Künstliche Intelligenz

Erste Gehversuche mit KI an der Deutschen Schule Lügumkloster

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Tim (vorn) erzählt, dass am Arbeitsplatz seines Vaters KI eingesetzt wird.

An der Deutschen Schule Lügumkloster hat die Künstliche Intelligenz noch nicht so richtig ihren Einzug in den Klassenzimmern gehalten. Doch die Lehrkräfte testen schon mal die Möglichkeiten.

Die Kinder der 5. und 6. Klasse der Deutschen Schule Lügumkloster halten sich zurück, als sie gefragt werden, ob sie schon mal von Künstlicher Intelligenz (KI) im Unterricht oder privat Gebrauch gemacht haben.

Sie wissen, dass es den Begriff Künstliche Intelligenz gibt, meinen aber nicht, dass sie im Unterricht schon darauf gestoßen sind. Zumindest nicht direkt, denn sie wissen nicht, dass einige ihrer Lehrkräfte diese Technologie bei ihren Vorbereitungen genutzt haben.

Die Frage, ob die Eltern an ihren Arbeitsplätzen mit KI arbeiten, verneint die Sechstklässlerin Maya, während Tim aus der 5. Klasse erzählt, dass sein Vater zumindest damit arbeitet. Zu Hause gehe er auch schon mal auf ChatGPT, wenn er eine Antwort auf eine Frage suche.

Auch den Aufsatz von der Künstlichen Intelligenz schreiben zu lassen, sei ihnen nicht eingefallen, wobei Schulleiterin Connie Meyhoff Thaysen bemerkt: „Aufsätze werden in der Regel in der Schule geschrieben. Wir würden sehr schnell Verdacht schöpfen, wenn uns der Schreibstil und der Wortschatz verändert vorkommen. An unserer kleinen Schule kennen wir unsere Schüler so gut, dass wir es höchstwahrscheinlich sofort spüren würden, wenn jemand versucht zu mogeln.“

Der Sechstklässler Henrik hat auch eine gewisse Skepsis. Man müsse seine Vernunft walten lassen und auch vorsichtig sein, ist er sich sicher.

Henrik hat sich seine Gedanken über die Vor- und Nachteile der Künstlichen Intelligenz gemacht.

An der deutschen Schule in Lügumkloster werden Kinder von der Vorschulklasse bis zur 6. Klasse unterrichtet, bevor sie ihren Schulgang anderswo fortsetzen.

Fabel mit KI-Foto

Für die 63-jährige Schulleiterin ist KI noch Neuland, während die jüngeren Kolleginnen und Kollegen schon öfter KI für den Unterricht und für die Vorbereitung von Unterrichtsmaterial und Datenzusammenfassung einsetzen. Einige der Kollegen und Kolleginnen seien schon richtig gut im Umgang mit KI. So hat Lehrerin Anette Meyer im Dänisch- und Kunstunterricht in der 4. Klasse experimentiert. Die Kinder sollten eine Fabel schreiben. Dazu entwarf KI das passende Foto – eines, das man auf Google nicht finden würde, erläutert Anette Meyer.

Connie Meyhoff Thaysen staunte nicht schlecht, als das Kollegium mit den sogenannten Unterrichtsmilieubewertungen (UMV) arbeitete, bei dem jedes Kind interviewt wird, wie es den Schulbesuch und sein persönliches Wohlgefühl empfindet. Diese Interviews müssen alle drei Jahre durchgeführt werden. Nach der Auswertung ließ das Kollegium KI einen gemeinsamen Handlungsplan schreiben, der eigentlich nur angepasst werden musste.

„Denn das Gerüst war eigentlich schon fertig. Das war schon erstaunlich, da dies sonst eine riesige Arbeit ist“, erklärt die Schulleiterin. Sie habe sich auch herangewagt, als sie KI für einen Vokabeltest zu unregelmäßigen Verben und eine Vokabelliste schreiben ließ.

Ein Fuchs, der eine Maus küsst, oder ein Pferd, dessen Schweif brennt und das ganze Maisfeld abfackelt

„Das ging sehr flott, und das Ergebnis war wirklich gut. Ich konnte auch nachregulieren, wenn ich der Meinung war, dass der Test zu schwer für die Kinder war“, sagt sie und lacht.

Ihre ersten Versuche mit KI hat Schulleiterin Connie Meyhoff Thaysen auch gewagt.

„KI ist eine Herausforderung, aber auch fantastisch. Aber KI sollte man nur dort einsetzen, wo es Sinn macht und Nutzen hat und es eine Zeitersparnis bringt. Man muss kritisch damit umgehen, denn KI birgt auch Gefahren. Aber es gibt nun mal KI, und sie wird künftig einen weitaus größeren Platz im Schulalltag einnehmen“, ist sich Meyhoff Thaysen sicher.

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