Tour-Tagebuch

Tag 4 auf dem Weg nach Brüssel – Verschleißerscheinungen und Wehmut über das baldige Ende

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Die Etappe führte durch Nationalparks.

Das Radteam aus dem Grenzland ist auf der bisherigen Fahrt eng zusammengewachsen. Die vier Tage im Sattel haben ihre Spuren hinterlassen. Belohnt wurden die Radlerinnen und Radler mit Strecken durch Nationalparks.

Am Dienstag wartete eine weitere Etappe auf den guten niederländischen Radwegen. 155 Kilometer nach Vught bei ’s-Hertogenbosch warteten auf die Radfahrerinnen und Radfahrer.

„Das Wetter ist wieder spitze. Wir haben blauen Himmel, obwohl es mit 16 Grad noch ein bisschen frisch ist“, berichtet „Nordschleswiger“-Reporter Gerrit Hencke.

Bevor er und die Übrigen sich für die vierte Etappe in die Sättel schwangen, gab es noch ein Ständchen für den Fahrer Michael. Er wurde nach eigener Aussage „noch einmal 29 Jahre alt“. Sein Pass deutet an, dass es wohl eher 57 sind. Der lockere Ton ist typisch für ein Team, das sich unterwegs gut kennengelernt hat.

Vor der Abfahrt hat sich Kartenleserin Ela mit der Route vertraut gemacht: „Es sind kaum Höhenmeter, das ist natürlich ganz charmant.“

Michael feierte erneut seinen angeblich 29. Geburtstag.

Doch ausgerechnet die guten niederländischen Radwege boten an diesem Tag für die Begleitfahrzeuge eine besondere Herausforderung. Mit dem Begleiten ist das nämlich so eine Sache.

„In den Niederlanden gibt es viele Fahrradschnellwege, wo die Autos nicht mitfahren können. Dann werden wir heute mal testen, wie es ist, wenn wir uns ein paar Kilometer mehr vom Team trennen“, so Ela.

Lass uns das einfach schon einmal vorwegnehmen: Sie haben sich wiedergefunden. Überhaupt ist das Team mittlerweile gut eingespielt. Davon zeugen auch die kleinen Witzchen, die man unterwegs macht. So gab es folgenden Wortwechsel zwischen Gerrit Hencke und Sally Flindt-Hansen:

Grachten prägen die holländische Landschaft.

„Sally, sag doch mal etwas.“

„Das war ein harter Berg.“

„Ja, das war der höchste Berg hier im Umkreis. 69 brutale Meter.“

„Aber wir sind ja auch Team Grænzland. Für uns ist das nichts.“

„Grenzen überwinden, meinst du.“

Unterwegs wurden die Radlerinnen und Radler mit Blicken auf schöne Landschaften belohnt. Die typischen Grachten dürfen auf diesem Streckenabschnitt nicht fehlen. Besondere Höhepunkte waren die langen Abschnitte durch die Nationalparks „Veluwezoom“ und „Park De Hoge Veluwe“.

Gerrit Hencke und Sally Flindt-Hansen

„Das war wirklich schön. Es ist eine Heidelandschaft. Wir fühlten uns an Röm erinnert“, sagt Gerrit Hencke am Ende der Etappe.

Alle kamen wohlbehalten in Vught an. Es machen sich jedoch auch Verschleißerscheinungen bemerkbar.

Unterwegs hat das Team den Nederrijn mit einer Fähre überquert.

„Man merkt, dass an Tag 4 bei vielen die ersten Zipperlein anfangen. Bei mir ist es extrem: Ich kann nicht mehr richtig gut auf meinem Sattel sitzen“, sagt Gerrit Hencke.

Dennoch löste der Gedanke, dass nur noch eine Etappe ansteht, bei ihm gemischte Gefühle aus. Mit 135 Kilometern ist die Strecke zum Ziel in Brüssel auch die kürzeste.

In den Pausen haben sich die Team-Mitglieder näher kennengelernt. Hier haben sie im Nationalpark haltgemacht.

„Es ist schade, dass es dann zu Ende ist. Wir fahren jetzt schon so lange in diesem Team. Wir haben die Pausen zusammen, und man kommt mit vielen ins Gespräch.“

„Du hast so deine Gesprächspartnerinnen und -partner gefunden, mit denen du auf einer anderen Ebene sprechen kannst.”

Das Serviceteam ist bestrebt, zur guten Stimmung beizutragen. Am Dienstag haben sie ein Südseethema für das Depot gewählt.

Er habe es als ein Zusammenwachsen erlebt, und dann sei es auch kein Problem, wenn eine Etappe etwas länger dauert als geplant.

„Für mich macht es diese Tour so unheimlich wertvoll.“