Verkehrssicherheit

Zug von Tingleff nach Sonderburg beinahe mit Lkw kollidiert

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Erneut gab es einen Vorfall an einem unbeschrankten Bahnübergang (Archivfoto).

Zwischen Tingleff und Sonderburg ist am Montagmorgen ein Zug beinahe mit einem Lkw kollidiert: wenige hundert Meter von der Stelle entfernt, an der bei einem Zugunglück wenige Wochen zuvor eine Frau starb und mehrere Menschen verletzt wurden.

Ein Zug aus Tingleff ist am Montagmorgen beinahe mit einem Lkw zusammengestoßen. Der Zug war auf dem Weg nach Sonderburg (Sønderborg) unterwegs, als er am Bahnübergang am Kærvej beinahe mit einem Lkw kollidierte. Das berichtete „Jydske Vestkysten“.

Banedanmark bestätigte den Vorfall: Der Bahnübergang am Kærvej – südwestlich von Behrendorf (Bjerndrup) – habe zwar keine Schranken, aber eine Licht- und Glockenanlage. Banedanmark zufolge funktionierte das Signal an dem Bahnübergang. Der Lkw habe jedoch die Gleise überquert, obwohl der Zug unterwegs war. Warum, ist noch unklar.

Zwar fuhr der Zug nach der Fast-Kollision noch weiter bis nach Gravenstein (Gråsten), doch konnte dort der Zugführer nicht mehr weiterfahren, weil er unter Schock stand, wie ein Sprecher von Banedanmark mitteilt. Es wurde für Ersatz gesorgt, sodass der Zug weiterfahren konnte.

Zwei schwere Zugunfälle in der Nähe

Vor fast genau einem Monat erst hatte es nur wenige hundert Meter vom Kærvej entfernt ein schweres Zugunglück am Kådnervej gegeben. Dabei starb eine 60 Jahre alte Frau; mehrere Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer. An demselben Bahnübergang stieß ein 24-jähriger Fahrer eines Kleinlasters im Juli mit einem Zug zusammen und kam ums Leben.

Neun Bahnübergänge in Nordschleswig ohne Schranke

Seit den beiden Zugunglücken ist die Diskussion darüber entbrannt, wie Bahnübergänge künftig besser gesichert werden können. Darüber hatte „Der Nordschleswiger“ mehrfach berichtet. Banedanmark zufolge sollen erst 2027 alle jetzt noch unbeschrankten Bahnübergänge mit Schranken gesichert sein.

Kommune Apenrade mit ersten Maßnahmen

Vergangenen Monat hat die Kommune Apenrade an vier unbeschrankten Bahnübergängen mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen begonnen und dafür Schwellen in den Asphalt vor den Gleisen gefräst. Das soll die Verkehrsteilnehmenden dazu bringen, langsamer zu fahren.

Wie man sich an Bahnübergängen verhält und wo in Nordschleswig sich die Bahnübergänge ohne Schranken befinden (mit Grafik), hat „Der Nordschleswiger“ hier zusammengefasst.