Gesundheit

Studie: Die Pille erhöht das Risiko von Brustkrebs um 20 Prozent

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
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Foto: dpa

Auf Hormonen basierende Verhütungsmittel erhöhen das Brustkrebsrisiko für Frauen erheblich, zu diesem Ergebnis kommt eine neue dänische Studie. Nach zehn Jahren Einnahme der Pille erhöht sich das Risiko demnach sogar um bis zu 38 Prozent.

Frauen zwischen 15 und 49 Jahren, die die Pille nehmen, eine Hormonspirale haben oder andere hormonelle Präparate zur Verhütung verwenden, haben ein 20 Prozent höheres Risiko, Brustkrebs zu bekommen.

Das zeigt eine neue dänische Studie, die am Mittwoch im Wissenschaftsmagazin „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde. Demnach bekamen 55 von 100.000 Frauen zwischen 15 und 49 Jahren, die noch nie hormonelle Verhütungsmittel benutzt hatten, im Laufe eines Jahres Brustkrebs, während 68 von 100.000 Frauen, die die Mittel nutzten, an Krebs erkrankten. Damit führten die Verhütungsmethoden, die auf der Einnahme von Hormonen basieren, zu 13 Brustkrebsfällen mehr.

„Es ist das erste Mal, dass auf der Welt eine Untersuchung in dieser Größe durchgeführt wurde. Sie zeigt, dass das Risiko für Brustkrebs steigt, je länger Frauen Hormonprodukte verwenden“, so Øjvind Lidegaard, Professor am Reichshospital in Kopenhagen und Mitverfasser der Studie, zur Zeitung Politiken.

Nach 10 Jahren 38 Prozent höheres Risiko

Die Studie kommt weiter zu dem Ergebnis, dass das Risiko für Brustkrebs nach einem Jahr Einnahme von Hormonen um neun Prozent steigt. Nach zehn Jahren herrscht sogar ein erhöhtes Risiko von 38 Prozent. Laut Verfasser entstehen 15 Prozent aller Brustkrebsfälle bis zum 50. Lebensjahr der Frauen. Insgesamt bekommen 5.000 Frauen in Dänemark jedes Jahr diese Diagnose. Lidegaard sagt, dass es dabei keinen Unterschied mache, welche Art von Hormonen eine Frau zu sich nehme.

Die Oberärztin der Arzneimittelbehörde, Doris Stenver, ist überrascht von dem Ergebnis. Sie sagt, dass die Verhütungsmedizin für viele Frauen wichtig sei und man deshalb nicht auf sie verzichten könne. Trotzdem werde beim nächsten Treffen der Arzneimittelbehörden der EU über die neue Studie diskutiert, so Stenver.

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