Mobilität

Flensburg kehrt zurück ins Fernzug-Netz der Deutschen Bahn

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ICE Flensburg
Seit 2022 hält kein ICE mehr im Flensburger Bahnhof (Archiv).

Nach dem Aus für den Eurocity nach Prag plant die Bahn nun eine neue Fernzug-Verbindung für Flensburg. Allerdings sind noch einige Fragen offen.

Seit fast zwei Monaten hat Flensburg als größte Stadt im Grenzland keine Fernzug-Verbindung mehr. Am 25. Juli verließ der letzte tschechische Eurocity den Bahnhof in Richtung Prag. Jetzt aber zeichnet sich ab, dass Flensburg ins ICE-Netz der Deutschen Bahn zurückkehrt – und davon könnten auch Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger profitieren.

Einzelheiten dazu will die Bahn erst Ende September, also in rund zwei Wochen, mitteilen. Bis dahin gibt es auch keine offizielle Bestätigung.

Dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium liegt aber bereits eine Liste der Fernzug-Verbindungen für 2026 vor, auf der ein ICE-Sprinter von Flensburg nach Frankfurt am Main vorgesehen ist. Dieser ICE soll täglich verkehren – im Gegensatz zum bisher letzten Flensburger ICE, der bis 2022 nur einmal in der Woche bis nach München fuhr.

Sprinter schneller als reguläre ICEs

Die Sprinter sind Schnellzüge, die seltener anhalten als gewöhnliche ICE-Züge. Schon jetzt fährt ein solcher Sprinter von Hamburg nach Frankfurt, wo er nicht nur im Hauptbahnhof hält, sondern auch direkt am Flughafen. Anders als die anderen ICEs auf dieser Strecke hält er zwischendurch ausschließlich in Hannover, nicht aber in Göttingen und Kassel. Nach Angaben der Bahn bringt das eine Zeitersparnis von zehn Minuten. Die reguläre Fahrzeit beträgt drei Stunden und 26 Minuten.

Auf der Rückfahrt von Frankfurt fährt der Sprinter am Abend bisher weiter nach Kiel – mit Halt in Neumünster. Am nächsten Morgen um 6.13 Uhr verlässt der Zug Kiel wieder in Richtung Frankfurt und Stuttgart – allerdings nicht als Sprinter, sondern als regulärer ICE.

Flensburg statt Kiel als Endstation?

Solange die Bahn noch keine Details zu ihren Sprinter-Plänen für Flensburg öffentlich macht, ist unklar, ob nun einfach der Endbahnhof Kiel gegen Flensburg ausgetauscht wird. Bekannt ist bereits, dass die Zahl der täglichen ICE-Abfahrten in Kiel von neun auf acht reduziert werden soll.

Auch weil gleichzeitig die einzige Lübecker ICE-Verbindung, die nach München führt, gestrichen wird, haben die Pläne in Schleswig-Holstein bereits Proteste hervorgerufen. Der Flensburger SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler spricht trotz der positiven Aussichten für seine Heimatstadt von einem „Trauerspiel“.

Weiter Pläne für Fernbahnhof in Flensburg-Weiche

Unabhängig von den Plänen für 2026 setzt die Flensburger Kommunalpolitik weiterhin darauf, den stillgelegten Bahnhof in Weiche wieder in Betrieb zu nehmen und zu einem Fernbahnhalt zu machen. Die Finanzierung des Zehn-Millionen-Projektes ist allerdings noch offen.

Derzeit fahren die Intercitys auf der Strecke Hamburg-Kopenhagen ohne Stopp an Flensburg vorbei, um die Minuten einzusparen, die ein Abstecher zum Bahnhof nahe der Innenstadt mit sich bringen würde. Die Züge halten lediglich in Schleswig und kurz hinter der Grenze zu Dänemark in Pattburg (Padborg).