Bildung

Ausländische Studenten hinterlassen weiterhin Schulden

jt
Kopenhagen
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Mehrere Initiativen zur Geldeintreibung bei ausländischen Studenten sind nach einem Jahr nicht genutzt worden. Nicht hinnehmbar, meinen die Sozialdemokraten.

Wenn ausländische Studenten ihr Studium in Dänemark beenden, werden ihre SU-Schulden (Bildungsförderung) bei der Heimreise oft hinterlassen. Um diese Problematik und den anhäufenden Schuldenberg ein für alle Mal zu entfernen, hat die dänische Regierung im vergangenen Jahr eine Reihe von Initiativen zur Geldeintreibung eingeführt. Doch diese sind noch nicht genutzt worden, berichtet der Nachrichtensender TV2.

Die bildungspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, Mette Reissmann, hatte diesbezüglich den Steuerminister Karsten Lauritzen (Venstre) um eine Stellungnahme gebeten. „Die Regierung ist bei der Geldeintreibung viel zu lasch. Das ist unzulässig. Die ausländischen Studenten sind ja nun keine armen Leute“, so Reismann zu TV2.

2012 hatten ausländische Studenten Bildungsschulden in Dänemark von über 87 Millionen Kronen. Fünf Jahre später war dieser Schuldenberg auf 221 Millionen Kronen angestiegen. „Die Entwicklung geht in die falsche Richtung“, hatte Lauritzen im Februar 2018 erklärt, als er seine Initiativen zur Geldeintreibung präsentierte. „Dänemark ist kein Wunschkonzert, wo ausländische Studenten einen Schuldenerlass bekommen“, so der Minister im vergangenen Jahr.

Dänemark versuchte kurz darauf Absprachen zur Geldeintreibung in anderen europäischen Ländern zu vereinbaren – aber ohne Erfolg. Deutschland hat abgelehnt, Polen wird es höchstwahrscheinlich auch noch und Großbritannien konnte aufgrund des Brexits noch keine Stellung beziehen.

Eine eigens im Juli eingerichtete Einheit in der Schuldenbehörde hat bisher zehn Millionen Kronen eintreiben können. Laut TV2 werden die Volkssozialisten und die Sozialdemokraten den zuständigen Minister zur Anhörung einberufen.

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