Untersuchung

Dänische Schüler in der EU-Spitze

Dänische Schüler in der EU-Spitze

Dänische Schüler in der EU-Spitze

Kopenhagen
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Foto: Anne Bæk/Ritzau-Scanpix

Im jüngsten EU-Vergleich landen die dänischen Schüler auf dem vierten Platz. Experten kritisieren, dass der Ruf der dänischen Volksschulen oft zu schlecht sei und fordern eine Imageverbesserung in der öffentlichen Debatte.

Die dänischen Volksschulen stehen häufig in der Kritik. Der jüngste Bericht der EU-Kommission zeigt allerdings, dass sie in Wirklichkeit besser sind als ihr Ruf. Im Vergleich mit den anderen 27 EU-Staaten landet Dänemark in den Bereichen Lesen, Rechnen und Naturwissenschaften auf dem vierten Platz.

In einer Reihe zentraler Punkte ist das dänische Bildungssystem besser als der Durchschnitt der EU-Staaten, sagt Lars Qvortrup vom Institut für Pädagogik und Ausbildung der Universität Aarhus.

„In Dänemark hat sich ein Bildungspessimismus verbreitet, für den es überhaupt keinen Grund gibt“, so Qvortrup zur Zeitung Politiken.

Nur Estland, Finnland und Irland landeten in der EU-Untersuchung vor Dänemark.

Image in der öffentlichen Debatte verbessern

Aus Sicht des dänischen Lehrerverbandes zeige der Bericht, dass man die Volksschule in der öffentlichen Debatte in Dänemark differenzierter betrachten müsse. „Wir haben es in den vergangenen 15 bis 20 Jahren erlebt, dass von den Schülern in der Volksschule ein Schreckensbild gezeichnet wurde. Hier haben wir eine Untersuchung, die ein ganz anderes Bild zeigt. Daher ist es wichtig, die internationalen Studien auch mit einzubeziehen“, sagt der Vorsitzende Anders Bondo Christensen.

Derzeit verhandelt die Regierung über eine Justierung der Schulreform. Unterrichtsministerin Merete Riisager wollte die EU-Untersuchung nicht kommentieren, sagte allerdings in einer E-Mail an Politiken, dass das Ziel der Verhandlungen nicht eine neue Reform der Volksschulen sei, sie sich als verantwortliche Politikerin allerdings auch nicht „auf die Hände setzen“ dürfe.

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