Covid-19

Generationen-Unterschied: Ältere wollen wieder shoppen gehen

Generationen-Unterschied: Ältere wollen wieder shoppen gehen

Generationen-Unterschied: Ältere wollen wieder shoppen gehen

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Kopenhagen/Apenrade
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Einkaufen im Laden: In Corona-Zeiten vermissen das besonders ältere Menschen in Dänemark. Foto: Artem Beliaikin / Unsplash

Eine Umfrage zeigt, dass sich besonders die Über-60-Jährigen freuen würden, wenn die Läden wieder öffneten. Für den stationären Einzelhandel ist das ein positives Signal – wenngleich das Online-Shopping auch bei den Älteren gekommen ist, um zu bleiben.

Von der nun schon ein Jahr währenden Corona-Krise hat der Onlinehandel besonders profitiert. Und das gilt in Dänemark nicht nur für den international alles dominierende Giganten Amazon, der in hierzulande noch nicht mit einem eigenen Shop und eigener Infrastruktur vertreten ist.

Jung und Alt haben sich wohl oder übel daran gewöhnt, einen größeren Teil ihrer Besorgungen online zu erledigen.

Doch war Corona nicht der Todesstoß für den Einzelhandel in unseren Fußgängerzonen – dazu seien die Gewohnheiten der Menschen zu tief verwurzelt, besonders im älteren Teil der Gesellschaft, sagt der Direktor des Beratungsunternehmens Wilke, Morten Schrøder.

Unterschiede bei Jung und Alt

Für den Arbeitgeberverband Dansk Industri (DI) hat sein Unternehmen mehr als 3.000 Menschen in Dänemark nach ihren Einkaufsgewohnheiten und -absichten befragt. In der DI-Publikation „DI Business“ kommt er zu dem Schluss, dass Corona besonders bei den Älteren als unangenehm empfunden werde. „Sie freuen sich darauf, wieder zu dem Leben und den Verhaltensweisen zurückzukehren, die sie gewohnt sind. Das gilt vor allem in Bezug auf soziale Aktivitäten, aber auch in Bezug auf den Einkauf“, so Schrøder.

Die Älteren Menschen würden „die guten, alten Einkaufserlebnisse“ vermissen, so sein Fazit. Anders sehe es bei der Jugend aus. „Wenngleich auch sie in gewissem Maße damit rechnet, wieder zu Ladengeschäften zurückzukehren, erwartet sie auch, dass ein größerer Teil ihres Konsums dauerhaft ins Netz gewandert ist. Das gilt besonders für die eher trivialen alltäglichen Einkäufe“, berichtet Schrøder.

Die Älteren wollen zurück in die Fußgängerzone

Die Umfrage, die aus dem Herbst 2020 stammt und nun fertig ausgewertet wurde, zeigt, dass die Generation 60+ kaum eine Veränderung erwartet, was ihren Einkauf im stationären Einzelhandel angeht. Lediglich um 1 Prozent werde das zurückgehen, wenn die Corona-Restriktionen aufgehoben werden, meinen sie.

Im Gegensatz dazu rechnen die jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren damit, dass ihr Konsum in Ladengeschäften um sieben Prozent zurückgehen wird.

„Das zeigt, dass die Generationenkluft im Einkaufsverhalten lebendig ist – auch, wenn Corona alle mehr in die Richtung des Onlinehandels geschoben hat“, meint Schrøder.

In den Fußgängerzonen des Landes, hier ein Archivbild aus Hadersleben, herrscht tote Hose. Foto: Karin Riggelsen

Deutlicher Anstieg beim Onlinehandel

Unterschiede zeigen sich auch im Online-Verhalten. Unter der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen ist der Online-Einkauf in der Corona-Zeit, nach eigenen Angaben, um 21 Prozent angestiegen – bei der Generation 60+ um 11 Prozent. Beide Altersgruppen rechnen damit, auch künftig mehr online einzukaufen.

„Es gibt jedoch Unterschiede im Umfang – und besonders bei den Älteren wird es eine Kombination mit einer Rückkehr in die Läden in den Fußgängerzonen geben, die dieser Tage fast verwaist sind“, sagt der Wilke-Direktor zu „DI Business“.

Der Arbeitgeberverband selbst rechnet auch für die Zeit nach Corona mit einem deutlich höheren Handelsvolumen für die Online-Shops als vor der Corona-Krise – auch wenn mit einem Rückgang zu rechnen sei, wenn die Läden wieder öffnen.

„Die Untersuchung zeigt, wie wichtig digitale Kanäle sind, auch nach Corona. Deshalb ist es wichtig, dass die Handelsunternehmen die Kundenreise als Zusammenspiel von online- und offline sehen und sich darauf konzentrieren, physische und digitale Interaktion dort einzugliedern, wo sie den Kunden begegnen – im Laden oder im Webshop“, sagt Sidsel Dyrholm Holst, die die Handelsabteilung bei Dansk Industrie leitet. Schließlich schüfen „beide Kanäle auf ihre jeweils eigene Weise einen Wert für jeweils eine Kundengruppe“.

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