Coronavirus

Flensburg: Bislang wenige Neuinfektionen nach Massentest

Flensburg: Bislang wenige Neuinfektionen nach Massentest

Flensburg: Bislang wenige Neuinfektionen nach Massentest

Julian Heldt/shz.de
Flensburg
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Auf dem Parkplatz am Munketoft wurden in den vergangenen Tagen mehr als 400 Menschen getestet. Foto: Heiko Thomsen

Bereits in Sonderburg hatte eine kurdische Hochzeit in Aarhus für einen Corona-Ausbruch gesorgt. War es die gleiche Veranstaltung?

Vorsichtiges Aufatmen in Flensburg: 160 Menschen wurden am Sonntag auf dem Campus-Parkplatz am Munketoft getestet. Lediglich fünf Flensburger haben sich mit dem Coronavirus infiziert.

Gleichwohl stehen noch rund 280 Ergebnisse aus, denn auch am Dienstag und Mittwoch wurden am Campus größere Testaktionen durchgeführt. Sie waren nötig geworden, weil sich mehrere Flensburger am 11. September bei einer Hochzeit im dänischen Aarhus mit dem Coronavirus infiziert hatten.

Die Stadtverwaltung wurde erstmals am 22. September von einem erkrankten Teilnehmer über die Familienfeier informiert. Anschließend begann die sogenannte Kontaktverfolgung. Insgesamt sollen 25 der Partygäste aus Flensburg kommen.

Da sich unter ihnen auch Kinder befinden, wurden in der Folge 16 Klassen aus sechs verschiedenen Flensburger Schulen in Quarantäne versetzt. Rund 300 Schüler und Lehrer aus Flensburg sind hiervon betroffen.

Wer genau in Dänemark gefeiert hat, darüber liegen der Stadtverwaltung nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse vor. Man konzentriere sich auf die Kontaktverfolgung, erklärt Stadtsprecher Clemens Teschendorf.

Auch Sonderburg von Hochzeit betroffen

In Aarhus hatte Mitte September eine kurdische Hochzeit mit mehreren Hundert Gästen stattgefunden. Sie wurde zu einem Superspreader-Event. Viele Teilnehmer infizierten sich mit dem Coronavirus, insbesondere in Sonderburg/Sønderborg schnellten die Zahlen anschließend nach oben. Die dänische Behörde für Patientensicherheit (Styrelse for Patientsikkerhed) wollte auf Anfrage von shz.de nicht bestätigen, dass die Corona-Ausbrüche in Flensburg und Sonderburg auf die gleiche Veranstaltung zurückzuführen sind. Sie verweist auf den Datenschutz, da persönliche Informationen von Bürgern betroffen sind.

Eltern von Schülern berichten jedoch, dass in Flensburg auch Kinder aus sogenannten DaZ-Klassen („Deutsch als Zweitsprache“) von dem Corona-Ausbruch betroffen sind.

Entspannung gab es am Mittwoch in Flensburg bei einem Blick auf den sogenannten Inzidenzwert. Er liegt aktuell bei 24. Diese Zahl sagt aus, wie viele Flensburger sich pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben. Steigt der Inzidenzwert über 50, drohen verstärkte Maßnahmen zum Infektionsschutz. Flensburg könnte dann zum Risikogebiet erklärt werden, was auch Reisen innerhalb Deutschlands erschweren würde.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Schlauer schließen“