht werden sollen, müssen sich die Politiker diese Besteuerung noch einmal überlegen, mahnt er.

Studie belegt Behauptungen

Eine Studie der Universität von Oxford, in der 1.500 wissenschaftliche Artikel berücksichtigt und 38.000 landwirtschaftliche Betriebe in 119 Ländern untersucht wurden, zeigt dann auch, dass Pflanzendrinks für das Klima weit weniger belastend sind als Milch.

Für einen Liter Kuhmilch werden zum Beispiel 628 Liter Wasser benötigt, für einen Liter Sojamilch 28 Liter. Auch der Flächenverbrauch ist mehr als zehnmal so hoch, der CO2-Ausstoß dreimal so hoch.

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