Unglück

Züge senken Geschwindigkeit an unbeschrankten Übergängen

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Bei diesem Übergang am Kådnervej kam im Juli ein 24-jähriger Mann ums Leben.

70 Kilometer pro Stunde statt 100. Mit dem Tempo werden die Züge auf der Strecke zwischen Tingleff und Sonderburg fahren. Sonnabend nehmen sie hier den Verkehr wieder auf.

Nach dem Zugunglück vor einer Woche, bei dem eine 60-jährige Frau ums Leben kam, fahren die Züge nun langsamer über sechs unbeschrankte Bahnübergänge in Nordschleswig. Das teilte der Gleisbetreiber Banedanmark in einer Pressemeldung mit.

Konkret wird das Tempo auf der gesamten Strecke zwischen Tingleff (Tinglev) und Sonderburg (Sønderborg) von 100 auf 70 Kilometer pro Stunde reduziert, wenn die Züge Übergänge ohne Schranken passieren.

„Wir sind alle sehr betroffen von den beiden Unfällen, die sich innerhalb kurzer Zeit an Bahnübergängen auf dieser Strecke ereignet haben“, sagte Banedanmarks Sicherheitschef Martin Harrow.

Banedanmark und DSB planen Analyse

Bereits im Juli war ein 24-jähriger Mann ums Leben gekommen, als sein Auto auf derselben Strecke von einem Zug erfasst wurde.

„Banedanmark und DSB haben daher kurzfristig beschlossen, die Geschwindigkeit an den Übergängen auf 70 Kilometer pro Stunde zu drosseln. Das gilt, bis wir eine umfassende Analyse durchgeführt haben und klar ist, welche Maßnahmen zusätzlich erforderlich sind – bis die Übergänge wie geplant im ersten Halbjahr 2027 mit Schrankenanlagen ausgestattet werden“, so Harrow weiter.

Banedanmark wird die Schranken gleichzeitig mit einem neuen Signalsystem bestücken.

Bessere Sicht und Überwachung an Übergängen

Neben der reduzierten Geschwindigkeit hat Banedanmark weitere Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Die Bahngesellschaft hat die Vegetation entlang der Übergänge zurückgeschnitten, um die Sicht zu verbessern. Zudem wird sie drei Übergänge – Kådnersvej, Visgårdvej und Kærvej – für eine gewisse Zeit überwachen, um sicherzustellen, dass die vorhandenen Licht- und Tonsignale ordnungsgemäß funktionieren.

„Wir setzen die enge Zusammenarbeit mit Banedanmark und den betroffenen Kommunen fort, um die wirksamsten Lösungen zu finden – gerade nach dem schrecklichen Unfall in der vergangenen Woche, der uns alle tief erschüttert hat“, erklärte DSB-Betriebsdirektor Per Schrøder.

Auch die Kommunen Apenrade (Aabenraa) und Sonderburg haben angekündigt, Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit an ungesicherten Bahnübergängen zu ergreifen. Dazu zählen das Aufstellen neuer Verkehrsschilder sowie das Anlegen von Rüttelstreifen an den sechs betroffenen Übergängen.

DSB nimmt den Zugverkehr auf der nordschleswigschen Strecke in der Nacht zum Sonnabend wieder auf.