Gesundheitswesen

Viele Ärzte fühlen sich ausgebrannt – auf Kosten der Patienten

dodo
Kopenhagen
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Ärzte in Dänemark stehen zunehmend unter Druck. Foto: Niels Hougaard / Jyllands-Posten / Ritzau Scanpix

Patienten, die von einem unter Stress stehenden Arzt behandelt werden, haben unter anderem eine größere Wahrscheinlichkeit, unnötig in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden.

Patienten, die von einem unter Stress stehenden Arzt behandelt werden, haben unter anderem eine größere Wahrscheinlichkeit, unnötig in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden.

Immer mehr praktizierende Ärzte in Dänemark fühlen sich ausgebrannt – und das führt zu einer schlechteren Qualität der Behandlung für die Patienten. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Universität Aarhus.

Zehn Prozent der Ärzte betroffen

Diese zeigt unter anderem, dass Patienten mit einem ausgebrannten, unter Stress stehenden Arzt ein höheres Risiko haben, unnötig in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden und öfter den Arzt wechseln.

In einer Umfrage von 2016 fanden Forscher heraus, dass zehn Prozent der praktizierenden Ärzte sich in hohem Grade ausgebrannt fühlten – doppelt so viele, wie noch vier Jahre zuvor.

„Ausgebrannt sein ist Ausdruck für einen hohen und immer wiederkehrenden Arbeitsdruck. Es zeichnet sich durch ein Gefühl schwerer Erschöpfung und der Tendenz, sich von der Arbeit zu distanzieren und zynischer zu werden aus“, sagt Forscherin Karen Busk Nørøxe zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Sie fand heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, den Arzt zu wechseln, für Patienten um 30 Prozent höher ist, wenn sie einen Arzt haben, der solche Symptome aufweist. Zudem stieg die Rate der unnötigen Überweisungen in Krankenhäuser um 20 Prozent.

PLO ist nicht überrascht

Bei der Dachorganisation der praktizierenden Ärzte (De Praktiserende Lægers Organisation) ist man nicht überrascht darüber, dass viele Ärzte unter Stress leiden.

„Das, was am meisten unter Druck setzt, ist die Tatsache, dass es immer weniger Ärzte für immer mehr Aufgaben gibt. Diese leiten die Aufgaben dann öfter an die Krankenhäuser weiter. Immer mehr ältere Bürger und mehr chronische Patienten müssen in den Praxen behandelt werden“, so die Vorsitzende, Gunver Lillevang. Sie fordert vor allem von der Politik, durch Beschlüsse aktiv etwas gegen den Ärztemangel zu tun.

Auch Forscherin Karen Busk Nørøxe ist der Meinung, dass die Studie viel Stoff zum Nachdenken gibt. „Ich bin mir sicher, dass dies auf jeden Fall etwas ist, über das man sich Gedanken machen muss, wenn man das Gesundheitswesen in Zukunft voranbringen will.“

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