Verkehr

Leere und weniger Busse: Hadersleben ringt um Mobilität

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Leere Busse sind vor allem im ländlichen Raum ein Riesenproblem.

Seit Jahren schrumpft in der Kommune Hadersleben das Busangebot. Ein teures Experiment sollte Abhilfe schaffen, doch weit gefehlt. Wie steht Hadersleben im Vergleich zu seinen Nachbarn da? Eine Analyse von „Dansk Industri“ gibt Antworten.

Die Kommune Hadersleben hat zwischen 2010 und 2024 einen deutlichen Rückgang der Fahrplanstunden verzeichnet: Von 43.974 Stunden im Jahr 2010 blieben 2024 nur noch 33.493 Stunden übrig – ein Rückgang von 23,8 Prozent.

Menschen ohne Auto betroffen

Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden weitere 11,6 Prozent gestrichen. Besonders hart trifft es die 27 Prozent der Haushalte in der Kommune ohne eigenes Auto und die fast 49 Prozent, die nur ein Fahrzeug besitzen.

Ein kostspieliges Angebot

Im Gegenzug hat die Kommune im Vorjahr in der Sommersaison einen Versuch gestartet und am Wochenende eine Busverbindung von Hadersleben nach Aarösund (Aarøsund) eingerichtet – und bezuschusst: Für die Kommune lagen die durchschnittlichen Kosten pro Busticket bei 1.000 Kronen!

„Wir haben damals auf Kritik aus Aarösund reagiert“, sagt der Vorsitzende des Ausschusses für Technik und Klima, Carsten Leth Schmidt (Schleswigsche Partei).
Der SP-Politiker macht keinen Hehl daraus, dass sich mit Blick auf die spärlichen Passagierzahlen im Rahmen des Versuchs einiges ändern muss: „Und zwar dramatisch!“

Der Versuch zeigt beispielhaft, wie schwierig es ist, wirtschaftlich tragfähige Lösungen für ländliche Regionen wie Hadersleben zu finden – ein Problem, das auch „Dansk Industri“ in seiner Analyse thematisiert.

Grenzland im Vergleich: Hadersleben fährt im Mittelfeld

Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei (SP) ist Abgeordneter des Kommunalparlaments und Vorsitzender des Ausschusses für Klima & Technik (Archivbild).

Auch die Nachbarkommunen im Grenzland kämpfen mit ähnlichen Problemen: Tondern (Tønder) verzeichnete einen Rückgang von 24,5 Prozent seit 2010, allerdings etwas moderater in den vergangenen Jahren (-9,6 Prozent).

In Sonderburg (Sønderborg) fiel das Angebot noch drastischer: Dort sanken die Fahrplankilometer um 27,7 Prozent – allein seit 2019 um 16,6 Prozent. Apenrade (Aabenraa) steht vergleichsweise gut da, mit einem Rückgang von 17,2 Prozent seit 2010 und nur 4,8 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.