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Was ist eine „Nase“?

Was ist eine „Nase“?

Was ist eine „Nase“?

Ritzau/wt
Kopenhagen
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Mette Frederiksen wurde am Dienstag mit einer „Nase“ ausgestattet. Foto: Imago/Ritzau Scanpix

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Staatsministerin Mette Frederiksen hat vom Folketing eine sogenannte „Nase“ bekommen. „Der Nordschleswiger“ erklärt, was es mit dieser politischen Verwarnung auf sich hat.

Eine Mehrheit des Folketings, bestehend aus der Sozialdemokratie und den Unterstützerparteien, hat Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) eine Verwarnung in Form einer „Nase“ erteilt, da sie meint, die Regierungschefin habe in der Mink-Affäre „stark kritisierbar gehandelt“. Auch der ehemalige Nahrungsminister Mogens Jensen (Soz.) erhält Kritik.

Hier erfährst du mehr über die politischen „Nasen“:

Eine „Nase“ ist in der dänischen Politik ein Ausdruck der Kritik des politischen Handelns.

Eine Politikerin oder ein Politiker, eine Beamtin oder ein Beamter oder auch eine Behörde können eine „Nase“ bei Fehlern der Sachbearbeitung oder bei Beschlüssen wider besseren Wissens erteilt bekommen.

Auch die Staatsrevisoren können Ministern, Ministerien, Behörden und Aufsichtsbehörden eine „Nase“ erteilen.

Eine „Nase“ hat nur selten parlamentarische oder andere politische Konsequenzen. Sie ist eine relativ milde Form der Kritik, also eine Art Verwarnung oder „Gelbe Karte“.

Den Rekord an „Nasen“ hat der kürzlich verstorbene ehemalige Außenminister Uffe Ellemann-Jensen (Venstre) mit ganzen 80 von der Sorte. Hierbei ging es in den meisten Fällen um Uneinigkeit in der Nato-Politik.

Die Bezeichnung „Nase“ (næse) kommt vermutlich von dem alten Ausdruck „nesæ“, der so viel bedeutet wie Schande oder Schmach.

Quelle: Kaare R. Skou, Dansk Politik A-Å

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