Coronasvirus

Unbrauchbare Beatmungsgeräte: Parlament rügt Minister

Unbrauchbare Beatmungsgeräte: Parlament rügt Minister

Unbrauchbare Beatmungsgeräte: Parlament rügt Minister

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Soz.) will es das nächste Mal besser machen. Für dieses Mal erhielt er eine parlamentarische Rüge. Dänemark hatte Italien Beatmungsgeräte angeboten. Diese waren aber für Corona-Patienten unbrauchbar. Foto: Philip Davali/Ritzau Scanpix

Als Dänemark Italien Beatmungsgeräte für dessen Corona-Patienten anbot, lehnte Italien ab, denn die Geräte waren nicht geeignet. Und das war einigen in Dänemark auch klar.

Gesundheitsminister Magnus Heunicke und Verteidigungsministerin Trine Bramsen (beide Sozialdemokraten) haben am Freitag eine parlamentarische Rüge (næse) kassiert. Hinter dieser stehen die bürgerlichen Parteien des blauen Blocks und die linksliberale Stützpartei „Radikale Venstre“.

Am 8. April hatte Außenminister Jeppe Kofod (Sozialdemokraten) von einer „echten Handreichung“ (solid håndrækning) gesprochen. Dänemark bot Italien Beatmungsgeräte an, wo viele Corona-Patienten um ihr Leben kämpften. Doch das solidarische Angebot war kein echtes: Diese Beatmungsgeräte waren für Corona-Patienten unbrauchbar und dies war, zumindest in einigen Kreisen, bekannt.

Für diese Sache erhielt Außenminister Jeppe Kofod bereits im Mai eine parlamentarische Rüge.

Krankenhäuser: Beatmungsgeräte nicht geeignet

Bereits im März wurden im Folketing diskutiert, ob Dänemark Italien helfen könne. Im selben Monat schickten die Streitkräfte ältere Beatmungsgeräte der Marke Weinmann an das dänische Gesundheitswesen. Die Rückmeldung der Krankenhäuser war, dass die Beatmungsgeräte für Corona-Patienten nicht geeignet seien – höchstens zur Beatmung bei einem kurzen Transport.

Am 8. April wurde im Verteidigungsministerium über die Unbrauchbarkeit der Geräte diskutiert. In einer E-Mail heißt es: „Das Außenministerium denkt vermutlich nur über eine Signalwirkung nach und für die ist ein Beatmungsgerät ein Beatmungsgerät.“

Streitkräfte warnten - und strichen

Danach warnten die Streitkräfte mehrere Male davor, dass die Geräte nicht für Corona-Patienten geeignet seien. Eine entsprechende Passage in einer Antwort der Streitkräfte an eine Anfrage des Senders Danmarks Radio wurde aber entfernt. Am 12. April war dem Außenministerium nach eigener Aussage klar, dass die Weinmann-Geräte nicht brauchbar seien. Trotzdem wurde Italien das Angebot am 15. April unterbreitet, Beatmungsgeräte zu schicken. Italien schlug jedoch das Angebot am 30. April aus.

„Peinliche Affäre"

Jeppe Kofod bedauerte nach seiner Rüge am 20. Mai das Angebot. Er hätte sich anderes ausgedrückt so Kofod, hätte er von der Unbrauchbarkeit gewusst. Die Fraktionssprecherin der Radikalen, Sofie Carsten Nielsen sprach von einer „peinlichen Affäre“

Jan E. Jørgensen, europapolitischer Sprecher der Partei Venstre sagte: „So wie uns es dargelegt wurde, handelt es sich nicht um einen Fehler. Man wusste, dass die Beatmungsgeräte nicht zu gebrauchen waren.“

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