Kriminalität

Bisher nur 3 von 30 Kameras auf Autobahnbrücken installiert

jt
Kopenhagen
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Foto: dpa (Symbolfoto)

Die dänische Reichspolizei hat in zehn Monaten lediglich 3 von 30 früher angekündigten Kameras auf Autobahnbrücken aufgestellt. „Ein Mangel an Respekt“, meint eine rechtpolitische Sprecherin.

Vor zwei Jahren wurde das Auto einer deutschen Familie von einem von einer Autobahnbrücke geworfenen Betonstein getroffen. Die Frau kam ums Leben, während der Mann heute schwerstbehindert ist. Der Täter ist bislang nicht gefunden worden.

Um den Einsatz gegen Steinewerfer von Autobahnbrücken zu verstärken, erklärte Justizminister Søren Pape Poulsen im November 2017, dass an 30 ausgewählten Autobahnbrücken eine Videoüberwachung installiert werden sollte.

Doch nun, zehn Monate später, sind lediglich drei Kameras aufgestellt worden, berichtet der Radiosender 24syv. „Das ist ein Mangel an Respekt. Wir haben von Søren Pape Poulsen ein Versprechen bekommen, dass die Kameras vor dem Jahreswechsel 2018 aufgestellt sein sollten. Ich dachte, dass dies auch geschehen ist“, sagt die rechtspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, Trine Bramsen.

Schon im Dezember 2017 hatte Odenses Bürgermeister, Peter Rahbæk Juel, sich geäußert, dass die Polizei hinsichtlich der Videoüberwachung „in die Puschen kommen sollten.“ Zum damaligen Zeitpunkt versicherte der Pressechef der Reichspolizei, Thomas Kristensen, dass die Polizei intensiv daran arbeite.

Der Fakt, dass seitdem nur drei Kameras aufgestellt wurden, wird von der Reichspolizei bedauert. „Wir arbeiten weiterhin daran. Doch es gibt einige Dinge, die man in einer Startphase berücksichtigen und erst testen muss“, so der Kommunikationsdirektor der Reichspolizei, Anders Frandsen, zu 24syv.

Minister fordert Stellungnahme

Justizminister Søren Pape Poulsen (Konservative) reagierte am Freitagmittag auf die Sachlage, dass bisher nicht mehr Kameras aufgestellt wurden und forderte eine Erklärung der Reichspolizei. „Dass bisher nur drei Kameras aufgestellt wurden, ist überhaupt nicht zufriedenstellend“, so der Minister zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Die Polizei rechne damit, dass bis zum 1. November 22 Kameras aufgestellt sind.

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