Kriminalität

Überraschung: Einbruchszahlen auch 2021 gesunken

Überraschung: Einbruchszahlen auch 2021 gesunken

Überraschung: Einbruchszahlen auch 2021 gesunken

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Apenrade/Kopenhagen
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Einruch
In der Kommune Apenrade hat die Zahl der Einbrüche rapide abgenommen (Symbolfoto). Foto: Anders Debel Hansen/STF/Ritzau Scanpix

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Aber: Große Unterschiede in Nordschleswigs Kommunen. Experten hatten mit deutlichem Anstieg nach dem Corona-Lockdown gerechnet. Für sie spielt das Homeoffice nach wie vor eine Rolle.

In Südjütland ist die Zahl der gemeldeten Einbrüche zwischen dem dritten Quartal 2020 und dem dritten Quartal 2021 insgesamt um fast 10 Prozent zurückgegangen. Landesweit sind es fast 13 Prozent. Das zeigen Zahlen der Statistikbehörde Danmarks Statistik, die in einem Bericht des Rates für Kriminalprävention veröffentlicht wurden.

Demnach sind im dritten Quartal 2021 in Dänemark 3.928 Einbrüche in Privathäuser gemeldet worden, fast 13 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zwei neue Studien der Initiative Bo trygt zeigen derweil, dass die Zahl der Einbrüche in Dänemark noch immer stark reduziert werden kann.

Überraschende Zahlen für das dritte Quartal

„Die Corona-Periode mit den damit verbundenen Schließungen hat sich positiv auf die Zahl der Einbrüche ausgewirkt. Es ist daher sehr überraschend, dass die Einbruchszahlen im dritten Quartal – trotz der vollständigen Wiedereröffnung – weiterhin rückläufig sind. Aber es ist natürlich sehr erfreulich“, sagt Britt Wendelboe, Programmmanagerin bei Bo trygt, in einer Pressemitteilung der Initiative. Diese wurde von der Stiftung TrygFonden und der philanthropischen Vereinigung Realdania in Zusammenarbeit mit dem Bolius Knowledge Centre und dem Rat für Kriminalprävention ins Leben gerufen.

Auch in Nordschleswig gehen die Zahlen im Schnitt zurück, wobei es leichte Anstiege in drei Kommunen gibt. Wie die folgende Grafik zeigt, hat es derweil in der Kommune Apenrade einen massiven Rückgang der Einbruchszahlen gegeben.

Obwohl der Trend günstig ist, seien immer noch zu viele dänische Haushalte von Einbrüchen betroffen, meint Wendelboe. „Wir wissen, dass Einbrüche das Sicherheitsgefühl der Däninnen und Dänen erheblich beeinträchtigen, und deshalb ist es so wichtig, dass wir die Zahl verringern“, so Wendelboe. „In Dänemark gibt es immer noch viel mehr Einbrüche als in unseren Nachbarländern, und deshalb müssen wir unsere Bemühungen fortsetzen“, sagt sie.

Eine Umfrage von Bo Trygt zeigt, dass vier von zehn dänischen Häusern weder neue Fenster noch Sicherheitsbeschläge haben. Dies sei ein naheliegender Ansatzpunkt, wenn man Einbrüche verhindern will, betont die Programmleiterin.

Wer im Homeoffice arbeitet, hat oft auch die Nachbarschaft im Blick. Foto: Christine Donaldson / Unsplash



Und während die Vor- und Nachteile der Arbeit im Homeoffice noch immer diskutiert werden, ist klar, dass die Arbeit in den eigenen Wänden das Einbruchsrisiko verringert. Auch weil Nachbarn, die zu Hause arbeiten, die Umgebung oft mit im Blick haben. „Hausarbeit verringert das Risiko eines Einbruchs. Die verstärkte Heimarbeit birgt daher ein großes Präventionspotenzial“, sagt Peter Kruize, der zusammen mit seiner Forscherkollegin Britta Kyvsgaard die Studie für Bo Trygt durchgeführt hat.

Mehr Leben in die Nachbarschaft bringen

„Ein Einbrecher möchte niemanden sehen oder treffen, der ihn später erkennen könnte. Deshalb beugen das Leben und die Anwesenheit in einer Nachbarschaft Einbrüchen vor. Hier bietet das Homeoffice gute Möglichkeiten“, sagt auch Kommunikationsberaterin Sarah Risbøl Jacobsen von der Nachbarschaftshilfe-Initiative Nabohjælp, die eine eigene App anbietet, und fährt fort: „Mache zum Beispiel einen Spaziergang in der Nachbarschaft, wenn es Zeit für eine Pause ist, oder gehe in den Garten und schau beim Telefonieren beim Nachbarn nach.“

In den Herbstferien werden aber auch viele, die regelmäßig oder gelegentlich im Homeoffice arbeiten, nicht zu Hause sein. „Wir ermutigen alle, mit Nachbarn zu vereinbaren, dass sie aufs Haus aufpassen“, sagt Jacobsen.

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