Sicherheit

Mitten im Sicherheitsalltag: Mette Frederiksen besucht das Heimwehrzentrum in Seegaard

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Staatsministerin Mette Frederiksen wurde bei ihrem Besuch in Seegaard von Hans Andersen (V, links) begleitet. Der Folketingsabgeordnete wurde vor einem Jahr zum Beauftragten der dänischen Heimwehr benannt. Die Ministerpräsidentin wurde von Heimwehrchef Gunner Arpe Nielsen (rechts) in Empfang genommen.

„Ihr seid das freundliche Gesicht Dänemarks“ – mit diesen Worten dankte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen den Freiwilligen der Heimwehr in Seegaard. Ihr Besuch unterstrich, wie wichtig das Ehrenamt für Dänemarks Sicherheit geworden ist.

Begleitet von Stacheldraht entlang der Zufahrt traf Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Donnerstagvormittag in der Seegaard-Kaserne bei Apenrade (Aabenraa) ein, um sich über die Arbeit der dänischen Heimwehr (Hjemmeværnet) zu informieren.

Nach einem herzlichen Empfang durch die freiwilligen Heimwehrangehörigen wurde die Regierungschefin in einen Besprechungsraum geführt, wo Offizierinnen und Offiziere ihr eine Übersicht über die aktuellen Aufgaben der Heimwehr gaben.

Fokus auf NATO-Einsätze und zivil-militärische Kooperation

Mette Frederiksen kündigte an, dass sie künftig gegenüber ihren internationalen Kolleginnen und Kollegen mit der dänischen Heimwehr angeben möchte.

Im Mittelpunkt der Unterrichtung stand unter anderem die Rolle der Heimwehr im Rahmen der Operation „Atlantic Resolve“, einer Initiative der USA zur Stärkung der NATO-Präsenz in Osteuropa. Dabei wird auch der Hafen von Esbjerg genutzt, um amerikanisches Militärgerät auf das europäische Festland zu bringen. Die Heimwehr unterstützt bei der Koordination mit anderen dänischen und internationalen Stellen.

Zwischendurch erkundigte sich Mette Frederiksen bei den Anwesenden, was sie im zivilen Leben beruflich machen – schließlich handelt es sich bei der Heimwehr um eine Freiwilligenorganisation.

Ein Heimwehrangehöriger berichtete, dass er Mitinhaber eines Unternehmens sei, das Mähroboter vertreibt, während ein anderer als IT-Systemverantwortlicher im Pflegebereich der Kommune Sonderburg (Sønderborg) arbeitet.

„Okay, das sind wirklich ganz unterschiedliche Tätigkeiten“, stellte die Ministerpräsidentin anerkennend fest.

Einmal ans Steuer

Mette Frederiksen am Steuer eines Heimwehrfahrzeugs.

Neben Gesprächen und Einblicken in den Alltag der Freiwilligen durfte die Ministerpräsidentin auch selbst ein Stück Heimwehr-Technik erleben: Sie nahm im Führerstand eines Mannschaftstransportfahrzeugs Platz, während zwei Freiwillige ihr das Fahrzeug und dessen Ausstattung erklärten.

Zum Abschluss ihres Besuchs hielt Mette Frederiksen eine kurze Ansprache vor den versammelten Freiwilligen und dankte ihnen für ihr Engagement:
„Ich möchte ehrlich sagen, dass ich ein bisschen mit euch prahlen möchte – mit der Arbeit, die ihr leistet. Auch wenn sich bereits viele engagieren, wollen wir noch mehr Menschen für diese wichtige Aufgabe gewinnen. Vielen Dank für euren Einsatz – ihr seid das freundliche Gesicht Dänemarks, das die Heimwehr für mich ausmacht.“

Mehr Verantwortung für die Heimwehr

Im Verteidigungsfall oder auch bei einer Krise sollen Heimwehrkräfte künftig eine größere Rolle spielen, kündigte die Staatsministerin an.

In den kommenden Jahren wird das dänische Militär deutlich aufgestockt – und das betrifft nicht nur die Berufssoldatinnen und -soldaten. Auch die Heimwehr wird nach den Worten der Ministerpräsidentin eine größere Rolle spielen.

„Wir haben zusätzliche Mittel für die Heimwehr bereitgestellt und neue Entscheidungen getroffen. Alle können sehen, wie verletzlich eine moderne Gesellschaft ist – etwa wenn das Stromnetz ausfällt, wie wir es jüngst in Südeuropa erlebt haben. Die Lage in der Ostsee ist angespannt, und die Gefahr von Angriffen auf kritische Infrastruktur wächst. Genau hier ist die Heimwehr ein entscheidender Faktor. Deshalb ist es so wichtig, dass sich viele Menschen freiwillig melden“, sagte Mette Frederiksen gegenüber „JydskeVestkysten“.

Der großflächige Stromausfall in Spanien und Portugal in dieser Woche habe gezeigt, wie empfindlich auch Dänemark in bestimmten Bereichen sei. Dennoch sieht die Ministerpräsidentin das Land gut vorbereitet auf mögliche Szenarien:

Die Ministerpräsidentin war zwar nur gut anderthalb Stunden im Seegaard-Lager, fand aber dennoch Zeit für die eine oder andere Frage an die anwesenden Heimwehrsoldatinnen und -soldaten.

„Wir leben in einer Zeit, in der die allgemeine Verwundbarkeit gestiegen ist – nicht zuletzt, weil unsere Gesellschaft vollständig digitalisiert ist. Nach Aussagen der zuständigen Behörden sind wir gut auf mögliche Krisen vorbereitet. Aber angesichts der weltpolitischen Lage müssen wir unser gesamtes Krisenmanagement weiter stärken“, so Frederiksen abschließend.